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Griechenland? – Deutschland sollte gut und gerne zahlen

Gastautor: Daniel Saurenz
30.03.2018, 09:00  |  10599   |   |   

Urlaub Süden GriechenOlaf Scholz ist neuer Finanzminister. Er sollte die Chance ergreifen, den Weg Wolfgang Schäubles zu ändern. Die dogmatische schwarze Null und der Zuchtmeister in Europa schaden Deutschland. Ein paar Milliarden an Solidarität zahlen sich am Ende doppelt und dreifach aus. 

Wer im Frühjahr 2018 in Griechenland auf dem Peloponnes reist, erfährt typische griechische Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Bei der Frage nach der Herkunft beginnt jedoch beinahe jeder Gesprächspartner erst einmal eine Rechtfertigung. Es fällt prompt der Name „Schäuble“ ergänzt um die Frage, was dieser Mann gegen griechische Rentner oder die Jugend vor Ort habe. Schäuble ist für die Griechen das personifizierte Böse.

Auf dem Peloponnes ist es für deutsche Touristen noch ein wenig unangenehmer auf den Zuchtmeister angesprochen zu werden, dort, wo die Deutschen vor nunmehr rund 75 Jahren schlimmste Massaker verübten, das Land wirtschaftlich auslaugten und ihre Schulden niemals beglichen. Im Gegenteil – im Zuge der deutschen Wiedervereinigung zog man sich mit einem Taschenspielertrick aus der Affäre.

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Olaf Scholz mit großer Chance

Börse_DAX_SymbolDer neue Finanzminister Olaf Scholz könnte mit einer Wende in der deutschen Finanzpolitik dafür sorgen, dass Deutschland auch im Verhältnis mit 10 Millionen Griechen näher zusammenrückt, im Sinne der europäischen Idee. Um zu erkennen, was Schäuble als Taktgeber und die Institutionen als Kontrolleure dem großen Teil der Griechen zumutet, muss man sich die Vergleiche einmal ansehen.

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Mehr als ein Dutzend Rentenkürzungen mussten die Griechen in den letzten Jahren erdulden, die Spardiktate sorgten entgegen aller ökonomischen Vernunft für nicht weniger als 35 Monate Rezession im Land. 2019 nun werden die Renten abermals gekürzt, dann beträgt der Umfang ein Prozent der Wirtschaftsleistung. Kurz zum Vergleich – übertragen auf Deutschland würde das Rentenkürzungen von 31 Milliarden Euro bedeuten.

Bettelnde Rentner prägen Straßenbild

Man mag sich Rentner von Altötting bis Rissen einmal demonstrierend auf den Straßen vorstellen. In Athen kann man sich die Folgen bereits jetzt täglich ansehen. Bettelnde Griechen im Rentenalter duellieren sich bei der Bitte um milde Gaben mit gestrandeten Flüchtlingen aus Nordafrika. Dies sollte nicht die Politik sein, die ein deutscher Finanzminister mit zu verantworten hat – Olaf Scholz darf den Weg Wolfgang Schäubles dringend verändern.

Selbiges gilt für das unerträgliche Dogma der schwarzen Null, die Schäuble primär in den Schoß gefallen ist, da EZB-Chef Mario Draghi im Sommer 2015 seine beachtenswerte und europäisch solidarische Rede zum Euro hielt und allein mit den Worten „whatever it takes“ dem Finanzminister in den Folgejahren Milliardenüberschüsse in die Kasse spülte, fallende Anleihezinsen sei Dank. Deutschland sollte sich großzügig zeigen ab sofort, denn die Populisten in Osteuropa und den USA zeigen, dass der Weg europäischer Solidarität und Gemeinschaft der einzig richtige ist. Mehr Europa, mehr Solidarität und im Zweifel ein paar Milliarden Richtung Süden schaden nicht. Im Gegenteil.

Weiche Fakten kann jeder lesen

Bilfinger bau ImmobilienDeutschland kann sich dies leisten und profitiert nicht zuletzt aufgrund seines in den letzten Jahren in Sachen Flüchtlingspolitik und Warmherzigkeit aufgebauten Images, wohlgemerkt primär von Angela Merkel angestoßen. Als Beispiel muss man sich nur den Immobilienmarkt in Europa betrachten sowie den Wunsch junger Menschen nach einem Arbeitsort. Eine Umfrage im Januar 2018 ergab, dass Berlin weltweit die meist attraktive Stadt für Immobilienkäufer ist. Nicht genannt wurden Budapest oder Warschau.

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2 Kommentare

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Kommentare

Danke für diesen Artikel.

Endlich mal deutlich ausgesprochen, dass die Hilfe für Griechenland (und andere) erstens moralisch geboten ist und zweitens in unserem eigenen wirtschaftlichen und politischen Interesse.

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