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Accenture und Spedition Kühne+Nagel sind zufrieden: Blockchain-Test für Containerschifffahrt erfolgreich!

Gastautor: Robby Schwertner
03.04.2018, 07:49  |  3657   |   |   

Ein Konsortium aus dem Exporteur ABInBev, der Rederei APL, dem Logistik-Unternehmen Kühne + Nagel und den Beratungsunternehmen Accenture sowie einer nicht näher genannten europäischen Zollbehörde sollen laut BusinessInsider den Testeinsatz einer Blockchain-Lösung für die Containerschifffahrt erfolgreich abgeschlossen haben. Die Lösung ersetzt gedruckte Frachtdokumente und hat damit das Potenzial mehrere hundert Millionen Euro jährlich in der Transport- und Logistikindustrie zu sparen. Die vom Konsortium getestete Lösung macht den bisher gängigen physischen oder digitalen Austausch von Dokumenten überflüssig.

Die Frachtdaten werden ausschließtlich über eine Blockchain-basierte Datenbank verbreitet und den beteiligten Akteuren zugänglich gemacht. Dabei wird das Single-Ownership-Prinzip angewendet. Das bedeutet, dass die Informationen jeweils einem bestimmten Besitzer innerhalb der Frachtkette zugeordnet werden. Für die Lösung wurden zunächst die heutigen Dokumentationsprozesse analysiert, um anschließend festzulegen, wie sich der Besitz von Informationen sowie Verantwortlichkeiten und Risiken neu ordnen lassen.

Die Blockchain-Technologie bietet dabei den Vorteil, dass sie nicht manipulierbar ist und höchsten Sicherheitsanforderungen entspricht. Mithilfe der neuen Lösung kann der Austausch von Frachtdokumenten zukünftig erheblich vereinfacht und damit beschleunigt werden. Bis zu 80 Prozent der heute nötigen manuellen Dateneingaben kann entfallen und Änderungen an den Daten können über den gesamten Transportprozess hinweg deutlich einfacher vorgenommen werden. Die Überprüfung des Frachtguts durch den Zoll wird damit ebenfalls vereinfacht, die Gefahr von Strafzahlungen aufgrund falscher Angaben deutlich reduziert. Der Test zeigte, dass der Einsatz der Blockchain nicht nur Kosten im Containerschiffsverkehr spart, sondern auch die Transparenz über die gesamte Supply Chain hinweg steigert.

Im Rahmen des Testeinsatzes der Blockchain-Lösung wurden zwölf Containertransporte per Schiff in verschiedene Zielhäfen geschickt, die jeweils in Ländern mit unterschiedlichen regulatorischen Bestimmungen lagen. Die am Konsortium beteiligten Unternehmen stehen dabei repräsentativ für die einzelnen Abläufe während eines typischen Verschiffungsvorgangs von Waren: AB InBev als Exporteur von Waren, APL als Reederei, Kühne + Nagel als Speditionsunternehmen sowie eine europäische Zollbehörde und die damit verbundenen Dokumentationspflichten bei der Ein- und Ausfuhr von Waren.

Accenture brachte seine Technologie- und Beratungsexpertise rund um die Blockchain mit ein und entwickelte die technische Architektur, auf der die getestete Blockchain-Lösung aufbaut. Dafür zeichnete dem Unternehmen zufolge vor allem das „Internet of Things“-Kompetenzzentrum von Accenture in Singapur verantwortlich, wo innerhalb kürzester Zeit der entsprechende Prototyp entwickelt wurde.

Was meint CryptoRobby:
Die Anwendung zeigt, dass die Blockchain-Technologie im Logistikbereich einen erste große Hürde genommen hat. Nach dem proof of concept wird es noch einige Zeit dauern, bis Blockchain in der Logistik in großem Maßstab umgesetzt wird. Doch die Kosteneinsparung im Bereich von hunderten Millionen und Vereinfachung von Abläufen sind gute Argumente und ein starker Motor für Folgeprojekte. Und der Mitbewerb von Kühne+Nagel sollte rasch aus dem Winterschlaf erwachen und auf diese Entwicklung reagieren.

Quelle: Accenture, BusinessInsider

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