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DPO: Spotify-Aktie ein Rohrkrepierer?

03.04.2018, 14:27  |  8517   |   |   

Heute wird der Musikstreaming-Anbieter Spotify an der New Yorker Börse debütieren. Vor gut 16 Jahren wagte sich der Videostreaming-Anbieter Netflix auf das Börsenprarkett. Seinerzeit kostete die Aktie 15 Dollar und steht jetzt bei 280 Dollar, während die Marktkapitalisierung circa 121 Mrd. Dollar beträgt. Der Netflix-Aktienkurs hat sich in den vergangenen drei Jahren verfünffacht.

Beim IPO von Spotify sind die Analysten durchaus sehr kritisch. Aus gleich zwei Richtungen kommen Bedenken: Rote Zahlen und Probleme mit Lizenzen. Und dann kommt auch noch Konkurrenz aus China: iQiyi - das Unternehmen plant einen 1,5 Mrd. Dollar IPO, so finanzen.net. Die WELT schreibt über die Spotify-Aktie: "Eine Kursrakete dürfte daraus nicht werden." 

Laut dem Spiegel ist noch unklar, ob Spotify durch den Börsengang selbst neue finanzielle Mittel erhalten wird, denn das Unternehmen gibt keine neuen Aktien aus. Auch werden die Umsatz-Aussichten überschattet von Verlustprognosen für 2018 i. H. v. 230 bis 330 Millionen Dollar. Wie der Spiegel schreibt, wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Schon heute ist Spotify - vor Amazon und Apple - der Marktführer im Musikstreaming. Weiterhin positiv sollen sich die Nutzerzahlen entwickeln, denn 2018 könnte die 200-Millionen-Marke durchstoßen werden.

Warum Spotify einen ähnlichen Aufstieg wie Netflix erleben könnte, basiert bislang lediglich auf der Beobachtung, dass Netflix in seinen Anfängen ebenfalls viel Geld verbrannte. Dies ist jedoch kein stichhaltiges Argument. Die Bedenken über den weiteren Unternehmenserfolg sind durchaus nachvollziehbar, denn während Netflix mit eigenen Produktionen der Aufstieg gelungen ist, ist Spotify an Verträge mit Sony, Warner und Universal Music gebunden. Diese drei Musiklabels halten zusammen fast 80 Prozent aller Rechte der auf Spotify gestreamten Songs. Umgekehrt allerdings sind auch die Musikunternehmen von Spotify abhängig, so die WELT. Es heißt, dass es für die Musikkonzerne eine Art von Selbstschutz sein dürfte, wenn sie Spotify am Leben erhalten. In der IPO-Anmeldung war auch zu lesen:

„Wir sind von Lizenzen Dritter für Musikaufnahmen und Kompositionen abhängig, und eine ungünstige Veränderung, ein Verlust oder ein Widerruf dieser Lizenzen könnte unser Geschäft, unseren Gewinn und unsere Liquidität negativ beeinflussen.“

"Bislang erzielt Spotify 90 Prozent seiner Erlöse mit kostenpflichtigen Premium-Abos." so die WirtschaftsWoche. Langfristig wird sich Spotify nicht allein auf sein Abomodell verlassen können. Es müssen andere Umsatzquellen erschlossen werden. Fakt ist, die Nutzer stellen den wertvollsten Datenschatz dar: "Jeden Tag erfasst das Unternehmen auf seinen Servern bis zu 30 Milliarden Daten von 159 Millionen Hörern." so SpiegelOnline.

Laut der WirtschaftsWoche trauen Analysten Spotify eine Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar zu. "Weltweit hat er (Spotify) die meisten Nutzer. Je mehr es werden, desto größer wird sein Problem.", so die ZEIT. Wie sich die Aktie tatsächlich entwickeln wird, ist bislang ungewiss. Auch zukünftig werden die Musikgruppe ABBA und das Möbelunternehmen IKEA die bekanntesten Marken aus Schweden sein.     

Quellen: 

Spiegel

WELT

WirtschaftsWoche

ZEIT

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