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PANTAFLIX: „Wir verfügen bereits über eine sechsstellige Nutzerzahl, die schnell wächst“

05.04.2018, 14:01  |  6308   |   |   

Mit den vorläufigen Zahlen für 2017 hat PANTAFLIX die Analystenschätzungen übertroffen. Dennoch ist der Kurs der Aktie unter Druck geraten. Im Interview mit unserer Redaktion machen die PANTAFLIX-Vorstände Dan Maag und Stefan Langefeld aber deutlich, dass ihr Unternehmen auf einem sehr guten Kurs ist.

Dan Maag und Stefan Langefeld gehen im Gespräch mit unserer Redaktion auf die weltweite Expansion der Video-on-Demand-Plattform (VoD) ein. Die Nutzerzahlen der Plattform sind ebenso ein Thema wie weitere Partnerschaften. Sie sprechen zudem über die neuen Pläne mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer und über ihre alternativen Marketing-Strategien. Deutliche Worte finden die Vorstände zur Bewertung der Gesellschaft. 

Redaktion: Herr Maag, die Aktie von PANTAFLIX ist infolge eines kritischen Presseberichts und eines negativen Analystenkommentars deutlich unter Druck geraten. Können Sie die Reaktion der Anleger nachvollziehen?

Maag: Unser Unternehmen ist auf einem sehr guten Kurs. Wir machen unsere Arbeit und erreichen stetig unsere Ziele. Zuletzt haben wir hervorragende vorläufige Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht. Mit einem Zuwachs im dreistelligen prozentualen Bereich zählen wir in der Unterhaltungsindustrie zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen weltweit. Auch mit unserem Vorsteuergewinn in Höhe von 2,3 Millionen Euro konnten wir alle Analysteneinschätzungen, selbst die kritischen, schlagen. Dass uns dies gerade in der kostenintensiven Aufbauphase unseres VoD-Geschäfts gelungen ist, verdeutlicht die Stärke unserer Gesellschaft. 

Es ist verständlich, dass insbesondere Analysten kritisch auf unser Geschäft schauen. Wir sehen hier den Ball bei uns und müssen uns in Sachen Investor-Education und Transparenz noch deutlich steigern. 

Wir verändern gerade die Vertriebsstrukturen einer über 100 Jahre alten Branche. Dass dies nicht innerhalb von Wochen möglich ist, dürfte jedem klar sein. Dass wir uns dadurch aber bereits heute ein gigantisches Potenzial erschließen, müssen wir insbesondere den Skeptikern durch transparentere Kommunikation verdeutlichen. Vielleicht haben wir bisher unseren Fokus zu stark auf das Erreichen operativer Ziele gesetzt und die Kommunikation darüber nicht ausreichend priorisiert. Das werden wir jetzt ändern, denn wir erkennen immer mehr, welchen disruptiven und daher auch erklärungsbedürftigen Ansatz wir verfolgen. 

Redaktion: In der Öffentlichkeit tritt die VoD-Plattform PANTAFLIX bisher kaum in Erscheinung. Wann starten Sie eine große Werbekampagne, um die Marke bekannt zu machen und im Wettbewerb zu Amazon, Netflix + Co. zu positionieren?

Langefeld: Zunächst ist festzustellen, dass wir uns nicht in unmittelbarem Wettbewerb mit Amazon, Netflix + Co. befinden. Wir richten uns nicht wie die Mitbewerber an Kunden in einem spezifischen Land, sondern an eine Nationalität. Sekundär ist somit, in welchem Land sie leben, da wir die Expats ansprechen wollen. Somit ist auch unser Marketing anders ausgesteuert, als man das traditionell erwartet. Auch hier disruptieren wir bekannte Marketing-Strategien, erforschen neue Wege der Kundenakquise und -aktivierung. So eruieren wir gerade beispielsweise eine globale Zusammenarbeit mit einer der größten Expat-Plattformen, aber auch das digitale Performance-Marketing ist ein wichtiger Baustein, Google ist übrigens nur einer von vielen. 

Redaktion: Werden Sie dem Kapitalmarkt in den nächsten Monaten detailliertere Informationen bezüglich der aktuellen Entwicklung der VoD-Plattform zur Verfügung stellen? 

Langefeld: Wir verfügen bereits in dieser frühen Phase über eine sechsstellige Nutzerzahl, die schnell wächst. Wir planen in der Tat bereits im laufenden Jahr einen transparenten Einblick in die aktuelle Entwicklung zu geben. Wir befinden uns im Spannungsfeld zwischen den kollidierenden Interessen der Gesellschaft und denen des Kapitalmarktes. So wie es verständlich ist, dass man gerade für die Akquise von hochkarätigem Content aus Sicht der Gesellschaft nicht vom ersten Tag an einen umfassenden Einblick in die Nutzerzahlen geben möchte, gibt es natürlich das berechtigte Interesse von Investoren, das Wachstum des VoD-Bereichs anhand der Entwicklung der Nutzer transparent und möglichst zeitnah bewerten zu können. Wir werden diesem Interesse nachkommen.

Redaktion: Welche Impulse haben die Content-Deals mit Disney und STUDIOCANAL bisher für PANTAFLIX gebracht?

Langefeld: Zunächst einmal eine buchstäblich weltweit überwältigende Resonanz auf die Deals. Wir haben mittlerweile große Inhalteanbieter, die mit uns über eine weltweite Verbreitung ihrer Inhalte sprechen wollen, da auch in Hollywood ein Umdenken hinsichtlich der Distributionsstrategien stattfindet. Da sind spannende Dynamiken entstanden. Disney und STUDIOCANAL sind erst seit kurzem auf unserer Plattform verfügbar. Was wir sehen, ist ein großer Zuspruch nicht nur für die aktuellen Blockbuster, was zu erwarten wäre, sondern auch für den ganzen Film-Katalog. Unsere Kunden sind in der Tat „Movie Lovers“. Weitere Abschlüsse mit Content-Partnern sind somit zu erwarten. 

Redaktion: Stichwort Internationalisierung von PANTAFLIX: In wie vielen Märkten ist die Plattform inzwischen verfügbar? Und wie sieht die Ausbau-Planung für 2018 aus?

Langefeld: Wir sind mitten in einer weiteren Welle des globalen Roll-Outs. In Kürze werden wir den Cluster der englischsprachigen Länder abschließen, das inkludiert Australien, Südafrika und Kanada, um die größten Länder zu nennen. Im vierten Quartal 2018 planen wir, unser Geschäftsmodell auch nach Latein-Amerika zu bringen. Denn wir wollen den Sprachraum von insgesamt 400 Millionen Spanisch sprechenden Menschen weltweit erschließen. Wie gewohnt, werden wir Spanisch als Sprachoption auf allen Apps anbieten, d. h. die Plattform wird mit unseren Kunden dann auch in Spanisch kommunizieren. 

Redaktion: Welche Rolle spielt China für das VoD-Geschäft?

Langefeld: Chinesische Expats haben für uns als Ziel- und Sprachgruppe eine große Bedeutung. Als ersten wichtigen Schritt zur Entwicklung dieses Geschäftsfeldes bieten wir bereits seit Ende 2017 unser komplettes System auf Mandarin an, um eine chinesische Zielgruppe bedienen zu können. Der nächste Schritt ist nun der Ausbau von relevantem und spannendem Programm für diese Zielgruppe.

Redaktion: Herr Maag, welche neuen Großprojekte gehen Sie aktuell an? Auf der Produktionsseite bzw. auf der VoD-Plattform?

Maag: Wir freuen uns auf den Start unserer nächsten Zusammenarbeit mit AMAZON und Warner Bros. Die zweite Staffel der weltweit großartig funktionierenden Serie „You are Wanted“ haben wir mittlerweile fertiggestellt und sie wird ihre globale Premiere im Mai feiern. Zurzeit drehen wir den nächsten großen Kinofilm unserer Stars Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer: „100 Dinge“ wird sicher ein großes Kinoereignis und wir starten den Film im Dezember dieses Jahres in den Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Produktionsbücher sind voll, unter anderem planen wir unser erstes englischsprachiges Kinoprojekt „Resistance“ ebenfalls in 2018 zu drehen. Die Hauptrollen spielen Jesse Eisenberg und Matthias Schweighöfer. Wie schon bei „You are Wanted“ werden wir diesen Film weltweit vermarkten. 

Die digitale Infrastruktur, die wir mit unserer VoD-Plattform geschaffen haben, wird uns schon bald in jede Ecke der Welt liefern lassen – spätestens dann muss unser Produktionsgeschäft auch online und bestenfalls auch international positioniert sein.

Redaktion: Wie ist es um die finanzielle Leistungsfähigkeit von PANTAFLIX bestellt? 

Maag: Wir verfügen über eine sehr solide Kapitalbasis, um weiter aggressiv in unser Wachstum zu investieren und unsere Ziele aus eigener Kraft zu erreichen. So haben wir beispielsweise für den gesamten kostenintensiven Aufbau unserer VoD-Plattform und der damit verbundenen Infrastruktur keine Schulden aufgenommen. Diese Philosophie unterscheidet uns fundamental von vielen anderen Unternehmen im Tech-Sektor. Darauf sind wir stolz. Mit den positiven Geschäftszahlen für 2017 und der erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung im Oktober 2017 sind wir finanziell besser aufgestellt als je zuvor. Dies bietet uns eine solide Grundlage für weiteres aggressives Wachstum.

Redaktion: Mit welchen Maßnahmen wollen Sie auf den jüngsten Kursverfall reagieren und die Investoren beruhigen bzw. neues Vertrauen am Kapitalmarkt aufbauen?

Maag: Wir haben mit sehr vielen wichtigen Investoren gesprochen und ihnen unsere Sicht der Dinge geschildert. Wir wissen schon seit Längerem, dass wir über sehr viele sehr sachkundige Investoren verfügen, die uns gerade jetzt in unserem klaren Kurs bestärkt haben. Je mehr die Leute über das Distributionsgeschäft wissen, desto mehr sind sie von unserem Ansatz und vor allem unserer Umsetzung überzeugt. Wir wollen hier selbstverständlich mehr Aufklärung schaffen und sind uns sicher, dass dies bereits kurzfristig zu einer Neubewertung der Gesellschaft führen wird.

Das Interview ist eine Kooperation von wallstreet:online mit www.4investors.de.

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