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ETFs Auf den Index kommt es an

05.04.2018, 14:00  |  786   |   |   

ETFs werden gerne als kostengünstige Möglichkeit angepriesen, um gut diversifiziert in ein Marktsegment zu investieren. Finanzberater sollten jedoch genauer hinschauen, bevor sie ihren Kunden passive Indexprodukte ans Herz legen. Denn manche Indizes sind nur ungenügend diversifiziert.

Hierzulande verwalten Exchange Traded Funds (ETF) etwas mehr als 20 Prozent des in Fonds investierten Aktienvermögens, Tendenz weiter steigend. Die beiden Hauptgründe für den Siegeszug der smarten Produkte sind schnell genannt: Sie gelten als günstig, und sie ermöglichen, mit wenig Aufwand breit diversifiziert in einen Markt zu investieren. Theoretisch jedenfalls. In der Praxis sieht es manchmal ganz anders aus. Das wird an einigen Beispielen deutlich.

Augen auf beim Index-Kauf

Leider halten nicht alle ETFs ihr Versprechen, einen gut diversifizierten Zugang zu einem bestimmten Kapitalmarkt zu bieten. Hintergrund: ETFs dürfen anders diversifiziert sein als herkömmliche Investmentfonds. Gemäß UCITS-Regularien darf bei aktiv verwalteten Fonds der Maximalanteil einer Aktie bei zehn Prozent liegen. Zudem dürfen alle Fondspositionen, die mehr als fünf Prozent des Fondsvermögens ausmachen, zusammen nicht mehr als 40 Prozent betragen. Für Index-Tracker gilt diese so genannte 5/10/40-Regel nicht. Sie dürfen maximal 20 Prozent des Fondsvermögens in einzelne Titel investieren. In Extremfällen können es sogar bis zu 35 Prozent sein. Wer als Anlageberater seinen Kunden einen Index-Tracker ins Depot legen will, sollte sich die Zusammensetzung des Index also genau ansehen.

Beispiele für gute und weniger gute Indizes

Ein prominentes Beispiel für weniger gut diversifizierte Indizes ist der DivDAX. Der Index vereint die 15 Top-Dividendenzahler im DAX 30, gewichtet nach Marktkapitalisierung. Ohnehin sind 15 Indexwert nicht besonders viel, doch schon allein die fünf größten Positionen BASF, Allianz, Daimler, Siemens und Bayer machen rund 50 Prozent des Indexgewichts aus. Wer nach breiter streuenden Indizes auf dividendenstarke europäische Aktien sucht, sollte sein Augenmerk beispielsweise auf den LibertyQ European Dividend richten. Dieser Index enthält gut 50 Aktien. Zudem sind die Qualitätskriterien dieses Index bei der Auswahl deutlich besser als beim DivDax, der bei der Auswahl des Aktienkorbs nur die Dividendenausschüttungen der Vergangenheit berücksichtigt.

Ein weiteres Beispiel für einen Index, der nur ungenügende Diversifikation bietet, ist der EURO STOXX Telecom 30-15. Dieser Index besteht aus gerade einmal zwölf Titeln. Knapp 30 Prozent des Indexgewichts macht die Deutsche Telekom aus. Die spanische Telefonica und die französische Orange folgen mit jeweils rund 15 Prozent. Diese drei Aktien stehen zusammen also schon für 60 Prozent des Index. Angesicht von bis zu 0,5 Prozent an jährlichen Verwaltungskosten für einen ETF sind Einzelinvestments hier vermutlich die bessere Wahl – oder ein ETF auf einen Index, der diesen Namen tatsächlich verdient. Zum Beispiel ein ETF auf den STOXX Europe 600 Telecom oder den MSCI Europe Telecommunications. Beide Indizes umfassen jeweils rund 25 Aktien.

Als letztes Beispiel einer Reihe weniger gut diversifizierter Indizes sei an dieser Stelle noch der NYSE Arca Gold Bugs genannt: Der Index konzentriert sich auf 18 Goldminenaktien. Die drei größten Positionen Newmont Mining, Barrick Gold und Goldcorp machen in der Summe rund 40 Prozent des Index aus. Für dieses ohnehin volatile Marktsegment ist das ein recht eng gestricktes Index-Paket. Wer als Finanzberater seinen Kunden mehr Diversifikation bieten will, greift beispielsweise auf ETFs mit dem NYSE Arca Gold Miners als Benchmark zurück. Der Index umfasst immerhin 53 Aktien und hat damit fast dreimal so viele Titel im Gepäck wie sein „Bugs“-Namensvetter. Manchmal macht eben ein kleines Detail einen großen Unterschied.

(MvA)

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