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Spannende Trading-Chancen nutzen mit Aluminium

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Gastautor: Stefano Angioni
06.04.2018, 14:45  |  572   |   

Das Industriemetall ist derzeit in aller Munde, nicht nur wegen der Strafzölle von US-Präsident Donald Trump. Mit welchen Strategien Anleger von Preistrends profitieren können.

Für Anleger hatte Aluminium in den vergangenen Monaten einige interessante Trading-Chancen zu bieten. Der Grund: ungewöhnlich starke Preisbewegungen. Zunächst der rasante Anstieg, der die Notierung an der Londoner Metallbörse LME gegen Ende des vergangenen Jahres bis auf knapp 2.300 US-Dollar je Tonne – und damit auf ein Mehrjahreshoch – hievte. Dann die Korrektur, durch die das Metall zwischenzeitlich wieder bis auf 2.050 US-Dollar je Tonne zurückgeworfen wurde. Umso spannender ist die Frage, wie es mit Aluminium weitergeht. Denn der Werkstoff ist nicht nur irgendein Metall, sondern aufgrund seiner Eigenschaften einer der wichtigsten Industrierohstoffe überhaupt. Worin liegen die Anlagechancen und welche Risiken sind bei Investments zu beachten?

Starker Einfluss von China

Aluminium wird insbesondere in der Verpackungsindustrie, im Bau und im Transportsektor eingesetzt. Angesichts der robusten Weltkonjunktur rechnen Marktkenner damit, dass sich der Bedarf an Primäraluminium in diesem und dem kommenden Jahr jeweils zwischen vier und fünf Prozent erhöhen wird. Impulse könnten dabei insbesondere von der Automobilindustrie ausgehen. Zum einen wegen steigender Fahrzeugabsätze; zum anderen, weil sich der Aluminiumanteil, der in Autos verarbeitet wird, kontinuierlich erhöht. Vieles wird insbesondere auch von China abhängen. Die Volksrepublik ist mit einem Weltmarktanteil von über 50 Prozent global der mit Abstand größte Aluminiumproduzent. Produktionskürzungen könnten den Preis beflügeln. Das war auch schon im vergangenen Jahr der Fall, als Peking angeordnet hat, die Produktion in 28 Städten zwischenzeitlich um 30 Prozent zurückzufahren, um so die Luftverschmutzung während der Wintermonate zu reduzieren.

Gefahr von Überkapazitäten

Auf der anderen Seite haben zahlreiche Aluminiumwerke ihre Produktion in den vergangenen Monaten infolge des höheren Preisniveaus hochgefahren, mit der Folge, dass die Lagerbestände seit Anfang des Jahres deutlich zugenommen haben. Analysten werten dies als Zeichen, dass die Notierungen kurzfristig noch weiter unter Druck geraten und im Laufe des Jahres bis auf 1.850 US-Dollar je Tonne fallen könnten. Und was ist mit den von US-Präsident Donald Trump beschlossenen Strafzöllen? Zwar wurde die EU kurzfristig von den Zöllen ausgeschlossen, dennoch geht die Marktmeinung derzeit dahin, dass die Sanktion, sofern der Handelskonflikt nicht eskaliert, lediglich den Preis für US-Aluminium beeinflusst, nicht aber das weltweite Preisgefüge nachhaltig beeinträchtigt.

Von Preistrends profitieren

Aus aktueller Expertensicht könnte es sich für Trader insbesondere lohnen, auf fallende Preise zu setzen. Etwa mit einem Mini Future Short (WKN: SC3CE2). Das Papier partizipiert mit einem Hebel von 3,3 an dem an der Londoner Metallbörse LME gehandelten Aluminium-Future. Sollte das Metall tatsächlich unter die 2.000-US-Dollar-Marke fallen, wären damit überproportionale Erträge möglich. Das Gegenstück zum Mini Future Short wäre ein Mini Future Long (WKN: SC7NS2). Diese Variante eignet sich für Anleger, die von steigenden Aluminiumpreisen ausgehen und daran gehebelt partizipieren möchten. Bei Mini Futures gilt es, einige Besonderheiten zu beachten: Zum einen sind diese Papiere neben dem Basispreis mit einer Stop-Loss-Marke ausgestattet; steigt Aluminium bei einem Mini Future Short entgegen der Erwartungen des Anlegers bis auf dieses Niveau, würde das Papier sofort fällig gestellt und mit einem Restwert zurückgezahlt. Bei einem Mini Future Long verhält es sich genau andersherum. Zum anderen verfügen Mini Futures über eine unbegrenzte Laufzeit. Das heißt, der Emittent „rollt“ regelmäßig vom auslaufenden Aluminium-Future in den nächstfälligen Kontrakt, damit Anleger durchgehend investiert bleiben können. Ein weiterer Aspekt sind die Finanzierungskosten: Sie entstehen – vereinfacht ausgedrückt – aus der Hebelwirkung. So zahlt der Inhaber eines Mini Futures Long lediglich die Differenz aus aktuellem Basiswertkurs und Basispreis. In diesem Fall wird der Basispreis vom Emittenten täglich um die Finanzierungskosten erhöht. Bei Mini Futures Short läuft es umgekehrt. Allerdings erhält der Emittent bei der Short-Variante Einnahmen aus dem Verkauf des Basiswerts. Diese werden am Geldmarkt angelegt und von der Finanzierungsmarge des Emittenten abgezogen.

Stefano Angioni, Derivate-Experte bei der SOCIETE GENERALE.

Stand: 06.04.2018. Weitere Informationen unter: sg-zertifikate.de

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Disclaimer

Gastautor

Stefano Angioni
Director Cross Asset Distribution, Société Générale

Stefano Angioni, Director Cross Asset Distribution bei der Société Générale, ist verantwortlich für Emission, Vertrieb und Vermarktung von Zertifikaten und Hebelprodukten. Er besitzt über 15 Jahre Branchenerfahrung bei verschiedenen Emittenten im europäischen Zertifikatemarkt. In seinen Beiträgen setzt er sich mit aktuellen Markt- und Produktthemen auseinander und zeigt Anlegern und Tradern Anlagelösungen und Investmentideen auf. Die Société Générale ist seit 25 Jahren kontinuierlich im deutschen Derivatemarkt aktiv und bietet Anlegern und Tradern eine der umfangreichsten Produktpaletten auf dem deutschen Markt.

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