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Der „kalte Krieg“ geht in die nächste Runde Dynamit liegt in der Luft

08.04.2018, 19:05  |  2954   |  17   |   

Das amerikanische Finanzministerium hat am 6. April weitere Sanktionen gegen Kreml-nahe russische Oligarchen verfügt, worauf Russland nun scharf reagieren will. Zeitgleich kündigte Trump eine Verdoppelung der Strafzölle gegen China an, nachdem nun auch China bei 128 amerikanischen Produkten einen Strafzoll einführen will. China will den Handelskrieg bis zum bitteren Ende durchführen. Damit drohen die Spannungen der USA mit Russland und mit China zu eskalieren. Die Weltbörsen reagierten am Freitag erneut mit Kurseinbußen wegen der Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China. Zudem enttäuschten die US-Arbeitsmarktdaten. Nur einige Börsen in Osteuropa stiegen gegen den fallenden Weltbörsentrend. Es lohnt also ein Blick auf die Börsen in Osteuropa zu werfen, vor allem aus Rumänien und der Ukraine.

Neue US-Sanktionen gegen Kreml-nahe Oligarchen

 

Das amerikanische Finanzministerium verfügte am 6. April weitere Sanktionen gegen Kreml-nahe Oligarchen wie gen Oleg Deripaska, Suleiman Kerimow, Wiktor Wechselberg und Kirill Schamalow. Nach den neuen Sanktionen werden alle Vermögenswerte der Betroffenen in den USA eingefroren. Zudem ist es Amerikanern nun verboten, Geschäfte mit den aufgeführten Unternehmen und Personen einzugehen.

 

Dem russischen Oligarchen Deripaska wird vorgeworfen, sich mit Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort im Jahr 2016 auf einer Yacht getroffen zu haben, um Strategien zur Beeinflussung des US-Wahlkampfes zu entwickeln.  Anwesend war damals auch die Vize-Primier Sergej Prichodko, wie ein Video des Callgirls mit dem Künstlernamen   Rybka bewies, die nun in Thailand in Untersuchungshaft sitzt und um Asyl in den USA bittet.

 

Keine konkreten Vergehen der Oligarchen erkennbar, aber…

 

Der Milliardär Kirill Schamalow hat die Tochter von Waldimir Putin geheiratet. Es wurden aber auch Sanktionen gegen den Gazprom-Chef Alexej Miller und dem Chef der VTB-Bank Andrej Kostin ausgesprochen. Insgesamt umfasst die Liste  38 russische Personen und Einzelpersonen. Der US-Finanzminister Steven Mnuchin begründete die neuen Sanktionen nicht mit konkreten Vergehen der Personen, sondern mit Russlands „bösartiger Tätigkeit“. Damit sollen die Gesamtheit der Aktivtäten  bestraft werden wie die Annexion der Krim, die Unterstützung des syrischen Regimes und die Versuche, westliche Demokratien zu untergraben und den US-Wahlkampf zu beeinflussen. Putin will nun die betroffenen Unternehmen und Personen unterstützen, aber auch scharf gegen die neuen US-Sanktionen reagieren. Auch das diplomatische  Verhältnis Großbritanniens mit Russland  ist nach der Giftattacke gegen den Ex-Spion Sergej  Skripal sprichwörtlich vergiftet.

 

Der Skripal-Fall erhöhte die diplomatischen Spannungen

 

Die amerikanische Regierung solidarisierte sich sofort nach der Giftattacke mit der britischen Regierung und wies russische Diplomaten aus, ohne dass der Fall, der an einen James Bond-Film erinnert,  bis heute aufgeklärt ist.  In solchen Fällen ziehen die USA und Großbritannien immer an einem Strang, so aber auch bei diversen Kriegen wie bei dem Irak-Krieg, der nur auf Lügen auch des amerikanischen  Geheimdienstes beruhte. Es ist daher verwunderlich, dass sich auch die deutsche Regierung ohne eigene Kenntnisse sofort mit der britischen Regierung solidarisierte. Auch  hier gab es eine Reihe von Diplomatenausweisungen, die nicht gerade dazu dienen, dass Vertrauen zu erhöhen und den Dialog zu verbessern.

 

Dynamit liegt in der Luft bei wichtigen Gesprächen

 

Dabei hat Trump nun sogar Putin zu einem Treffen in die USA eingeladen. Zudem wird sich Trump mit dem nord-koreanischen Präsidenten Kim im Mai treffen. Beide Gespräche sind von großer Bedeutung, denn aus einem „kalten Krieg“ kann auch ein richtiger Krieg werden und im Moment liegt, wo man auch hinschaut,  viel „Dynamit in der Luft“. Wehret den Anfängen! Es ist ohnehin rechtlich bedenklich, wenn Politiker voreilig und emotionsgeladen „Gott“ spielen wollen,  denn sie gefährden damit auch den Weltfrieden.

 

Der Handelskrieg zwischen USA und China droht zu eskalieren

 

Aber auch der Handelskrieg zwischen den USA und China droht nun zu eskalieren und aus den Fugen zu geraten. Denn nachdem nun die chinesische Regierung als Reaktion auf die US-Strafzölle nun ihrerseits Strafzölle für 128 amerikanische Produkte verfügte, will nun Trump die Strafzölle von 50 auf 100 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Sicherlich wird dies alles noch verhandelt, aber der Handelskrieg droht nun zu eskalieren, da  China bereit ist, den Handelskrieg mit dem USA aufzunehmen. Als Besitzer von amerikanischen Anleihen im Volumen von 1,4 Billionen US-Dollar sitzt China am längeren Hebel. Die USA dürften unter einen Handelskrieg genauso leiden wie China. Das BSP-Wachstum dürfte abnehmen.

 

Schwache US-Arbeitsmarktdaten belasten die Weltbörsen

 

Aber auch die US-Arbeitsmarktdaten enttäuschten bereits mit nur 103.000 neu geschaffenen Stellen am Freitag. Das große Job-Wunder ist unter Trump bisher ausgeblieben.  Die Qualität der Arbeitsstellen wird immer schlechter, denn es wurden 300,000 Vollzeitbeschäftige entlassen und 300.000 Teilzeitbeschäftigte neu eingestellt. Die Lohnstückosten stiegen um 0,3 Prozent, was auch erwarte wurde. Dennoch wird die FED die Zinsen in diesem Jahr weiter anheben, was später auch zur Belastung führen kann. Nun kommt die US-Berichtssaison und man wird dann sehen, wie sich die amerikanische Wirtschaft entwickelt, wobei der Ausblick wichtiger sein wird, als die Vergangenheits-Daten.

 

Schwache Weltbörsen, aber vereinzelt steigende bzw. stabile Osteuropa-Börsen als „sicherer Hafen“

 

Die Börsen reagierten auf Trumps Äußerungen gegenüber China am 6. April mit starken Kursverlusten. Der Dow Jones Industrial Index (DJI) gab um 2,34 Prozent auf 23.933 Indexpunkte nach, was immerhin schon wieder über 500 DJI-Punkte waren. Genauso stark war der Verlust 1987 beim Oktober-Crash, aber das machte damals über 20 Prozent-Index-Verlust aus.  Der DAX gab um 0,85 Prozent auf 12.180 Indexpunkte nach. Der russische RTS-Index gab um 1,36 Prozent auf 1236 Indexpunkte nach, liegt damit aber noch mit 7 Prozent im Plus während der DAX mit 5,2  Prozent und der DJI mit 2,32 Prozent im Minus ist. Gold kann bisher immer noch nicht von den politischen Unruhen profitieren, denn der Goldpreis stieg am Freitag nur um 0,56 Prozent  auf 1334 US-Dollar/Unze. Er ist in Euro aber noch in 1 Jahr  im Minus. Auch Kryptowährungen tendierte in den letzten Wochen nur seitwärts, der Bitcoin jetzt bei 5788 €. Die „Krypto-Manie“ scheint vorerst vorbei zu sein. Auch der Euro tendiert weiter seitwärts bei  1,23 EUR/USD. Dagegen sind einige Börsen aus Osteuropa wie die Börsen aus Rumänen und der Ukraine auf neuen Jahreshöchstkurse gestiegen. Es lohnt sich also, auch selektiv  in Osteuropa weiter zu investieren.

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17 Kommentare

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Kommentare

US-Präsident Donald Trump hat gegenüber dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron angekündigt, deutsche Premium-Automobilhersteller aus dem US-Markt auszusperren. Bei Macrons Besuch in Washington im April sagte Trump, er werde seine Handelspolitik beibehalten, bis keine Mercedes-Modelle mehr auf der Fifth Avenue in New York rollten. Dies berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf mehrere Diplomaten aus Europa und den USA.

Trump will keine Mercedes-Sterne mehr sehen |
Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10589235-trump-me…

Dann wird er wohl auch das Mercedes-Werk in Tuscaloosa/Alabama abreißen lassen!?
Wäre schade drum und brächte massenhaft Arbeitslose ein.
Aber für unsere Wirtschaftsbosse, die riesige Werke ins Ausland verlegten oder im Ausland aufbauten, weil sie dort billigere Arbeitskräfte fanden, wäre das eine vielleicht heilsame Lektion.

Globale Elektrooffensive. Mercedes-Benz investiert eine Milliarde US-Dollar in Tuscaloosa und schafft 600 neue Jobs
https://www.daimler.com/konzern/standorte/tuscaloosa/
Trump hat mit seinen angeblichen Schutzzöllen auf Stahl u. Aluminium ausgeteilt !

Mal sehen, wieviel er jetzt einstecken kann ?

Ein Handelskrieg wäre sicherlich auch für die USA schlecht.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Aus-G7-wird-G6-gegen-1-articl…
Trumps Wirtschaftskrieg trifft Deutschland
Es droht eine Dauerfehde von Strafzöllen, Gegenmaßnahmen und erneuten Vergeltungsschlägen.
In Deutschland stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Die USA verabschieden sich von jener Weltordnung, die sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs geprägt haben.
Freier Welthandel, Pariser Klimavertrag, Atomabkommen mit Iran - alles Schnee von gestern.
Die Nato hat Meldungen dementiert, wonach sie eine Eingreiftruppe aus 30.000 Soldaten unter führender Rolle Deutschlands plane. Stattdessen kündigt Generalsekretär Stoltenberg im SPIEGEL an, die "Einsatzbereitschaft weiter zu verbessern".
In einem Schreiben an die Redaktionen stellt die Nato klar, sie plane keine neue Eingreiftruppe. Vielmehr gehe es bei anstehenden Beratungen darum, die Bereitschaft der existierenden Truppen zu verbessern, ebenso ihre Bewegungsfähigkeit innerhalb Europas und über den Atlantik. Ziel sei es, die Reaktionsfähigkeit für den Fall eines unvorhersehbaren Angriffs zu verbessern...
Die Nato wolle überdies "mit unseren Bündnispartnern klären, welche zusätzlichen Einheiten im Krisenfall rasch abrufbar sind. Dies dient einer glaubwürdigen Abschreckung, und nicht dazu, Russland zu provozieren", so der Nato-Generalsekretär.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nato-dementiert-meldun…

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