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Großaufträge und Fusionen trotzen dem Trump-Blues

Gastautor: Thomas Hellener
09.04.2018, 07:24  |  4339   |   |   

Die ständigen Drohungen und dann wieder zeitweise Beruhigung im Handelsstreit zwischen den USA und China zerrt an den Nerven der Investoren. Erst droht US-Präsident Trump mal wieder per Twitter. Dann verteilt sein neuer Wirtschaftsberater Larry Kudlow kleine Beruhigungspillen. Nur wenige Stunden später gibt es eine erneute Zuspitzung im drohenden Handelskrieg. Trump holte zum erneuten Schlag mit der Zollkeule aus. Jüngster Stand: 1333 Produkte stehen nun auf der amerikanischen Zollliste, Peking reagierte mit 106 US-Produkten, denen nun 25 Prozent Aufschlag drohen. Die Listen stehen für jeweils 50 Milliarden US-Dollar an Importen. Klingt viel, ist für die USA aber nur rund ein Zehntel der China-Importe und für China etwa ein Drittel der US-Importe. Die US-Regierung hat nun bis Ende Oktober Zeit, um über eine Implementierung zu entscheiden. Doch was macht Trump? Er legte schon nach und fordert weitere Zölle auf chinesische Waren in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar. China reagierte prompt und kündigte „umfassende Gegenmaßnahmen“ an. Das letzte Wort ist also noch lange nicht gesprochen.

Diese Unsicherheiten lasten schwer auf den Märkten. Und Trump wird immer mehr zur großen Gefahr für die globalen Börsen. Das haben wir auch bei unserem weltweit investierenden Nachhaltigkeitsaktienfonds PRIMA – Global Challenges gemerkt. Wobei man sagen muss, dass dieser im ersten Quartal 2018 weit besser als DAX & Co. abgeschnitten hat. Während der deutsche Leitindex ein Minus von 6,3 Prozent verkraften musste, und der Eurostoxx 50 eines von -4,06 Prozent, zog sich der PRIMA – Global Challnges mit -2,1 Prozent sehr achtbar aus der Affäre. Dabei sorgten Werte wie Dassault Systemes, Autodesk und Renault für die positivsten Performancebeiträge, während Firstgroup, Herman Miller und von den deutschen Papieren im Fonds vor allem Nordex für negative Beiträge sorgte.

Kursrakete Nordex

Doch das war, wie gesagt, zum Ende des ersten Quartals. Kaum war Q2 angebrochen, startete die Aktie des Windanlagenbauers mit wahren Kurssprüngen durch. Ein Wochenplus von über 30 Prozent stehen hier zu Buche. Bei Nordex waren vor allem die Auftragseingänge im vorigen Geschäftsjahr ein Problem. Jetzt hieß es, dass das „Volumen der fest vereinbarten Neuaufträge“ gegenüber dem relativ schwachen Wert des ersten Quartals 2017 signifikant gesteigert werden konnte. Dabei wirkten sich besonders Neuaufträge aus Europa aus. Nordex erklärte darüber hinaus, dass es „zahlreiche Lieferaufträge von Stammkunden“ gab. Ein Lichtblick nach der langen Talfahrt der Aktie. Natürlich macht ein gutes Quartal noch kein starkes Gesamtjahr aus, aber die Zahlen zum ersten Quartal geben zumindest Anlass zu Hoffnung.

Bilden Renault und Nissan bald einen Riesen bei Elektroautos?

Bei Renault sorgt derweil die Möglichkeit einer Fusion mit Nissan für Phantasie im Markt. Beide Konzerne sind ja schon seit Längerem über eine "Allianz" miteinander verbunden, zu der auch der japanische Hersteller Mitsubishi gehört. Aktuell hält Renault 43 Prozent an Nissan, während Nissan mit 15 Prozent an Renault beteiligt ist. Zu den Fusionsplänen haben sich aber bisher weder die Unternehmen selbst, noch der französische Staat geäußert. Und dieser ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt. Paris könnte aber zum großen Stolperstein auf dem Weg zum formalen Zusammenschluss werden, da es seinen Einfluss auf den heimischen Autobauer nicht aufgeben will. Auf der anderen Seite werden aber nur Großkonzerne künftig eine gewichtigere Rolle in der Autoindustrie spielen, da sie Kostenvorteile in der Produktion erzielen können. Dies könnte sich insbesondere im Zuge der zunehmenden E-Mobilität als notwendig erweisen, da sowohl die schnelle Fertigung hoher Stückzahlen, als auch das gleichzeitige Anbieten mehrerer Antriebsvarianten von einem großen Konzern einfacher bewerkstelligt werden kann. Das wiederum spricht für eine Fusion der beiden „Allianz-Beteiligten“, die beide heute schon starke Zahlen beim Verkauf von Elektroautos vorweisen können. Renault ist derzeit der führende Anbieter von Elektroautos in Europa mit einem Marktanteil von 23,8 Prozent. Die Anzahl der registrierten Fahrzeuge des E-Modells Zoe stieg 2017 um starke 44 Prozent. Und schaut man auf Nissan, so ist der Leaf gar das meistverkaufte Elektroauto weltweit. Aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten sind das Fakten, die sehr gut zu unserem PRIMA – Global Challenges passen. Erst recht nach einer möglichen Fusion.

 

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