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Werden Biosimilars AbbVie 2018 Probleme bereiten?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.04.2018, 12:00  |  701   |   |   

AbbVie (WKN:A1J84E) hat hart daran gearbeitet, die Abhängigkeit von Humira, seinem meistverkauften Medikament, abzustellen. Aber Humira macht immer noch etwa zwei Drittel des Umsatzes des Unternehmens aus, daher ist man wegen des bevorstehenden Patentablaufs in Europa beunruhigt. Wenn die Biosimilars im Laufe dieses Jahres in Europa auf den Markt kommen — sollten sich die Anleger dann Sorgen machen?

Ein Megablockbuster kurz vor dem Ende

Humira ist ein weit verbreitetes Medikament bei der Therapie von einer Vielzahl von Autoimmunerkrankungen und hat sich dank immer mehr Verschreibungen und der jährlichen Preissteigerungen zum meistverkauften Medikament der Welt entwickelt.

Allein im vergangenen Jahr führte der zunehmende Einsatz von Humira unter anderem bei rheumatoider Arthritis zu einem weltweiten Umsatz von 18,4 Milliarden US-Dollar. Mit einem Jahresumsatz, der größer ist als die Marktkapitalisierung vieler kommerzieller Biotech-Unternehmen, wird es nicht einfach sein, die Umsätze zu ersetzen, die sich nach Ablauf der Humira-Patente auf Biosimilars verlagern.

In den USA werden Biosimilars erst in ein paar Jahren auf den Markt kommen, aber in Europa wird Humira bereits in diesem Jahr seine Exklusivität verlieren. Amgen (WKN:867900) und Biogen (WKN:789617) gehören zu den ersten, die Humira-Biosimilars in der EU im Jahr 2018 auf den Markt bringen werden.

Der internationale Umsatz belief sich im Jahr 2017 auf 6 Milliarden US-Dollar, 6,7 % mehr als im Vorjahr. Unternehmensweit trugen Deutschland und Großbritannien im vergangenen Jahr 2 Milliarden US-Dollar zum weltweiten Umsatz von AbbVie bei. Du kannst dir sicher sein, dass Humira einen guten Teil zu diesen Umsätzen beigetragen hat.

Europa hat die Nase vorn

Der US-amerikanische Biosimilar-Markt befindet sich erst im Anfangsstadium, der europäische ist dafür viel reifer. Dadurch gewinnen Biosimilars in Europa deutlich mehr Marktanteile als in Amerika. Beispielsweise haben Novartis (WKN:907122) und Celltrions Rituxan-Biosimilars dank Rabatten von 50 % oder mehr in nur etwas mehr als einem Jahr 80 % des Rezeptvolumens von Rituxan in Großbritannien erreicht.

Amgen und Biogen hoffen auf einen ähnlich starken Start. Im vergangenen Herbst hat Amgen einen Vertrag mit AbbVie abgeschlossen, der den Weg für die Einführung seines Humira-Biosimilars Amjevita in der EU in diesem Jahr frei macht. Anfang dieser Woche kündigten Biogen und der Mitentwickler Samsung Bioepis ein ähnliches Abkommen an, das die Einführung ihres Biosimilars Imraldi in den USA bis 2023 verzögert, es in Europa aber bereits im Oktober 2018 auf den Markt kommt.

Wenn alles nach Plan verläuft, wird Biogen als erstes Biopharmaunternehmen in Europa Biosimilars für alle wichtigen Anti-TNF-Autoimmunerkrankungen auf den Markt bringen: Remicade, Enbrel und Humira. Da Biogen bereits zwei Anti-TNFs in der EU vermarktet und seine Biosimilars bereits 500 Millionen US-Dollar pro Jahr einbringen, sollte das Unternehmen in der Lage sein, mit Imraldi schnell hohe Umsätze zu erzielen.

Unterm Strich

AbbVie gibt den Markt in Europa auf, aber die Geschäfte mit Amgen und Biogen werden den Umsatz von Humira in den USA für weitere fünf Jahre sichern, was angesichts der Tatsache, dass der US-Markt den Löwenanteil des Humira-Umsatzes ausmacht, von entscheidender Bedeutung ist.

Ich gehe davon aus, dass sich die Humira-Biosimilars in Europa schnell durchsetzen werden, da Amgen und Biogen sich auf Preisvereinbarungen mit einzelnen EU-Mitgliedsländern einigen. Wenn ich Recht habe, dann könnte AbbVie ähnliche Marktanteilsverluste bei Humira verzeichnen wie bei Rituxan.

Dennoch handelt es sich nicht um unüberwindbare Umsatzeinbußen. Die Pipeline von AbbVie umfasst mehrere Blockbuster-Medikamente, die in den nächsten ein bis zwei Jahren zugelassen werden könnten, und die Einnahmen aus diesen Medikamenten könnten jeden Rückgang der europäischen Humira-Umsätze mehr als ausgleichen. Der US-Markt wird wohl eine andere Geschichte sein. Ich denke jedoch, dass wir noch weit genug von einer US-Biosimilar-Einführung entfernt sind, sodass AbbVie Zeit hat, diese Bedrohung abzuwehren.

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