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ETF-Preiskampf geht in die nächste Runde

Gastautor: Thomas Gräf
12.04.2018, 09:24  |  684   |   |   

Im Kampf um Marktanteile senken die Anbieter von passiven Investmentfonds radikal die Preise. Nach BlackRock, DWS, Lyxor, Vanguard und State Street hat nun auch der Asset-Manager Fidelity nachgezogen und neue Produkte mit niedrigen Gesamtkostenquoten aufgelegt.

 

Der jüngste Vorstoß an der Front des Gebührenkriegs kommt von dem Asset Manager Fidelity. Das auf den bermudas beheimatete Fondshaus bringt gleich eine ganze Batterie von niedrigpreisigen Index-Trackern an die Front: sechs Aktienfonds, die in Irland aufgelegt werden. Und bei drei weiteren, in Großbritannien verwalteten Fonds senkt Fidelity radikal die Kosten.

 Zuvor hatten sich bereits BlackRock, DWS, Lyxor, Vanguard und State Street Global Advisors beim Kampf um Marktanteile einen Schlagabtausch geliefert und die Gebühren bei Tracker-Fonds kräftig gesenkt. Im März hatte Lyxor ganze 16 ETFs aufgelegt, bei denen die Gesamtkostenquote (TER) zwischen 4 und 12 Basispunkten  liegt.

Daraufhin reduzierte der Initiator Vanguard die Gesamtkostenquote bei seinen Produkten auf im Schnitt 16  Basispunkte – im US-Markt liegen die Gebühren laut Vanguard sogar nur bei 11 BP.

Investments in ETFs um 22 Prozent gesunken

Die neuen Produkte aus dem Hause Fidelity bilden Aktienindizes in Europa, den USA, Japan und der Pazifikregion nach. Die Management-Fees der Fonds sollen zwischen 0,06 und 0,2 Prozent liegen. Laut Nick King, dem Chef der ETF-Sparte bei Fidelity, steht das Auflegen der neuen Fonds in Irland in keinem Zusammenhang mit dem Brexit. Allerdings können Fondsmanager mit Sitz in Großbritannien ihre Produkte nach dem Austritt des Königreichs aus der EU ihre Produkte nicht mehr so einfach wie bisher in Europa verkaufen. Für Produkte aus Dublin oder Luxemburg gilt das nicht.

Der Preiskrieg der ETF-Anbieter fällt zusammen mit einem nachlassenden Interesse an passiven Investmentprodukten; im ersten Quartal 2018 investierten Anleger 27,4 Milliarden US$ in ETFs – ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber Q1 des Vorjahres.

Insgesamt reduzierte die Asset-Management-Branche die Gebühren in den vergangenen zwei Jahren um 2 Prozent bei aktiven Produkten und um 16 Prozent bei passiven Fonds. Der Löwenanteil der Kostenreduzierung fand jedoch schon 2016 statt. Gleichzeitig stiegen die Kosten für das Management 2017 um 8 Prozent – bei einer durchschnittlichen Jahresrate von 3 Prozent.

(TG)

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