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Marktkommentar: Daniel Hardt (alpha beta asset management): Quo vadis? Aktienmärkte in 2018
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Marktkommentar Daniel Hardt (alpha beta asset management): Quo vadis? Aktienmärkte in 2018

Nachrichtenquelle: Asset Standard
13.04.2018, 12:25  |  633   |   |   

Weitaus wahrscheinlicher als ein mögliches Ende des Wirtschaftszyklus könnte eine Fortsetzung der begonnenen Kurskorrektur sein.

Kurskorrekturen an den Aktienmärkten und die Rückkehr der Volatilität führten im 1. Quartal 2018 dazu, dass sich die Stimmung bei vielen Investoren merklich verschlechtert hat. Mit gemischten Gefühlen werden das absehbare Ende der globalen Niedrigzinspolitik und die höheren Inflationsprognosen betrachtet, die in Zukunft kreditfinanzierte Investitionen von Unternehmen merklich teurer werden lassen könnten.

Darüber hinaus werden die erratisch anmutende Wirtschaftspolitik der Trump-Administration und die Androhung einer Angleichung US-amerikanischer Zölle an europäisches bzw. chinesisches Niveau als Bedrohung für den Welthandel wahrgenommen, zumal sie vom größten Fürsprecher des Freihandels erfolgt. All dies sind keine guten Voraussetzungen für einen optimistischen Ausblick in das weitere Aktienjahr 2018.

 

Steigende Aktienkurse und fortwährend neue Allzeithochs in einer Mehrzahl global bedeutender Aktienmarktindizes versetzten die Aktienmärkte für eine lange Periode in eine Hochstimmung, in der zwar vereinzelte kritische Stimmen zu Marktbewertungen zu vernehmen waren, diese aber durch kontinuierlich steigende Aktienkurse schnell verhallten. Während der S&P 500 im vergangenen Jahr sogar das Kunststück vollbrachte, auf Total-Return-Basis jeden einzelnen Monat mit einer positiven Wertentwicklung abzuschließen, erreichte der Volatilitätsindex VIX, der die Schwankungsbreite des S&P 500 misst, neue Allzeittiefs und ließ den Eindruck entstehen, dass Kursgewinne ohne Risiko zu erwirtschaften seien. Seit den dunkelsten Tagen der Finanzkrise im Jahr 2009 hat der S&P 500 auf Total-Return-Basis über 350% an Wert hinzugewonnen. Hierbei handelt es sich um eine der längsten Hausse-Perioden in der Geschichte des Index. Ein mögliches Ende dieser langen Erfolgsgeschichte wirft zwangsweise die Frage auf, ob wir nun am Anfang einer großen Aktienmarktkorrektur stehen, die mit einer neuen Wirtschaftsschwäche einhergeht, oder ob am Aktienmarkt lediglich Kursübertreibungen zurückgenommen werden.

Die oben beschriebenen Sorgen hinsichtlich höherer Notenbankzinsen und Inflationserwartungen, zumal durch eine robuste Weltwirtschaft und positive Arbeitsmarktzahlen ausgelöst, deuten auf eine späte Phase im Wirtschaftszyklus hin. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Notenbanken trotz der Reduzierung wirtschafts- und marktunterstützender Maßnahmen auch weiterhin eine sehr konjunkturfreundliche Geldpolitik betreiben und im Notfall auch bereit sein werden, diese wieder auszuweiten. Die Gefahr für den Welthandel, die durch wirtschaftspolitische Aktionen bzw. „Handelskriege“ ausgelöst werden, halten wir zwar für gegeben, zweifeln aber eine signifikante Auswirkung auf die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Weltwirtschaft an, die manche Analysten diesem Thema beimessen.

Weitaus wahrscheinlicher als ein mögliches Ende des Wirtschaftszyklus in den kommenden Monaten könnte hingegen eine Fortsetzung der begonnenen Kurskorrektur aufgrund von zu hohen Bewertungen sein. Zwar verweisen viele fundierte Studien darauf, dass die Aktienmärkte grundsätzlich zwar hoch bewertet, aber eben nicht überbewertet seien, dennoch sehen wir in dem Mix aus höheren Zinsniveaus und ansteigendem Lohndruck für Unternehmen in den USA sowie der Wiederkehr der Volatilität in Bezug auf Aktienmarktbewertungen zunehmend Gegenwind für höhere Aktienkurse. Letzteres betrifft insbesondere Technologieaktien, die mittlerweile über 23% des S&P 500 Indizes ausmachen. Für europäische Unternehmen kommt zu dem noch als Belastungsfaktor der Wertanstieg des Euros hinzu. Aus Investorensicht ist außerdem anzunehmen, dass die Kursverluste seit Jahresbeginn in vielen Fällen das Risikobudget für Aktiengewichtungen merklich beschränken dürften.

Die Normalisierung der Volatilität sowie eine höhere Wahrscheinlichkeit für potenziell weitere Kursverluste halten wir in einem begrenzten zeitlichen Rahmen prinzipiell für eine gesunde Entwicklung an den Aktienmärkten. In einem solchen Umfeld bedarf es eines sehr aktiven Risikomanagements und der Bereitschaft, die Aktienquote bei Bedarf auch signifikant zu senken. Dabei sollte aus unserer Sicht aber nicht der Blick für potenzielle Einstiegsmöglichkeiten in erfolgversprechende Einzelregionen oder -sektoren verlorengehen, der sich in Zeiten erhöhter Volatilität wieder ergeben kann.

 

 

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