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Netflix verfolgt beim Marketing dieselbe Herangehensweise wie beim Content

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.04.2018, 14:45  |  380   |   |   

Netflix (WKN:552484) hat keine Angst davor, jetzt richtig viel Geld für langfristige Investitionen in die Hand zu nehmen. Man produziert selbstständig mehr eigene Serien und Filme. Das kostet irre viel Geld. Aber man erwartet, dass man von dieser exklusiven, unbefristeten weltweiten Lizenz für diese Inhalte letztlich zu profitieren.

Warum also nicht die gleiche Philosophie auf die Marketingausgaben anwenden? Netflix ist angeblich derzeit in Gesprächen mit eine kleinen Plakat-Firma namens Regency Outdoor Advertising in Los Angeles. Man will diese für mehr als 300 Millionen Dollar erwerben.

Das würde Netflix exklusiven Zugang zu den Werbetafeln auf dem Sunset Strip, außerhalb des LAX Flughafens, nahe dem UCLA Campus, außerhalb des Stadions der Los Angeles Angels sowie entlang der oft verstopften Highways in Los Angeles geben. Aber Netflix erwartet auch, seine Marketingausgaben ab diesem Jahr zu erhöhen, und solche Akquisitionen könnten es dem Unternehmen ermöglichen, auf lange Sicht das Beste aus den Investitionen herauszuholen.

Original-Inhalte sind gut – wenn jeder sie mitbekommt

Netflix erwartet, seine Marketingausgaben von 1,3 Milliarden Dollar im Jahr 2017 auf 2 Milliarden Dollar im Jahr 2018 zu erhöhen. Netflix‘ Erklärung für die enorme Zunahme des Marketings liefert nicht wirklich stichhaltige Informationen. Dort heißt es nur lapidar: „Unsere MaFo-Ergebnisse zeigen, dass es sich lohnt.“

Der einfache Grund für den großen Marketing-Schub in diesem Jahr ist, dass Netflix versucht, sein Geld so effizient wie möglich einzusetzen. Irgendwann lohnt es sich nicht mehr, noch eine weitere Serie zu schaffen, wenn niemand die letzten sehen konnte; dieses Geld sollte also besser für die Vermarktung seiner bisherigen Serien oder Filme verwendet werden. Mit 700 Original-Inhalten, die 2018 erscheinen, hat Netflix eine Menge im Bereich Marketing zu tun.

Netflix konzentriert sich in erster Linie auf die Werbung für seine Original-Inhalte in den Vereinigten Staaten, wo man bereits fast 55 Millionen Streaming-Abonnenten hat. Das ist mehr als 50 % Durchdringung jener US-Haushalte, die über Breitband-Internet verfügen.

Die meisten Amerikaner wissen zumindest, was Netflix ist, aber sie haben vielleicht keinen guten Grund, sich anzumelden. Die Botschaft, dass Netflix exklusive, eigene Inhalte hat, wo für jeden was dabei ist, soll der Schlüssel sein, mit dem man noch den Rest der Haushalte gewinnen will.

Warum mieten? Warum nicht besitzen?

Netflix beschloss einst, mit der Produktion eigener Inhalte zu beginnen, da die langfristigen Kostenvorteile den kurzfristigen Druck auf den Cashflow überwiegen. Heißt, eine große Anzahlung im Voraus, die auf lange Sicht Geld spart.

Deswegen versteht man vielleicht, warum Netflix ein Angebot für Regency Outdoor abgeben will, bei denen Unternehmen ihre Plakate mieten. Der Kauf eines Plakatunternehmens bedeutet, dass Netflix freien Zugang hat, um seine neuesten Originale zu bewerben.

Ebenso wichtig ist, dass man sich keine Sorgen darüber machen muss, dass konkurrierende Unternehmen dagegen bieten. Weniger Leuten sehen fern, deswegen fließen Werbegelder aus dem Fernsehen ab und verstärkt und in digitale und Outdoor-Medien. Zwischen 2017 und 2020 wird ein Anstieg der weltweiten Werbeausgaben für Outdoor-Medien um 8 % erwartet. Ein Kauf jetzt kann Netflix vor noch höheren Preisen für Werbeplakate in der Zukunft schützen, wenn mehr und mehr wieder auf Plakate setzen.

Netflix verfolgt den langfristigen Ansatz beim Aufbau seiner Content-Bibliothek; nur logisch, dass man den gleichen langfristigen Ansatz bei der Vermarktung dieser Inhalte verfolgt. Das Unternehmen will seine Marketingausgaben nicht jedes Jahr erhöhen müssen, daher ist es ein kluger Ansatz, einmal zu zahlen und viele Jahre lang daraus den Nutzen zu ziehen.

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