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Der eine Grund, warum GEA-Aktionäre seit 5 Jahren enttäuscht werden

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.04.2018, 09:21  |  472   |   |   

Die GEA Group (WKN:660200) ist eigentlich ein Unternehmen, wie viele von uns Fools es lieben: langfristig wachsender Zielmarkt, starke Marktstellung, tendenziell steigende Dividenden und Kontinuität im Management. Aber wer im Schlussquartal 2013 eingestiegen ist, der hat bis heute keine Kursgewinne gesehen. Grund genug für Anleger, einmal genauer hinzuschauen, was dort schiefläuft.

So toll ist GEA

Es liest sich ausgezeichnet, was in der Unternehmenspräsentation steht: „Markt- und Technologieführer“, „einzigartiges Geschäftsmodell“, „führende Prozesstechnologie“, „weltweite Präsenz“. Alles sprüht vor Kundennähe, Nachhaltigkeit, Tatendrang, Exzellenz, Innovation und intelligenten Systemlösungen.

Die starke Stellung in der Nische der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie soll weiter ausgebaut werden. Megatrends wie „Urbanisierung“, „höhere Qualitätsstandards“ und „strengere Umweltvorschriften“ treiben das Geschäft.

Außerdem findet die Prozesstechnik ständig neue Anwendungsfelder, z.B. in der chemisch-pharmazeutischen Industrie oder auf Containerschiffen. Sogar beim Hype-Thema Lithiumgewinnung ist man seit einiger Zeit dabei. Ergänzt wird das Produktgeschäft durch umfassende Services, die einen wachsenden Anteil am Gesamtumsatz ausmachen.

Die Ergebnisse sind weniger toll

Bei so hervorragenden Voraussetzungen könnte man denken, dass GEA jährlich neue Gewinnrekorde feiern würde. Aber das Gegenteil ist der Fall: Obwohl ein guter Teil des Gewinns regelmäßig einbehalten wird, sinken alle wichtigen Kennzahlen seit Jahren. Umsatz und Profitabilität liegen heute unterhalb des Niveaus von 2011 mit entsprechend sinkendem Gewinn je Aktie.

Auch beim Aufbau von Eigenkapital war das Management nicht erfolgreich. Es liegt heute auf dem gleichen Niveau wie 2014. Fairerweise muss man dazusagen, dass letztes Jahr ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von EUR 429 Mio. Euro durchgezogen wurde. 37,41 Euro wurde dabei für jede Aktie bezahlt, also rund 20 % mehr als sie derzeit wert sind (Schluss 12.04.). Das sieht erst mal nicht nach guter Kapitalallokation aus.

Auch dass stattliche 151 Mio. Euro Bilanzeinbußen aufgrund von Währungseffekten angefallen sind, zeugt nicht gerade von einem starken Finanzmanagement. Der überaus schwache Euro von Anfang 2017 wurde also offenbar nur unzureichend abgesichert.

Interessanterweise fällt der Zeitpunkt, seit dem die Aktie auf der Stelle tritt, mit dem Verkauf der damals bedeutenden Wärmetauschersparte zusammen. Seither arbeitet das Management an seinem Konzernumbau und setzt viel Geld für diverse Akquisitionen im Nahrungsmittelbereich ein. Bis sich daraus etwaige positive Auswirkungen entfalten, dauert es erfahrungsgemäß einige Zeit.

Obwohl auf der Finanzebene aus meiner Sicht nicht alles optimal gelaufen ist, sind die Effekte wohl insgesamt nicht so riesig. Ein weiterer Faktor könnte noch gewichtiger sein.

Unruhe im Management

Bereits seit 2004 wird GEA vom ecuadorianisch-schweizerischen Maschinenbauingenieur Jürg Oleas geführt. Nächstes Jahr wird er planmäßig ausscheiden und die Suche nach dem Nachfolger läuft bereits. Schon das allein kann für Unsicherheit bei allen Beteiligten sorgen. Aktionäre und Mitarbeiter fragen sich gleichermaßen, wie es zukünftig weitergeht.

Zudem hat Oleas, wie bereits erwähnt, einen umfangreichen Konzernumbau angestoßen. Das Programm „Fit for 2020“ läuft weiterhin und soll eine strategische Neuausrichtung sowie schlankere und effizientere Strukturen mit mehr Kundennähe bringen. Geschäfte wurden in zwei Sparten und Landesgesellschaften zusammengefasst und interne Services vielfach ausgelagert. Das alles führt auf der Mitarbeiterebene zu zahlreichen Veränderungen, darunter andere Ansprechpartner, neue IT-Systeme und ungewohnte Abläufe.

Längst nicht jeder ist damit glücklich und offenbar gibt es noch an vielen Stellen Sand im Getriebe. Blickt man auf die Mitarbeiterbewertungen auf kununu, dann finden sich aktuell diverse Stimmen, die sich darüber beklagen. Das Management gibt einerseits zu, dass noch nicht alles so ist, wie man es gerne hätte, aber ist auf der anderen Seite überzeugt, dass sich das alles bald einspielen wird.

Für mich ist jedenfalls klar, dass dort die Ursache für die schwache Performance zu suchen ist. Unscharf definierte Verantwortlichkeiten und mangelnde Kommunikation sind Gift für die Motivation.

Worauf Aktionäre jetzt achten sollten

Ich denke, solange die Restrukturierungsmaßnahmen weitergehen und über die Nachfolge von Oleas keine Klarheit herrscht, wird sich an der beschriebenen Situation nicht viel ändern. Hoffnung macht hingegen, dass selbst die kritischen Mitarbeiter ihren Stolz auf das Produktportfolio ausdrücken. Die starke Technologieposition in einem stabil wachsenden Markt ist sicherlich eine gute Basis.

Gelingt es einerseits dem Vorstand um Oleas, klar Schiff zu machen und andererseits dem Aufsichtsrat, für nächstes Jahr einen Top-Mann (oder -Frau) an die Spitze zu hieven, dann könnte die GEA-Aktie wieder auf den Wachstumspfad einschwenken, auf dem sie von 2009 bis 2013 war. Denkbar wäre aber auch, dass zunächst zusätzliche negative Überraschungen die Anlegerstimmung weiter drücken, denn wirklich billig ist die Aktie trotz der Abschläge in meinen Augen immer noch nicht.

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