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Kriegsangst treibt Gold auf 20-Monatshoch

15.04.2018, 14:04  |  1020   |   |   

Aktueller Marktkommentar von Markus Blaschzok

Die Preise der Edelmetalle stiegen am Mittwoch kurzzeitig stark an, als die Angst vor einer militärischen Konfrontation zwischen den USA und Russland umherging. Von den Neocons getrieben, kündigte US-Präsident Trump einen völkerrechts- und verfassungswidrigen Angriff auf das souveräne Syrien an. Bereits über einen Tag vorher wurde durch internationale Beobachter belegt, dass es sich bei dem vermeintlichen Giftgasanschlag um eine inszenierte False Flag Operation der terroristischen Rebellen handelte und so nie stattgefunden hat. Russland hatte bereits vor Wochen vor einem solchen Ereignis gewarnt. Zweck dieser Operation unter falscher Flagge, sowie der letzten vermeintlichen Giftgasangriffe der Rebellen, ist die Einbeziehung der USA in den Konflikt. Damit wird scheinbar versucht in dem praktisch verlorenen Krieg das Ruder noch einmal herum zu reißen. Russland entgegnete, Raketen der USA abzufangen und deren Abschussbasen (Kriegsschiffe) im Falle eines Angriffes zerstören zu wollen. Ausgangspunkt und Intention erinnern stark an den Angriff auf die USS Liberty von 1967, dessen Ziel es war, die USA zu einem Atombombenangriff auf Ägypten zu bewegen. Damals waren die Atombomber bereits in der Luft und es war daher ein riesiges Glück, dass eine Instrumentalisierung der US-Streitkräfte gerade noch verhindert werden und so Millionen Menschenleben gerettet werden konnten. Das aktuell sehr außergewöhnliche Ereignis, dass die bundesrepublikanische Fregatte „Hessen“ den amerikanischen Kampfverband auf ihrem Weg ins Mittelmeer begleitet, lässt daher aufhorchen.

Die Angst vor einem erneuten Krieg, der sich zu einem Weltkrieg ausweiten könnte, wurde sofort an den Märkten eskomptiert und so stiegen die Preise der Edelmetalle, allen voran der Goldpreis, sowie auch der Rohölpreis, stark an. Zeitweise wurden signifikante Widerstände überwunden, sodass Gold aus der Flaggenformation zeitweise ausbrach und bis an den letzten Widerstand bei 1.365$ anstieg. Trader hatten diese Marke fest unter Beobachtung, denn ein Anstieg über 1.365$ hätte ein kurzfristiges Kaufsignal bedeutet. Die Psyche von Tradern, Spekulanten und Investoren ist bekannt, weshalb die Notenbanken hier vermutlich auch in den Markt eingriffen und den Goldpreis an einem weiteren Anstieg hinderten, um so ein Kaufsignal in letzter Sekunde zu verhindern. Und so kam es, dass der Widerstand hielt und der Preis von dort aus wieder bis auf 1.333$ fiel, nachdem Trump zurückruderte und seinen verbalen Ausraster relativierte.

Gold wäre fast aus der Flaggenformation bullisch ausgebrochen, als die Kriegsangst hochkochte.

Russischer Rubel fällt um 12%

Bereits am Montag, drei Tage vor der Kriegsdrohung der USA, kam der russische Rubel bereits unter massiven Verkaufsdruck und stürzte um 12% bis zum Mittwoch ab. Der Goldpreis in Rubel legte daraufhin auch sofort um 11% zu, was den Absicherungscharakter des Goldes gegen Währungsabwertungen noch einmal verdeutlicht. Scheinbar haben die Märkte eine mögliche Konfrontation der beiden Supermächte nach dem vermeintlichen Giftgasangriff bereits vorausschauend eingepreist.

Der russische Rubel stürzte um 12% in dieser Woche ab – wer sein Geld in Gold hatte, erlitt hingegen keine Verluste.

Gold zeigt enorme relative Stärke – die nächste Rallye darf man nicht verpassen

Die Edelmetalle korrigieren nun seit über drei Monaten, wobei Silber, Platin und Palladium unter Verlusten zu leiden hatten. Der Goldpreis verteidigt seither jedoch sein Hoch und probte in dieser Woche sogar den Ausbruch einer bis dato bullischen Flaggen-Fortsetzungsformation. Die Stärke des Goldes hat mehrere Gründe.

Zum einen zieht die ohnehin künstlich niedrig ausgewiesene Teuerung in der westlichen Welt wieder an. Diese führt letztlich zu einer Absicherung von Investoren gegen Inflation, die dafür den sicheren Hafen Gold suchen. Die Konsumentenpreise in den USA stiegen selbst nach offizieller Lesart um über 2% an, die Produzentenpreise stiegen auf Jahressicht über 2,5% und selbst die Lohnzuwächse liegen bei 2,9%. Rohöl hatte in dieser Woche den Widerstand bei 67$ überwunden, womit charttechnisch nun Raum nach oben frei wäre. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dieser Anstieg nachhaltig ist oder lediglich ebenfalls durch Kriegsangst getrieben wird.

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