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Die Fool-Gruselgeschichte: Wie ich mal zu früh verkaufte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.04.2018, 17:30  |  384   |   |   

Ich halte mich mittlerweile für einen ziemlich kompetenten Anleger, und ein großer Grund dafür ist, dass ich auf meinem Weg aus vielen Fehlern gelernt habe. Alle Investoren greifen irgendwann mal daneben, aber das Wichtigste ist eben, was man aus seinen Fehlern mitnimmt.

Ein großer Fehler, den ich einige Male gemacht habe, bestand darin, große Aktien zu früh zu verkaufen – und das, obwohl ich langfristig an die Unternehmen und den ihnen zugrunde liegenden Geschäftsmodelle glaube. Vor allem drei Aktien sind Beispiele dafür, warum ein zu frühes Verkaufen einen Unmengen an Gewinnen kosten kann.

Vorsicht dann, wenn man fix die Gewinne einstreichen will

Mein Investition in Tesla Motors (WKN:A1CX3T) im Jahr 2011 bezeichne ich oft als meine beste und schlechteste Investition aller Zeiten gleichzeitig. Ich habe mein Geld in kurzer Zeit mehr als verdoppelt, aber die Aktie dann viel zu früh verkauft.

Hier ist die Kurzfassung, wie es passiert ist. Ich habe Tesla kurz nach dem Börsengang im Jahr 2011 für etwa 23 Dollar pro Aktie gekauft. Damals war das einzige Produkt des Unternehmens auf dem Markt der Tesla Roadster – ein extrem beeindruckendes Fahrzeug, aber als Mainstream-Autofirma war Tesla weitgehend unbekannt.

Im Laufe des nächsten Jahres begann der Tesla Model S an Fahrt zu gewinnen und die Aktie gewann an Wert. Ende 2012 wurde das lang erwartete Tesla Model S von Motor Trend sogar zum „Auto des Jahres 2013“ gekürt, und die Aktie stieg weiter an. Ein paar Monate darauf verkaufte ich meine Anteile für ungefähr 58 Dollar pro Stück, obwohl ich noch von Tesla überzeugt war und mein Investment in knapp über einem Jahr hatte verdoppeln können.

Damals dachte ich, ich hätte eine kluge Entscheidung getroffen. In den nächsten Jahren wurde das Modell S jedoch weiterhin ausgezeichnet und verkaufte sich besser als erwartet. Noch entscheidender: Tesla wurde zu einem ernstzunehmenden Player in der Autoindustrie. Derzeit steht die Aktie bei über 300 Dollar.

Den Trend zu früh für beendet erklären

War mein hektischer Verkauf von Tesla das einzige Mal, dass ich diesen Fehler beging? Leider, leider nein.

Als ich mitbekam, dass der Markt für OLED-Displays in den nächsten zehn Jahren regelrecht explodieren würde, kaufte ich im Jahr 2013 Aktien von Universal Display (WKN:917585) für knapp 25 Dollar das Stück. Einige Monate später wurden die Aktien bei ungefähr 49 Dollar gehandelt, und ich entschied mich, sie zu verkaufen – obwohl ich nicht glaubte, dass der OLED-Markt oder Universal Display sich seinem Potenzial überhaupt genähert hatten.

Nun, das Unternehmen entwickelte sich weiterhin gut, wobei die Aktie noch vor wenigen Monaten ihren Höchststand von 209 Dollar erreichte. Obwohl Universal Display inzwischen auf etwa die Hälfte seines Spitzenwertes gesunken ist – Grund: die Sorge, dass Apple sich für die Herstellung eigener OLED-Displays entscheidet –, hätte ich meine Investition noch einmal verdoppelt, wenn ich sie gehalten hätte.

Warum kurzfristiges Handeln falsch ist

Ich begann meine Laufbahn als Anleger Anfang der Nuller Jahre, und wie viele neue Investoren machte auch ich einen schwerwiegenden Anfängerfehler. Vor allem am Anfang dachte ich, dass man am besten zu Geld kommt, wenn man den Markt zu timet, verkauft und kauft – anstatt sich auf langfristige Werte zu konzentrieren.

Ein Beispiel war das Biotech-Unternehmen Repligen (WKN:870980), das ich 2004 zu einem Preis von nur 2,53 Dollar pro Aktie gekauft habe. Repligen ist ein Biopharma-Lieferant, der Produkte vertreibt, die zur Herstellung biologischer Arzneimittel benötigt werden.

Damals mochte ich das Unternehmen, und die Bewertung schien zu niedrig, um nicht zuzuschlagen. Leider hatte ich auf einen Sprung auf, sagen wir, 3 Dollar erwartet, und dann würde ich verkaufen und mich auf die nächste Aktie stürzen. Der Aktienkurs von Repligen lief einige Monate lang ins Leere, und ich verkaufte meine 1000 für Aktien etwas mehr, als ich dafür bezahlt hatte, obwohl ich von ganzem Herzen an das langfristige Potenzial des Unternehmens glaubte.

Und hier jetzt das schlimme Ende: 14 Jahre später ist Repligen zu einem wichtigen Player in der Branche herangewachsen, und die Aktien werden für rund 37,50 Dollar gehandelt. Meine 1.000 Anteile, die ich damals für knapp 2.500 Dollar verkaufte, würden heute 37.500 Dollar wert sein – eine Wertsteigerung von ungefähr 1.400 %.

Die Moral von der Geschicht’

Ganz sicher: Ich will niemanden davon abhalten, Aktien zu verkaufen. Es gibt sicherlich viele gute Gründe, eine Aktie zu veräußern. Sogar die größten langfristig denkenden Investoren, wie etwa Warren Buffett, verkaufen gelegentlich ihre Aktien aus einer Vielzahl von durchaus berechtigten Gründen.

Jedoch ist eine der wichtigsten Lektionen, die ich auf die harte Tour gelernt habe, dass man nicht aus den falschen Gründen verkaufen sollte. Ich hoffe, dass jemand aus meinen Erlebnissen lernt. Wenn man an das langfristige Potenzial eines Unternehmens glaubt und die ursprünglichen Gründe für den Kauf der Aktie immer noch zutreffen, empfehle ich dringend, dass man sich den Verkauf zweimal überlegt. Oder auch drei Mal.

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