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Marktkommentar: Guido Barthels (ETHENEA): It’s my way, or the highway!
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Marktkommentar Guido Barthels (ETHENEA): It’s my way, or the highway!

Nachrichtenquelle: Asset Standard
17.04.2018, 10:20  |  819   |   |   

Das enfant terrible des internationalen Politikzirkus sticht u. a. dadurch hervor, dass er die Posten in seiner Verwaltung ständig neu besetzt.

Nach knapp 1 ¼ Jahren als POTUS (President of the United States) hat Donald Trump mittlerweile 35 nicht unbedeutende Personen abserviert.¹ Als Europäer sollte uns das ja eigentlich nur am Rande interessieren, zumal die meisten von uns weder die Ämter noch die Personen kennen. Allerdings ist die ein oder andere Personalie durchaus nicht ohne Relevanz.


  Als Europäer sollte uns das ja eigentlich nur am Rande interessieren, zumal die meisten von uns weder die Ämter noch die Personen kennen. Allerdings ist die ein oder andere Personalie durchaus nicht ohne Relevanz. Gary Cohn beispielsweise, der dem Nationalen Wirtschaftsrat vorsaß, war dem Freihandel verschrieben. Sein Nachfolger Peter Navarro ist der Autor des Buches Death by China², in dem er nicht unumstrittene Thesen vertritt. Unter anderem macht er China dafür verantwortlich, dass Millionen amerikanischer Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Bei Präsident Trump rennt er mit diesem Protektionismus natürlich offene Türen ein. Die Verfilmung des Buches³ mit Martin Sheen als Erzähler, wird von Trump als must watch bezeichnet. Kruder Nationalismus mit populistischem Zungenschlag ist eigentlich unwürdig für ein Land, das immer für den Freihandel eintrat. Die Ankündigung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium durch die USA löste weltweiten Protest aus. Die temporäre Befreiung verschiedener Nationen sowie der EU hat lediglich zu Gegenmaßnahmen durch China geführt, die aber noch sehr verhalten ausfielen. Die Tatsache, dass aber nun ausgerechnet China die USA vor der WTO anklagt, wird noch als Treppenwitz in die Geschichte eingehen. Daran ändert auch die Gegenklage der Amerikaner wegen Diebstahls geistigen Eigentums wenig.

Sollten allerdings die USA wirklich Ernst machen und die Strafzölle erheben, könnten die Gegenmaßnahmen der betroffenen Staaten wirklich einen Handelskrieg auslösen. Die Analysten bei Bloomberg Intelligence rechnen in diesem Fall mit einem Rückgang des weltweiten BIP um 0,5% oder 470 Milliarden USD bis 2020⁴ (siehe Grafik 1). Und spätestens an dieser Stelle sollten auch uns Europäer die Personalien um Präsident Trump etwas mehr interessieren. Peter Navarro statt Gary Cohn war aus europäischer Sicht kein besonders gelungener Personalwechsel. Allerdings scheint Präsident Trump recht beratungsresistent zu sein – von FOX News einmal abgesehen – und es spricht einiges dafür, dass er seine engsten Mitarbeiter nur dann duldet, wenn sie ihm zustimmen. 


Grafik - Geschätzte Auswirkung eines Handelskriegs


Grafik 1: Geschätzte Auswirkungen eines Handelskrieges auf Welthandel und Welt-BIP.

Vielleicht können wir ja noch etwas dazu beitragen, indem wir POTUS zwei Lektüren nah ans Herz legen.

  1. An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations by Adam Smith⁵
  2. Principles of Political Economy and Taxation by David Ricardo⁶

Beide Bücher sind sogar auf Amazon erhältlich und enthalten auch einige Illustrationen. Sie befassen sich unter anderem mit der Thematik des Handels zwischen Nationen. Während Adam Smith nur den absoluten Kostenvorteil beim Handel im Fokus hatte, hat David Ricardo gut 40 Jahre später um 1817 das Konzept des komparativen Kostenvorteils entwickelt. Dieser besagt, dass der Handel selbst dann lohnenswert für zwei Nationen ist, wenn eine Nation bei allen Produkten ineffizienter produziert als die andere. Laut Ricardo sollte die ineffizientere Nation dann eben das Produkt herstellen und handeln, das relativ gesehen noch am effizientesten ist.

Man kann das am einfachsten an einem simplen Beispiel erläutern. Grafik 2 zeigt das Beispiel von zwei Nachbarn. Nachbar A ist bei beiden Gartenarbeiten erheblich ineffizienter als Nachbar B. Laut Adam Smith müsste eigentlich damit Nachbar B die gesamte Arbeit übernehmen, da er am effizientesten ist. Laut Ricardo ist es sinnvoll für beide Nachbarn, wenn sie sich die Aufgaben teilen und jeder die Arbeit ausführt, die er relativ gesehen am besten macht. Es sollte daher Nachbar A beide gleich großen Rasenflächen mähen und Nachbar B beide gleich großen Hecken schneiden, da A relativ gesehen am besten Rasenmähen kann. In dem Fall würde Nachbar A zwei Stunden Arbeit sparen, aber selbst der effiziente Nachbar B hätte noch eine Stunde Zeitersparnis.

Tätigkeit

Nachbar A

Nachbar B

 

Tätigkeit

Nachbar A

Nachbar B

Rasenmähen

6 Std.

3 Std.

 

Rasenmähen

12 Std.

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