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Marktkommentar: Manraj Sekhon und Chetan Sehgal: Schwellenländer erleben ein volatiles erstes Quartal
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Marktkommentar Manraj Sekhon und Chetan Sehgal: Schwellenländer erleben ein volatiles erstes Quartal

Nachrichtenquelle: Asset Standard
17.04.2018, 12:10  |  797   |   |   

Die weltweiten Aktienmärkte wurden im 1. Quartal 2018 von Volatilität heimgesucht –die Schwellenländer waren alles andere als immun.

Manraj Sekhon, CIO, und Chetan Sehgal, Senior Managing Director und Director of Portfolio Management, von Franklin Templeton Emerging Markets Equity stellen die Einschätzung des Teams zu den Entwicklungen im Schwellenländeruniversum während des ersten Quartals 2018 dar und werfen einen Blick auf die möglichen Auswirkungen der jüngsten Handelsspannungen zwischen den USA und China.

Drei Dinge, die uns heute beschäftigten: 

1. 

Die Vereinigten Staaten sind ein bedeutender Nettoimporteur von Waren, und allein auf China entfallen fast 60 % des USA-Handelsdefizits. Daher könnten die von der US-Regierung eingeleiteten protektionistischen Maßnahmen möglicherweise Auswirkungen auf die chinesischen Exporte in die USA haben. Trotz Gegenmaßnahmen Chinas erwarten wir keinen offenen Handelskrieg. China richtet seine Wirtschaft strukturell neu aus und verringert ebenfalls aktiv seine Abhängigkeit von den USA als wichtigstes Exportziel. Derzeit entfallen weniger als 5 % des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf Exporte in die USA, mit sinkender Tendenz, was deutlich weniger als bei den anderen Handelspartnern der USA ist. Wir sind der Meinung, dass die Störungen im Außenhandel China lediglich kurzfristig beeinträchtigen und dazu beitragen werden, Chinas Bemühungen um eine Aufrüstung seiner Wirtschaft mit zusätzlichen Investitionen in den Dienstleistungssektor und in Sektoren mit höherer Wertschöpfung zu beschleunigen.͏


2.

Im vergangenen Quartal erlebte der Sektor Informationstechnologie eine erhöhte Volatilität. Zunehmende aufsichtsrechtliche Kontrollen, Befürchtungen hinsichtlich der Datenschutzpraktiken in Social-Media-Unternehmen und handelsbezogene Bedenken lieferten den Anlegern Gründe zur Realisierung von Kursgewinnen. Langfristig betrachtet sind wir jedoch der Meinung, dass die Fundamentaldaten im Allgemeinen solide bleiben. Der IT-Sektor in den Schwellenländern verhilft uns nach wie vor zu zahlreichen interessanten Chancen, von Hardware über Software bis hin zu verschiedenen Formen von E-Commerce und Unterhaltung. Entscheidend ist, die Nachhaltigkeit der Unternehmensgewinne und -bewertungen relativ zur eigenen Historie als auch zu Peers zu bewerten. Wir behalten auch Pläne zur Einführung von China Depositary Receipts (CDR) für börsennotierte Offshore-Unternehmen im Blick, da dies in den USA und in Hongkong notierten chinesischen IT-Unternehmen positive Impulse geben könnte.


3.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un besuchte Ende März China und traf mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammen. Kims Engagement zur Denuklearisierung weist in die richtige Richtung. Zwar ist es noch zu früh für Schlussfolgerungen, doch das geopolitische Risiko in der Region hat sich in letzter Zeit verringert. Konkrete Schritte könnten für die koreanische Halbinsel zuversichtlich stimmen und zu einer gesteigerten Wirtschaftstätigkeit zwischen Süd- und Nordkorea führen, wovon südkoreanische Unternehmen profitieren könnten. Die Einigung über ein geändertes Handelsabkommen zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten trug ebenfalls dazu bei, dass handelsbezogene Befürchtungen nachließen. Südkorea besitzt einen starken Exportsektor, der eine Vielzahl von Produkten – wie Schiffsbau, Bauwesen, Fahrzeugbau, Unterhaltungselektronik und Hochtechnologie – umfasst und über weltweit wettbewerbsfähige Kompetenz in vielen Bereichen verfügt. Eine anspruchsvolle Binnenkonsumwirtschaft zusammen mit der zunehmenden Durchdringung anderer asiatischer Märkte mit südkoreanischen Marken bietet ebenfalls gute Perspektiven für südkoreanische Unternehmen.


Ausblick

Wir sind der Ansicht, dass die Aussichten für die Schwellenländer trotz der seit Kurzem zunehmenden Volatilität solide bleiben. Die Schwellenmärkte haben sich in der Vergangenheit immer von externen Schocks erholt und zeigten Anfang 2018 inmitten eines wechselhaften Handelsumfelds eine gesunde Widerstandfähigkeit. Nach wie vor sehen wir starken Rückenwind für die Aktien aus Schwellenländern, auch wenn wir die möglichen künftigen Herausforderungen nicht aus den Augen verlieren.

Obendrein zeigt die Wirtschaft der Schwellenländer alle Voraussetzungen für weiteres Wachstum. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für die Schwellenländer für 2018 ein BIP-Wachstum von 4,9 % gegenüber 4,7 % im Jahr 2017.[1] Während die protektionistischen Handelsmaßnahmen der USA einen Schatten auf das synchrone weltweite Wachstum, das den Aktienmärkten Auftrieb verlieh, geworfen haben, bleiben die langfristigen Folgen noch abzuwarten. Der Umfang und die Stärke der internationalen Handelsströme sollten nicht unterschätzt werden, wie angesichts des historischen Wachstums im innerasiatischen Handel deutlich wird.

Wir sind der Meinung, dass die Haupttreiber der Schwellenmärkte – IT und Konsum – intakt bleiben werden. In Unternehmen in den Schwellenländern werden Technologien nicht nur ganz selbstverständlich eingesetzt. In vielen Bereichen, von E-Commerce bis zu Mobile Banking, Robotik, autonomen Fahrzeugen und vielem mehr, haben sich diese Unternehmen gar zu weltweiten Vorreitern in Sachen Innovation aufgeschwungen. Steigender Wohlstand in Schwellenländern ist ein weiterer langfristiger Wachstumstreiber. Mit steigenden Einkommen erwarten wir ein fortgesetztes Wachstum der Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen. Und wenn Verbraucher ihre Grundbedürfnisse gedeckt haben, folgen in der Regel ehrgeizigere Wünsche. Dieser Trend könnte die Nachfrage nach High-End-Produkten wie Luxusautos oder Dienstleistungen wie Unterhaltung und Vermögensverwaltung anheizen.


Grafik: Exporte in die US als Anteil am GDP


Wichtigste Trends und Entwicklungen in den Schwellenländern

Für die globalen Märkte startete das Jahr 2018 erfreulich, aber gegen Ende des Quartals drückte die Abschwächung der globalen Wachstumsdynamik und Befürchtungen hinsichtlich eines möglichen Handelskriegs zwischen den USA und China die Stimmung an den Märkten, was die im Januar erzielten Zugewinne nach unten korrigierte. In ihrer Gesamtheit beendeten die Schwellenländer das Quartal jedoch im positiven Bereich und entwickelten sich besser als ihre Peers in den Industrieländern. In US-Dollar verzeichnete der MSCI Emerging Markets Index im Dreimonatszeitraum eine Rendite von 1,5 %, während der MSCI World Index um 1,2 % nachgab.[2] Starke Kapitalzuflüsse zu dieser Anlageklasse, höhere Ölpreise und eine starke Berichtssaison für die Unternehmensergebnisse verliehen den Aktien der Schwellenländer Auftrieb.

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