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In der Wiege des Islams Was in Deutschland nie verboten war: Das erste Kino darf nach 35 Jahren in Riad eröffnen

19.04.2018, 12:36  |  2589   |   |   

In der internationalen Medienlandschaft hat es die Nachricht, dass in Saudi-Arabien das erste öffentliche Kino nach 35 Jahren eröffnete, auf die Top-Plätze geschafft. Saudi-Arabien gilt als Wiege des Islams. Und nun ist der erste Film ein modifizierter Blockbuster aus den USA: Black Panther. 

Die US-Kinokette AMC durfte das erste Kino in Saudi-Arabien feierlich eröffnen - es sollen 39 weitere Kinos folgen. In Riad steht das Gebäude. Was in Deutschland völlig normal ist, stellte in Saudi-Arabien seit Anfang der 1980er einen Kulturbruch dar, denn eine extreme saudische Interpretation des Islams verbietet Vergnügungen wie Konzerte oder Filme eigentlich.

Die angestoßenen Reformen werden dem 32-jährigen Kronprinzen Mohammed Bin Salman zugeschrieben. Der saudische Regisseur Mahmound Sabbagh sagte gegenüber Spiegel Online: "Ich bin mir nicht sicher, ob ich es so toll finde, den Neustart des saudischen Kinos mit einem amerikanischen Blockbuster zu feiern." Und weiter heißt es: "Bisher sieht es so aus, als käme es der Kulturbehörde vor allem darauf an, ausländisches Kapital anzulocken und überall riesige Multiplexe zu errichten." Sabbagh nennt Dubai, Abu Dhabi und Katar, wo bereits diese riesigen Multiplexe zu finden sind. 

Neben dem Filmprogramm geht es vor allem auch um Einnahmen. Deutschlandfunk schreibt: "Das Königshaus will Spaß ins Land bringen - und damit die Wirtschaft stärken, denn der Vergnügungssektor ist ein Milliardengeschäft." Bis 2030 sollen in Saudi-Arabien crica 350 Kinos eröffnen. Teilweise befinden sich bereits ungenutzte Kinos in Einkaufszentren. 

Etwas kritisch sollte die Berichterstattung bewertet werden, wo es über das erste Kino heißt: "Es ist ein echter Bruch mit der Vergangenheit des streng konservativen Saudi-Arabien", denn wie der Stern schreibt: "unklar ist laut dem Insider-Magazin die Frage, ob Frauen und Männer gemeinsam in dem Kino sitzen dürfen." Und weiter dürfte wichtig für die Beurteilung des Schritts sein: "Die Filme werden leicht bearbeitet und modifiziert, um die Sensibilität für die lokale Kultur hier in der Region widerzuspiegeln", so AMC-Chief Executive Adam Aron gegenüber CNBC. 

 

Quellen:

Spiegel Online

Deutschlandfunk

Stern



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