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Egbert Prior GK Software - Höhere Margen in der Datenwolke

Gastautor: Egbert Prior
25.04.2018, 11:49  |  2489   |   |   

In den letzten drei Jahren hat sich der Kurs in etwa verdreifacht auf aktuell 109 Euro. Hintergrund ist das starke Wachstum. Seit 2014 hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt. 2017 kletterten die Erlöse um 17% auf gut 90 Millionen. Das Ebit stieg um nahezu ein Viertel auf 4,9 Millionen. Die Ebit-Marge zog von 5,1% auf 5,4% an. Analysten hatten zwar mehr erwartet, doch gibt es gute Erklärungen für die gebremste Dynamik. Unter anderem haben sich größere Lizenzabschlüsse, die zum Jahresende erwartet worden waren, in das erste Quartal verschoben. Die vergleichsweise verhaltene Entwicklung liegt auch daran, daß die Software teilweise nicht mehr im Paket verkauft wurde, sondern als Abo-Modell in der Cloud. Während beim traditionellen Lizenzverkauf der Kunde die Lizenzgebühr vorab und auf einen Schlag bezahlt, verteilen sich die Zahlungen bei Cloud-Lösungen auf den Zeitraum der Nutzung. Am Ende des Tages liegen die Margen in der Cloud aber höher. Nach und nach dürften sich immer mehr Kunden von GK Software für die Datenwolke entscheiden, allein um die hohen Kosten für eigene Hardware und Infrastruktur zu sparen. Das Unternehmen aus dem beschaulichen Vogtland sieht sich als technologisch führend an bei Software für den Einzelhandel. Zu den Kunden zählen erste Adressen wie Aldi, Lidl, Edeka, Tchibo, Douglas oder Kaufhof. GK Software ist in rund 50 Ländern unterwegs. Von besonderer Bedeutung ist eine Partnerschaft mit SAP. Die Walldorfer verkaufen Lösungen des kleineren Partners unter eigenem Namen. Das öffnet GK Software Türen, während sich SAP Know how der Sachsen sichert. Um die Kooperation zu unterlegen, hat sich SAP mit gut 5% beteiligt. Gleichzeitig besitzen die Walldorfer ein Vorkaufsrecht auf das Aktienpaket der Gründer (55%). Schon seit längerem gibt es Spekulationen, daß sich SAP früher oder später die Vogtländer komplett einverleibt. GK startete gut ins neue Jahr und ergatterte in den USA einen Großauftrag von einem bedeutenden Einzelhändler, der mehr als 6.000 Installationen beinhaltet. Darüber hinaus entschied sich ein großer Bestandskunde für die neue Software OmniPOS. Die Ostdeutschen wollen durch Technologie punkten. Dabei setzen sie auch auf künstliche Intelligenz. Im letzten November hat der Software-Anbieter prudsys, ein Spin-off der Technischen Universität Chemnitz, an Land gezogen. Die Software von prudsys analysiert in Echtzeit das Kaufverhalten einzelner Kunden und unterbreitet ihnen personalisierte Angebote zu „optimierten“ Preisen. Bei den von den Algorithmen ausgespuckten Angeboten sollen ungewöhnlich viele Kunden tatsächlich zugreifen. Der letzte Schrei aus dem Entwicklungslabor ist der „GK Virtual Reality Store“. Konsumenten können mit Hilfe einer VR-Brille durch den Laden schlendern, Produktinformationen abrufen, was gefällt, in einen Warenkorb legen und sich die Einkäufe liefern lassen oder sie selbst abholen. Am Donnerstag wird GK ein Jahr früher als geplant eine neue Mittelfristplanung vorlegen. Bis 2020 erwarten wir einen Umsatzanstieg auf 140 Millionen, der operative Gewinn (Ebit) könnte bei 20 Millionen landen. Das Ergebnis je Aktie taxieren wir auf 7 Euro. So gesehen, läge das KGV bei 16. Börsenwert gut 200 Millionen. Fazit: Attraktive Wachstumsaktie mit Übernahmephantasie!

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