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Aktien New York Schluss: Zinssorgen drücken die Wall Street ins Minus
Foto: Justin Lane - dpa

Aktien New York Schluss Zinssorgen drücken die Wall Street ins Minus

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.05.2018, 22:44  |  1611   |   |   

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen vor unerwartet schnell steigenden Zinsen haben die Wall Street am Mittwoch belastet. Auslöser dafür waren Aussagen der US-Notenbank (Fed), wonach sich die Teuerung in den USA nahe an die Zielmarke von 2 Prozent bewegt habe. Auch mittelfristig dürfte sie sich in der Nähe des Inflationsziels bewegen, bei dem die Währungshüter die Stabilität der Preise als gewährleistet ansehen. Der Leitzins bleibt gleichwohl erst einmal in einer Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent.

Der Dow Jones Industrial fiel nach einem durchwachsenen Handelsverlauf um 0,72 Prozent auf 23 924,98 Punkte. Am Dienstag war der US-Leitindex zeitweise um bis zu knapp anderthalb Prozent abgerutscht, hatte dann aber nur mit einem moderaten Minus geschlossen. Für den breit gefassten S&P 500 ging es am Mittwoch um 0,72 Prozent auf 2635,67 Punkte nach unten. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0,56 Prozent auf 6644,48 Punkte.

Nach Einschätzung des Experten Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg machen sich die Währungshüter offenbar keine größeren Sorgen mehr über eine zu niedrige Inflation. Vor diesem Hintergrund fürchteten die Anleger wohl, dass die Fed bei ihrer Geldpolitik ein höheres Straffungstempo als bislang vermutet an den Tag legen könnte. Für die Aussicht auf rascher steigende Zinsen in den USA spricht auch, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro zuletzt wieder zulegte. Höhere Zinsen aber lassen Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapiere unattraktiver erscheinen.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien von Apple dank überzeugender Resultate um gut 4 Prozent an und waren damit der klare Favorit im Dow. Der Technologiekonzern hatte nach Einschätzung von Analysten im zweiten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als befürchtet. Ein starkes Geschäft mit Dienstleistungen und Produkten wie der Computeruhr Apple Watch stehe den erwartungsgemäßen iPhone-Verkäufen gegenüber, schrieb Rod Hall von der Investmentbank Goldman Sachs.

Ausgabefreudige Verbraucher in Shopping- und Reiselaune hatten dem Kreditkartenanbieter Mastercard im ersten Quartal überraschend deutlich auf die Sprünge geholfen. Die Anleger quittierten dies mit einem Plus von rund 3 Prozent.

Die Aktien von T-Mobile US hingegen konnten in dem trüben Umfeld ihre anfänglichen Gewinne nicht behaupten und verloren mehr als 4 Prozent. Die Deutsche-Telekom-Tochter , die vor der Übernahme des US-Konkurrenten Sprint steht, hatte zum Jahresauftakt erneut ein starkes Wachstum geschafft. Unter Anlegern herrscht aber weiterhin Ungewissheit, ob die Kartellbehörden dem Deal zustimmen.

Auch die Anteilscheine von Mondelez drehten ins Minus, obwohl der Lebensmittelhersteller im ersten Quartal überraschend gute Geschäfte gemacht hatte. Die besser als erwartete Entwicklung in Europa und Lateinamerika habe die Schwäche in Nordamerika kompensiert, lobte Goldman-Analyst Jason English. Die Papiere fielen um knapp 3 Prozent.

Um rund 22 Prozent sackten die Snap-Papiere ab, nachdem sie zwischenzeitlich bei knapp 11 Dollar ein Rekordtief erreicht hatten. Die Neugestaltung der Foto-App Snapchat, die das schwächelnde Wachstum der dahinter stehenden Firma wieder ankurbeln sollte, hat versagt: In den vergangenen drei Monaten kamen viel weniger täglich aktive Nutzer hinzu als erwartet.

Die B-Aktien des Brauereikonzerns Molson Coors schließlich büßten mehr als 15 Prozent ein. Dessen Geschäftsentwicklung im ersten Quartal sei noch schlechter ausgefallen als befürchtet, schrieb Goldman-Analystin Judy Hong.

Der Kurs des Euro lag zuletzt bei 1,1943 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs vor dem Zinsentscheid auf 1,2007 (Montag: 1,2079) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8328 (0,8279) Euro. Am Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen 2/32 Punkte auf 98 3/32 Punkte. Im Gegenzug stieg die Rendite auf 2,974 Prozent./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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