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DAX-Chartanalyse: DAX erschliesst sich neues Potenzial

DAX-Chartanalyse DAX erschliesst sich neues Potenzial

Gastautor: Andreas Mueller
06.05.2018, 11:01  |  6176   |   |   

Durch den Ausbruch aus der Trading-Range konnte der DAX nicht nur den Monat Mai sehr souverän beginnen, sondern auch eine wichtige Hürde im Chartbild nehmen. Damit erschliesst sich neues Potenzial. Welche Marken hierfür relevant sind und ab wann der Ausbruch ggf. nur ein Fehlsignal war, zeige ich in dieser Chartanalyse auf.

Mit einem Kursgewinn von 1,9 Prozent in der Vorwoche können die DAX-Anleger sehr zufrieden sein. Denn nicht alle Börsenbarometer steigen. Insbesondere der Dow Jones beendete die Woche im Minus und gibt Fragen über die weitere Entwicklung auf. Damit war zumindest der Start in den Mai mehr als gelungen und charttechnisch eine Art Befreiungsschlag aus der wochenlangen Lethargie. Worauf kommt es jetzt an und hat sich der DAX den Ausbruch verdient?

 

DAX schafft den Ausbruch

 

Mit diesem Wochenergebnis schaffte es der Deutsche Aktienindex, seine wochenlang etablierte Range hinter sich zu lassen. Für Trader sicherlich ärgerlich, denn in dieser Trading-Range waren immer wieder sehr markante Punkte als Stopp und Ziel (je nach Ausrichtung des Trades) anvisierbar. An dieser Stelle erinnere ich an den "alten Chart" aus Mitte April:

 

Der nun vollzogene Ausbruch wirbelt die Marktteilnehmer etwas auf, vertreibt die Range-Trader und weckt förmlich die Anleger, welche bis dato an der Seitenlinie standen. Dies sah man sehr deutlich am ersten Handelstag des Monats. Hier konnte der DAX sich nicht nur über der 12.630 etablieren, sondern diese dynamisch hinter sich lassen. Dazu diskutiert wurde an dieser Stelle mit diesem Chartbild:

 

Für Daytrader bot sich folgendes Chartbild, welches keinen Raum für große Rücksetzer zuließ:

 

Spannend ist dabei, dass der Ausbruch im Stundenchart quasi direkt zum Handelsstart 9 Uhr in einer einzigen Kerze vollzogen wurde:

 

Wie hier auch zu erkennen ist, wurde das Ausbruchsniveau nur sehr kurz noch einmal getestet, jedoch nicht ernsthaft gefährdet. Im größeren Zeitrahmen, dem 4-Stundenchart, ist der Ausbruch noch einmal deutlicher zu sehen. Denn der rot markierte Bereich zog sich bereits über mehrere Wochen wie ein Deckel über den DAX-Handelsverlauf hin. Es stellt sich hierbei die in der Überschrift angedeutete Frage nach der Nachhaltigkeit:

 

Woher kam die Stärke?

 

Neben der reinen Charttechnik fragen sich viele Trader und Anleger natürlich, woher diese Stärke kam. Ein wichtiger Fakt ist die Korrelation zum Währungspaar Euro-Dollar. Da gerade ein starker Euro für den Export und damit einen großen Teil der DAX-Unternehmen belastend wirkt, löst ein schwacher Euro das Gegenteil aus.

In der Vorwoche fiel der EUR/USD (so die offizielle Forex-Bezeichnung) unter die psychologische Marke von 1,20 und verlor 1,4 Prozent. Als Pendant, wenn man diese Korrelation untersucht und anlegt, stieg der DAX. Hierbei war letztlich der Hintergrund, dass die EZB noch bis zum Jahresende an der lockeren Geldpolitik und den milliardenschweren Anleihekäufen festhalten möchte. Ganz anders als die US-Notenbank, welche zwar in diesem Monat keinen Zinsschritt vollzog, diesen aber tendenziell bald erneut umsetzen wird.

 

Ausblick auf die neue Handelswoche

 

Belassen wir den Blick weiter im 4-Stundenchart. Hier ist der Trend seit Anfang April, also seit vier Handelswochen, nach oben gerichtet. Dies kann man auch visuell an einer Trendlinie erkennen, welche ich in das Chartbild einzeichne:

 

Einzuplanen ist hierbei die erneute, bisher nur spärlich ausgefallene, Konsolidierung am Ausbruchsniveau. Bis 12.630 Punkte ist somit für die Bullen aber noch alles im Rahmen und alles nicht mehr als der Test des Ausbruchs (roter Bereich) in Kombination mit der Trendlinie (grün). Der Markt könnte sich schnell der 13.000 als runde Marke mit psychologischer Anziehungskraft nähern.

Erst mit dem Bruch der 12.630 bzw. idealer der 12.600 und damit auch der Trendlinie wäre der Weg für die Bären wieder frei und ein Durchlaufen der alten Range das nächste Ziel. Daher ist diese Kombination der beiden Anhaltspunkte eine Gefahr für die Bullen und im gleichen Chartbild noch einmal extra herausgestellt:

 

An Impulsen sollten Sie auf die Notenbanksitzungen in Japan und England achten. Auch wenn diese nicht so ein starkes Gewicht wie die EZB-Tage oder FED-Zinsentscheidungen haben, kann davon dennoch ein Impuls über die Währungsmärkte und Aktienmärkte eingeleitet werden. Langweilig wird es abseits der Konjunktur bestimmt ebenso wenig, denn die Quartalssaison befindet sich auf dem Höhepunkt. Dazu werde ich ggf. an anderer Stelle noch einmal ein Unternehmen herausnehmen und dazu berichten. Dies vermerke ich natürlich auch wieder in den Tages-Trading-Chancen, wo sich viele andere Trader täglich austauschen.

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Behalten Sie somit den Markt und Ihr Risiko im Blick und agieren Sie achtsam. Viel Erfolg wünscht Ihnen dabei Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977).

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