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Marktkommentar: Andreas Lesniewicz (CONREN): „Sell in May and go away?“
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Marktkommentar Andreas Lesniewicz (CONREN): „Sell in May and go away?“

Nachrichtenquelle: Asset Standard
11.05.2018, 10:20  |  916   |   |   

Nach den ereignisreichen ersten vier Monaten des Jahres treten wir nun in die für Börsen traditionell schwächste Periode des Jahres ein.

Tatsächlich schwächeln die Börsen ein wenig. Die zumindest in den USA recht gute Berichtssaison (Rekordgewinne, -margen, -dividenden) hat die Börsen nicht zu weiteren Anstiegen motiviert (trotz massiven Aktienrückkäufen). Im Gegenteil, selbst gute Nachrichten wurden zum Teil negativ interpretiert

Europäische Aktien entwickelt sich dagegen im Rebound nach der März-Korrektur besser, obwohl Europa im 1. Quartal sowohl in Bezug auf Unternehmensgewinne als auch auf die wirtschaftliche Entwicklung eher enttäuschte. Das liegt auch am, wie erwartet, wieder stärkeren US-Dollar. Wir sehen ein umgedrehtes Spiel: nun belastet der stärkere US-Dollar US-Unternehmensgewinne und entlastet europäische und japanische Unternehmen.

Im Leitmarkt USA wirken aktuell antagonistische KräfteSteuerreform, erhöhte Staatsausgaben & Deregulierung versus eine sich zurückziehende US-Notenbank (Verringerung der Bilanz, steigende (Real)zinsen) und Angst vor einem möglichen Handelskrieg (Präsident Trump als „The Orange Swan“). Sorge bereitet die weitere Liquiditätsverschlechterung. Kurzfristige Zinsen sind in den USA erheblich gestiegen: LIBOR (3 Monate) von 1,2% vor 12 Monaten auf 2,4% heute (US-Staatsanleihen mit 2 Jahren Laufzeit von 1,4% auf 2,5%).

Wie viel weiter fortgeschritten die US-Wirtschaft im Zyklus (und damit auch was die weitere Notenbank-Strategie betrifft) ist zeigt die folgende Grafik eindrücklich.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Bilanzsummen der Notenbanken der USA (rot), Europas (türkis) und Japans (schwarz) relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP): Während die US-Fed ihre Bilanzsumme seit Jahren verringert, kaufen die EZB und Bank of Japan weiter kräftig zu.

Grafik: Bilanzsummen der Notenbanken relativ zum BIP

Quelle: ECR Research, CONREN Research, Thomson Reuters 

 

Technisch stehen viele der zentralen Indizes an einem kritischen Punkt: sie notieren erst seit ein paar Tagen wieder über dem psychologisch wichtigen 200-Day-Moving-Average (gleitender Durchschnitt). Insgesamt gibt es dabei keine klaren technischen Verkaufs- oder Kaufsignale. Nach den Korrekturen im Februar & März gab es keinen Ausverkauf im Sinne von Panikverkäufen. Ein solcher großer «Wash-Out» ("Ausspülung") als Ausgangspunkt für die nächste Rally fehlt damit / kann noch kommen.




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