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    KI auf dem Vormarsch:  3671  0 Kommentare Wie der Google-Komplex unsere Leidenschaft tötet

    Bald könnte Google die Leidenschaft der Nutzer töten und wird dabei noch mehr Nutzerdaten sammeln. Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz präsentierte der Internetkonzern seine neuesten Ergebnisse im Bereich künstlicher Intelligenz. Der Faktor Mensch dient nur noch fürs Image. 

    Man könnte fast den Eindruck gewinnen, als wenn es bei Google ausschließlich um das Thema künstliche Intelligenz (KI) ginge. Im Wesentlichen drehte es sich bei der diesjährigen Entwicklerkonferenz um Google Assistant und Google Lens. Beim G-Assistant handelt es sich um ein Programm, dass für den Besitzer einfache Telefonate und Terminvereinbarungen übernimmt - "Duplex" nennt das Unternehmen die neue Technologie. 

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    Problematisch hierbei ist die Tatsache, dass der reale Gesprächspartner nicht darüber informiert wird, dass er mit einem Computer spricht. Die NZZ schreibt: "Zu fasziniert scheint Google davon zu sein, dass es mit Duplex tatsächlich einen Assistenten schaffen konnte, dessen Stimme menschliche Intonationen, Pausen sowie «hhm» und «ähm» täuschend echt imitieren kann, als dass es die offensichtlichen moralischen Fragen dazu stellen würde."

    Ferner weist die NZZ-Autorin Marie-Astrid Langer darauf hin, dass es bei Gmail bald eine automatische Satz-Vervollständigung auf der Grundlage von Algorithmen geben wird, denn Sätze werden automatisch vervollständigt, weil KI mutmaßt, wie der Satz zu Ende geht. Laut Langer sieht der Google-CEO auch darin keine Probleme für die Privatsphäre. Und Jeff Jarvis, Journalistik-Professor aus New York, plädiert sogar für einen gelassenen Umgang mit neuen Technologien, wie sie Google mit Duplex anbietet.

    Aber zurück zum Google Assistant, so soll dieser auf Suchanfragen zukünftig verstärkt visuelle Medien zur Informationsvermittlung aufbereiten, so das Handelsblatt. Es wird auf Wikipedia und den eigenen Maps-Service zurückgegriffen. 

    Ein weiteres "Highlight" ist Google Lens, wo die Kamera zur Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Welt wird. Über die Funktionsweise heißt es: "Beim Besuch in einer Boutique erkennt die in die Google-Kamera hinterlegte KI künftig Produkte wie Kleidung oder Schuhe und beamt dem Nutzer entsprechende Informationen auf den Bildschirm." Die intelligente Kameralinse kann auch proaktiv Objekte im Raum erkennen. Langer schreibt: "Sieht man etwa auf dem Küchentisch eines Freundes ein interessantes Buch und richtet die Kameralinse darauf, erscheint auf dem Bildschirm direkt der Titel – und der Link zum Online-Shop."

    Mit diesen beiden Funktionen behebt Google das Problem, dass viele Menschen sich eine Hilfe im Alltag wünschen, um einfache Dinge erledigen zu lassen. Gleichzeitig geht es um Unterhaltung. Die Funktionen dienen natürlich nicht der ausschließlichen Verbesserung unseres alltäglichen Lebens, sondern um möglichst viele weitere Informationen zu sammeln. Besonders erschreckend ist das System dahinter, denn umso mehr Informationen der Nutzer gegenüber Google preisgibt, desto besser werden die Dienstleistungen. So könnte Google bei vielen Nutzern zu einer "Übermacht" werden, die jegliche Leidenschaft tötet. 

    Was Google alles über seine Nutzer weiß, ist bislang niemandem bekannt. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben.  

    Quellen:

    Handelsblatt vom 09.05.2018

    NZZ vom 10.05.2018

    ARD vom 09.05.2018

     

     




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