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“Mit der Wandelanleihe wollen wir Investoren als Aktionäre gewinnen“ – Interview mit Dr. Jochen Ahn, ABO Wind AG

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
14.05.2018, 09:51  |  1447   |   |   


Die ABO Wind AG begibt aktuell eine Wandelanleihe (WKN A2G8UZ) mit einem Gesamtvolumen von bis zu 15 Millionen Euro. Die Wandelanleihe bietet dabei 3,00% Jahreszins bei einer kurzen Laufzeit von zwei Jahren. Während dieser Laufzeit (1. Mai 2018 bis 30. April 2020) haben Anleger jeweils im Oktober 2018 und Oktober 2019 die Möglichkeit ihre Anleihen in Aktien der ABO Wind AG zu tauschen. Wir haben mit dem ABO Wind-Vorstand und Gründer Dr. Jochen Ahn über die Hintergründe der Emission gesprochen.

Anleihen Finder: Hallo Herr Dr. Ahn, können Sie unseren Lesern kurz die Geschäftstätigkeit der ABO Wind AG vorstellen und uns sagen, wie das Unternehmen sein Geld verdient?

Dr. Jochen Ahn: Unser Kerngeschäft ist es, Wind- und Solarparks zu projektieren. Im ersten Schritt finden und pachten wir geeignete Standorte, an denen sich aus Wind- oder Sonnenenergie möglichst viel Strom erzeugen lässt. Bis zur Inbetriebnahme benötigen wir bei Windparks im Schnitt drei und bei Solarparks ein bis zwei Jahre. Um einen Windpark zu errichten, sind zunächst zahlreiche und aufwendige Gutachten zu erstellen – unter anderem zu Schall, Schattenwurf, Artenschutz, Stromertrag, Landschaftsbild. Wir wählen die geeigneten Anlagen, planen den Anschluss ans Stromnetz und sichern eine Vergütung für den eingespeisten Strom (mittlerweile meistens über Ausschreibungsverfahren). Ferner bauen wir Zuwegung und Kabeltrasse, finanzieren die Wind- und Solarparks über Bankkredite und errichten sie schlüsselfertig. Schließlich veräußern wir sie an einen Betreiber/Investor und kümmern uns während der Betriebsphase um die kaufmännische und technische Betriebsführung.

Neben dem Kerngeschäft der Projektierung bieten wir zahlreiche Produkte und Dienstleistungen, die den Betrieb von Wind- und Solarparks sowie von Biogasanlagen optimieren wie Wartung und Instandhaltung. Ferner haben wir zum Beispiel ein System entwickelt, das Windparkbetreibern die Fledermausüberwachung erleichtert. Auch eine moderne, digitale Zugangskontrolle zählt zu unseren Produkten. Ferner arbeiten wir seit mehreren Jahren an Konzepten, um Speichertechnologien zu erproben. Mit sogenannten Hybridkraftwerken, also einer Kombination aus Wind- und Solarenergieanlagen sowie Speichern, versorgen wir Großverbraucher oder Regionen ohne Stromnetzanschluss – zum Beispiel in Afrika – preiswert und zuverlässig mit umweltfreundlichem Strom.

„Lange war Photovoltaik vergleichsweise teuer“

Anleihen Finder: Warum haben Sie sich dazu entschieden, die Geschäftstätigkeit auch auf Photovoltaik auszuweiten?

Dr. Jochen Ahn: Lange war Photovoltaik vergleichsweise teuer. Dank der enormen Kostendegression der jüngsten Jahre sind nun weltweit Wind- und Solarkraftwerke die günstigste Option, um mit neuen Kraftwerkskapazitäten Strombedarf zu decken. Indem wir als Projektentwickler nun beide Technologien anbieten, arbeiten wir noch effizienter und erfolgreicher. Im Vergleich zur Windkraft ist die Projektierung von Solarkraftwerken weniger komplex und aufwendig. Daher ist die Erweiterung der Geschäftstätigkeit eine naheliegende Ergänzung. Für die zentrale Steuerung unserer weltweiten Solaraktivitäten haben wir ein Team aus Solarspezialisten aufgebaut.

Anleihen Finder: ABO Wind hat den Hauptsitz in Wiesbaden, ist aber international tätig. In welchen Ländern haben Sie aktuell Projekte laufen, wo sind Ihre Hauptmärkte und in welchen Regionen möchten Sie weiter expandieren?

„Manchmal lohnt sich antizyklisches Verhalten“

Dr. Jochen Ahn: International arbeiten wir aktuell in Frankreich, Finnland, Spanien, Irland, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Polen, Argentinien, Kolumbien, Kanada, Iran, Südafrika, Tunesien, Tansania und den Niederlanden an Solar- und/oder Windkraftprojekten. Unsere Hauptmärkte sind Deutschland, Frankreich, Finnland, Irland, Argentinien und Spanien. Eine Abteilung für internationale Geschäftsentwicklung untersucht kontinuierlich, in welche weiteren Ländern ABO Wind einen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Prinzipiell kommen alle Kontinente für uns in Frage. Wir streben eine Mischung aus Ländern an, in denen eine erneuerbare Energiewirtschaft bereits etabliert ist und solchen, in denen noch Pionierarbeit zu leisten ist. Wir betrachten jeweils den mit einem Markteintritt verbundenen Aufwand, das Potenzial sowie die zeitliche Dimension. Manchmal lohnt sich antizyklisches Verhalten. In Argentinien zum Beispiel haben wir über viele Jahre beharrlich Windparks geplant. Da es lange keine Möglichkeit gab, die Umsetzung der Projekte zu finanzieren, haben unsere Wettbewerber dem Land nach und nach den Rücken gekehrt. Wir haben ausgeharrt. Als Ende 2015 mit Mauricio Macri ein neuer Präsident gewählt wurde, der das zuvor regierende Ehepaar Kirchner ablöste und deren verfehlte Energiepolitik korrigierte, waren wir zur Stelle. Nun wirken wir daran mit, der Windkraft in Argentinien zum Durchbruch zu verhelfen und profitieren von unserem langen Atem.

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