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Probiodrug: „Die notwendigen Zutaten für den Erfolg sind vorhanden“

Gastautor: w:o Gastbeitrag
15.05.2018, 08:28  |  1864   |   |   

Mit neuen Erkenntnissen und Ansätzen im Rücken wollen Pharmaunternehmen die Kette von Rückschlägen im Kampf gegen die Alzheimer-Erkrankung durchbrechen. Es besteht ein riesiger Bedarf an neuen Medikamenten in dieser Indikation. Eines der Unternehmen, die an zukünftigen Alzheimer-Behandlungsmethoden forschen, ist Probiodrug, an der unter anderem BB Biotech und Biogen beteiligt sind.

Wir haben mit dem neuen Probiodrug-Chef Ulrich Dauer über die bisherigen und zukünftigen Entwicklungsschritte, die Finanzen und auch den Aktienkurs der Gesellschaft gesprochen. „Mit der Unterstützung unserer Aktionäre möchten wir unsere innovativen Produkte schnellstmöglich Alzheimer-Patienten zur Verfügung stellen. Das ist letztendlich meine vordringlichste Aufgabe“, so der Manager im Interview.

www.4investors.de: Sind in den kommenden Jahren wichtige Fortschritte bei Alzheimer-Behandlungsmethoden zu erwarten - nicht nur was Medikamente, sondern auch die Diagnostik angeht?

Dauer: Mit zunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen werden sich auch Fortschritte bei der Behandlung und der Diagnostik einstellen, davon bin ich fest überzeugt. Insbesondere die Diagnostik wird zunehmend wichtig, da, wie wir heute wissen, eine möglichst frühe Intervention entscheidend ist für eine das Krankheitsbild verändernde Therapie. Mit Bedauern beobachten wir allerdings, dass einige große Pharmaunternehmen aufgrund von Entwicklungsrückschlägen ihr Engagement bei der Forschung und Entwicklung von Alzheimer-Therapien reduziert haben.

www.4investors.de: Was macht die Entwicklung von Wirkstoffen in dieser Indikation bisher so besonders schwierig?

Dauer: Der Hauptgrund: Die Alzheimer-Erkrankung ist sehr komplex – und bis heute sind die verschiedenen physiologischen Prozesse und Signalwege, die beim Entstehen und Fortschreiten von Alzheimer involviert sind, immer noch nicht hinreichend verstanden.

Bisher nahm man an, dass sogenannte Beta-Amyloid-Plaques (Abeta-Plaques) die Nervenzellen zum Absterben bringen. Neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen aber, dass nicht die Beta-Amyloid-Plaques per se, sondern eine spezielle, für die Kontaktstellen zwischen den Nerven – den Synapsen – toxische Verbindung unter Beteiligung einer speziellen Form des Beta-Amyloids mit dem Fortschreiten der Erkrankung im direkten Zusammenhang steht. Diese für Nervenzellen im Gehirn schädliche Beta-Amyloid-Variante, das sogenannte pGlu-Abeta, bestimmt die therapeutische Strategie von Probiodrug. Wir halten das für einen sehr aussichtsreichen Ansatz.

Zum anderen wurde aus unserer Sicht in der Vergangenheit aber auch häufig versucht, mit sehr kleinen Patientenstudien und den sehr limitierten Daten zu schnell in große Zulassungsstudien zu gehen, die dann gescheitert sind.

www.4investors.de: Welchen Ansatz verfolgt Probiodrug zur Alzheimer-Behandlung? Was ist der Unterschied zu anderen laufenden Projekten anderer Medikamentenentwickler?

Dauer: Wie bereits erwähnt, steht eine für Nervenzellen und Synapsen toxische Verbindung unter Beteiligung von pGlu-Abeta im Fokus unserer therapeutischen Strategie. Für die Bildung von pGlu-Abeta und somit dieser Verbindung ist ein spezielles Enzym, die Glutaminylcyclase (QC) verantwortlich. Mit einem spezifischen Inhibitor, unserem klinischen Entwicklungskandidaten PQ912, hemmen wir dieses Enzym sehr effektiv und verhindern so die Bildung von pGlu-Abeta. PQ912 kann als orales Medikament verabreicht werden. Zusätzlich können wir mit einem spezifischen Antikörper, einem bislang präklinischen Kandidaten aus unserer Pipeline, bereits gebildetes pGlu-Abeta unschädlich machen. Im Bereich der QC-Inhibition ist Probiodrug einzigartig positioniert. Bei der Einschätzung der hohen therapeutischen Bedeutung von pGlu-Abeta sind wir aber nicht allein: Auch der Pharmakonzern Eli Lilly hat einen gegen pGlu-Abeta gerichteten Antikörper in der frühen klinischen Entwicklung.

www.4investors.de: Zu den Aktionären von Probiodrug gehört neben BB Biotech unter anderem auch Biogen, die zugleich in anderen Medikamentenprojekten zur Behandlung von Alzheimer involviert ist. Mit Charlotte Lohmann ist eine Managerin von Morphosys in ihrem Supervisory Board aktiv - auch Morphosys ist mit Gantenerumab zusammen mit Roche in der Indikation Alzheimer aktiv. Wie eng ist die Zusammenarbeit von Probiodrug mit Biogen und Morphosys?

Dauer: Charlotte Lohmann hat als Aufsichtsrat natürlich keine operative Funktion. Und Biogen sowie BB Biotech sind namhafte Investoren in unserer Aktionärsbasis, auf die wir sehr stolz sind. Generell findet ein reger Austausch zwischen Probiodrug und anderen, an unserem Konzept interessierten Unternehmen statt, wobei es hier keine formale Zusammenarbeit im Bereich der Forschung und Entwicklung gibt.

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