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TransFair verkündet 15 % Plus auf Jahrespressekonferenz / Wachstum treibt Weiterentwicklung voran (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
15.05.2018, 14:10  |  269   |   |   
Köln/Berlin (ots) -

- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist
abrufbar unter http://www.presseportal.de/bilder -

25 Jahre nach Einführung von Fairtrade-gesiegelten Produkten
wurden 2017 bundesweit 1,33 Milliarden Euro umgesetzt, ein Anstieg
von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Produzenten im globalen
Süden erhielten neben Markt- und Mindestpreisen zusätzlich über 25
Millionen Euro Prämien, die sie in Gemeinschaftsprojekte
investierten. Die heute veröffentlichte Wirkungsstudie des Centrums
für Evaluation belegt den positiven Einfluss von Fairtrade auf die
ländliche Entwicklung in den Anbauländern. Trotz dieser Erfolge ist
die kleinbäuerliche Landwirtschaft in ihrer Existenz bedroht.
"Handelsgewinne müssen gerechter verteilt werden", forderte
TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath auf der diesjährigen
Jahrespressekonferenz. "Mehr Wertschöpfung im globalen Süden ist
nötig, um existenzsichernde Einkommen für Bauern- und
Arbeiterfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu ermöglich."
Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Fuchs ergänzt "Politik und Wirtschaft
sind gleichermaßen gefordert, die nachhaltigen Entwicklungsziele bis
2030 zu verwirklichen."

Fairtrade-gesiegelte Produkte sind stark gefragt

Die Produzenten im Süden erwirtschafteten durch die steigenden
Absätze 23 Prozent mehr Prämiengelder, die sie eigenverantwortlich
investieren können. Die Wachstumstreiber: Kaffee erreichte mit 18.000
Tonnen ein Plus von 8 Prozent. 87.000 Tonnen Bananen bedeuten ein
Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 37.000 Tonnen Rohkakao ein
Plus von 23 Prozent. Mit 406 Millionen verkauften Stielen wuchsen die
Blumen um 4 Prozent. Heute bieten 360 Partnerfirmen bundesweit 5.500
fair gesiegelte Produkte in Supermärkten, Discountern, Fachgeschäften
und in der Gastronomie an.73 Prozent davon sind zusätzlich
Biozertifiziert.

Textilien mit Fairtrade-Baumwolle entwickelten sich ebenfalls
positiv. Mit rund 12 Millionen verkauften Einkaufstaschen, T-Shirts,
Bettwäsche und Handtüchern mit fairer Baumwolle wächst der Sektor um
45 Prozent. Erfreulich ist die Entwicklung bei der Beschaffung von
Berufsbekleidung, z. B. tragen die Kaufland- und Ferrero-Mitarbeiter
bereits Kleidungsstücke aus Fairtrade-zertifizierter Baumwolle.

Forderung nach existenzsichernden Löhnen und Einkommen

Fairtrade geht aber einen Schritt weiter: In Indien nahmen 2017
zehn Zulieferbetriebe an dem Fairtrade-Textilprogramm in allen
Produktionsstufen von der Entkörnung bis zum Konfektionsbetrieb teil.
Hunderte Arbeiter und Führungskräfte wurden zu Arbeiterrechten,
Arbeits- und Gesundheitsschutz genauso wie zu Effizienz- und
Produktivitätssteigerung geschult. Als erster Standard überhaupt
definiert der Fairtrade-Textilstandard einen festen Zeitrahmen für
existenzsichernde Löhne. Brands Fashion, Melawear und 3Freunde sind
die ersten Unternehmen in Deutschland, die mit gutem Beispiel
vorangehen. "Was für uns selbstverständlich ist, muss für Näherinnen,
Baumwollbauern, Bananenarbeiter oder Kaffeebauern ebenfalls
erreichbar werden: Die Achtung ihrer Menschenrechte und dazu gehört
ein existenzsicherndes Einkommen. Wir alle müssen bereit sein, mehr
Geld für nachhaltige Produkte auszugeben, um ausbeuterische
Bedingungen in globalen Lieferketten zu beenden", so Overath weiter.

Gerechter Handel im Süden durch politische Arbeit im Norden

Transfair e.V. treibt den Dialog mit Akteuren aus Wirtschaft,
Politik und Zivilgesellschaft voran und verdeutlicht den Beitrag des
fairen Handels zu den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs). Um die
Partnergruppen im Süden stärker zu unterstützen hat Fairtrade die
Programmarbeit in den Bereichen Klimawandel, Stärkung von
Kleinbauernorganisationen, Kinder-, Frauen- und Arbeiterrechte
intensiviert. Heinz Fuchs, Aufsichtsratsvorsitzender von Transfair
e.V., erläuterte: "Angesichts der weltpolitischen Lage müssen wir den
Akzent noch deutlicher auf Klima und Menschenrechte setzen.
Sorgfaltspflichten entlang der Wertschöpfungsketten müssen zu
verbindlichen Richtlinien werden. Im Kampf für mehr globale
Handelsgerechtigkeit sind fairer Handel mit dem Süden und politische
Arbeit im Norden notwendiger denn je."

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