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3 Gründe, warum die Marihuana-Preise in Kanada fallen könnten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.05.2018, 17:57  |  1412   |   |   

Der große Tag ist jetzt weniger als vier Wochen entfernt. Am 7. Juni wird der kanadische Senat über den Gesetzentwurf C-45 abstimmen, der besser als Cannabis Act bekannt ist. Dieses Gesetzt zielt darauf ab, den Kauf vom Freizeit-Marihuana für Erwachsene ab 18 Jahren und älter zu legalisieren. Wenn der Senat zustimmt, wird das Cannabis-Gesetz wahrscheinlich schnell von der Regierung verabschiedet werden, so dass Kanada das erste entwickelte Land der Welt sein wird, das Pot für Erwachsene legalisiert.

Mit den Konservativen in der Minderheit im Moment und einem zweijährigen Steuerteilungsvertrag mit allen bis auf eine kanadische Provinz scheint alles in Ordnung zu sein, damit C-45 bald Gesetz wird. Es wird erwartet, dass die Verkäufe von Freizeit-Marihuanas etwa acht bis zwölf Wochen nach der Zulassung beginnen, also irgendwann im August oder September.

Am wichtigsten ist, dass die Legalisierung für kanadische Anbaubetriebe, Verarbeiter, Händler und Einzelhändler zu einem zusätzlichen Jahresumsatz von rund 5 Milliarden US-Dollar führen wird. Hinzu kommt, was bereits aus dem Verkauf von medizinischem Cannabis und dem Export generiert wird. Die Erwartung der Investoren – angesichts der stratosphärischen Bewertungen, die die meisten Pot-Aktien derzeit haben – ist, dass diese Legalisierung zu großen Gewinnen für kanadische Marihuana-Aktien führen wird.

Ja, die Preise fürs Cannabis könnten in Kanada deutlich sinken

Was würde jedoch passieren, wenn das nicht der Fall wäre? Was ist, wenn die operativen Margen für die Cannabisanbauer aufgrund sinkender Preise pro Gramm  deutlich niedriger ausfallen als erwartet? Du glaubst nicht, dass dies angesichts der Erwartung einer starken Nachfrage passieren könnte? Dann lies nur weiter.

Hier sind drei gute Gründe, warum die Cannabispreise in Kanada kurz nach Beginn der Freizeitverkäufe fallen könnten.

1. Große Anbauer versuchen gezielt, kleinere zu verdrängen

Der erste Grund, warum die Marihuana-Preise fallen könnten, ist, dass die größten Spieler der Branche gezielt Cannabis überproduzieren, um die Preise und Margen pro Gramm zu senken. Warum sollte ein großer Anbauer absichtlich Cannabis überproduzieren? Einfach: Um Konkurrenten zu verdrängen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um in einem margenschwächeren Umfeld zu überleben.

Kleinere Pot-Anbauer haben nicht den gleichen Zugang zu Kapital wie die großen wie Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) oder Canopy Growth (WKN:A140QA). Aurora und Canopy Growth haben jeweils 333 Millionen US-Dollar und 311 Millionen US-Dollar in liquiden Mitteln zur Verfügung und werden bei voller Auslastung voraussichtlich 430.000 Kilogramm und 500.000 Kilogramm Cannabis pro Jahr produzieren. Praktisch nichts hindert sie daran, die Kapazität zu erhöhen und Kanada mit Cannabis zu überversorgen, um damit die Margen zu senken und kleinere Unternehmen, die nicht von Größenvorteilen profitieren, aus dem Geschäft zu drängen. Wenn dir das alles irgendwie bekannt vorkommt, Wal-Mart hat dasselbe mit den kleinen Familienbetrieben Jahrzehnte lang getan hat.

2. Niemand hat eine Ahnung, wie viel Verbrauchernachfrage zu erwarten ist

Zweitens, da kein anderes entwickeltes Land jemals zuvor Freizeit-Marihuana legalisiert hat, ist es für die Anbaubetriebe schwierig, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie die Verbrauchernachfrage aussehen könnte, wenn die sprichwörtliche grüne Flagge diesen Sommer weht. Im Klartext: Sie fliegen blind, produzieren so viel sie können, drücken die Daumen und hoffen, dass alles klappt.

In gewisser Weise hat dieser Ansatz seine Vorzüge. Daher haben die Anbaubetriebe mit einer hohen Vorproduktion bis zum kommenden Sommer wahrscheinlich die größten Chancen, sich langfristig lukrative Lieferverträge mit den Provinzen und Einzelhändlern zu sichern und emotionale Bindungen zu den Verbrauchern aufzubauen. Die Anbaubetriebe, die ihre Produktionserhöhung erst im nächsten Jahr oder im Jahr 2020 abschließen, könnten diese Möglichkeiten verpassen. Daher scheint es auf den ersten Blick eine gute Idee zu sein, so viel Produktion wie möglich von Anfang an blind zu generieren.

Das Problem ist, dass die Industrie ohne Verständnis der zugrundeliegenden Nachfragetrends das Risiko eines dramatischen Überangebots auf dem Inlandsmarkt eingeht. Die meisten Berichte gehen davon aus, dass die Kanadier bis 2020 rund 800.000 Kilogramm pro Jahr benötigen werden. Da aber die Riesen wie Aurora Cannabis und Canopy Growth wahrscheinlich mehr als 900.000 Kilogramm produzieren, könnte die Gesamtproduktion in der Branche bis 2020 leicht 2 Millionen Kilogramm übersteigen.

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