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Börse: Gelassenheit im Auge des Trumpschen Orkans

Gastautor: Thomas Hellener
16.05.2018, 07:22  |  4849   |   |   

Die Nervosität an den Aktienmärkten ist zuletzt wieder deutlich gestiegen. Die Spannungen im Nahen Osten, zu denen US-Präsident Trump durch die Verlagerung der US-Botschaft nach Jerusalem erneut Öl ins Feuer gegossen hat, der Handelskonflikt zwischen den USA und China, steigende Zinsen in den USA. Und die jüngsten Stimmungsbarometer für die Wirtschaft im Euro-Raum haben sich darüber hinaus tendenziell auch abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland wuchs im ersten Quartal nur noch um 0,3 Prozent, so langsam wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Auch die Wirtschaft in der Euro-Zone verlor an Schwung. Der ZEW-Index verharrte auf einem Fünfeinhalb-Jahres-Tief. Alles Faktoren, um Vorsicht an den Märkten walten zu lassen.

Doch was machen DAX, Dow Jones, S&P 500 & Co.? Sie steigen seit Wochen. Für Dr. Hendrik Leber, den Manager unseres Nachhaltigkeitsaktienfonds PRIMA-Global Challenges, ist das keine Überraschung. Er erwartet auf für die kommenden Monate weiter steigende Kurse, wie er in unserer jüngsten Online-Konferenz deutlich machte (https://youtu.be/dvMVxL8xK2E). „Wir gehen davon aus, dass die Kurse an den Börsen in den kommenden 12 Monaten noch einmal deutlich steigen“, erklärte Leber, auch wenn er besonders vor den Folgen der Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran warnt. „Die einseitige Aufkündigung des Atomdeals mit Teheran ist keine Kleinigkeit, denn der Iran ist stark und ein mächtiger Player im Nahen Osten. Der lässt sich nicht so leicht von Trump einschüchtern wie etwa Nordkorea.“

 

„Trump ist auch nur ein Präsident. Da gab es noch schlimmere“

 

Trump, Trump und immer wieder Trump. Es ist nicht so, dass Leber dies einfach kalt lassen würde, aber er erzählte in diesem Zusammenhang eine Anekdote von Warren Buffett bei der jüngsten Hauptversammlung von Berkshire Hathaway. Die hatte Buffett mit einer wahren „Krisenlesung“ eröffnet. Er zitierte dabei aus der New York Times vom März 1942: Krieg im Pazifik, Australien-Invasion, Bomben, Flugzeuge – eine ganz, ganz tiefe Krise. Genau in dieser Zeit hatte der alte Mann des Value-Investing sein erstes Aktieninvestment getätigt. Im Alter von 11 Jahren. Und einen Gewinn von rund 5 Dollar erzielt. Viel Geld für einen 11-jährigen. Und das in einer Zeit, wo man dachte, die Welt ginge unter. Doch Buffetts altes Credo lautet ja schon immer: „Leute, kauft Aktien, auch wenn es blitzt und donnert!“ Und in einer solchen Zeit wähnt Buffett die Welt auch heute.

Der Altmeister hat in seiner Zeit als Investor 14 US-Präsidenten erlebt, Amtsenthebungsverfahren, jede Menge Skandale und Affären im Weißen Haus. Warum solle der heutige Präsident besser sein, als so viele seiner Vorgänger? Diesem Fazit schließt sich auch Dr. Leber an: Seien die Zeiten politisch auch noch so unsicher, die Wirtschaft habe sich immer gut behauptet und die Unternehmen wertvoller geworden. Man müsse nur immer mal wieder über den Tellerrand hinausschauen und sich die langfristigen Perspektiven betrachten. Immer nur das Schlimmste zu erwarten, habe noch keinem etwas gebracht.

Nachhaltigkeitslehren aus Omaha

Und Leber hat noch andere Erkenntnisse aus Omaha mitgebracht. Etwa die Frage „Was hat die Schwerindustrie, die wir im PRIMA-Global Challenges haben, mit Nachhaltigkeit zu tun? Etwa bei Eisenbahnunternehmen und Stromerzeugern.“ Leber zieht hier Parallelen zum Portfolio von Berkshire Hathaway. „Wir haben im PRIMA-Global Challenges Werte wie Ansaldo, einen Hersteller von U-Bahn- und Straßenbahn-Waggons, den Bahnausrüster Vossloh, sowie die reinen Transportunternehmen Canadian National Railway, CSX Corporation oder auch Union Pacific Corporation. Hier werden die Nachhaltigkeitsschlachten der Zukunft entschieden. In diesen Werten schlummert noch viel Potential.“ Und Leber schlägt den Bogen zum Berkshire Hathaway- Unternehmen Burlington Northern Santa Fé. „BNFS macht vor, was nachhaltiges Wirtschaften leisten kann“, so Leber. „Das Unternehmen hat es geschafft, dass 37,5 Mio. Tonnen weniger Kohlendioxidemissionen durch Bahntransport ausgestoßen werden, es hat Dieselrußemissionen erheblich reduziert, rund die Hälfte über die letzten 10 Jahre. Dazu 3,3 Mrd. Dollar intern investiert, um den Bahnverkehr effizienter zu machen. 7,7 Mrd. Dollar kamen noch einmal von den Kunden dazu. Dann wurden unbemannte Inspektionsfahrzeuge und -drohnen angeschafft, während 4000 Streckendetektoren täglich mehr als 35 Millionen Daten liefern. Auf diese Weise wurden erhebliche Umweltschutz- und Effizienzsteigerungen erzielt. Davon können andere Unternehmen viel lernen.“

Doch nicht alle seien lernfähig. Leber konnte sich einen kleinen Seitenhieb deshalb auch nicht verkneifen: „Fahren Sie mal mit der Deutschen Bahn, da werden Sie von solchen Entwicklungen nichts spüren. Umweltschutz- und Effizienzsteigerungen scheinen für die Bahn Fremdwörter zu sein!“

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