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GE macht den Weg frei bei Alstom – und attackiert jetzt verstärkt Siemens Gamesa

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.05.2018, 08:37  |  706   |   |   

General Electric (WKN:851144) wird das bisher gemeinsam mit Alstom (WKN:A0F7BK) betriebene Offshore-Windturbinen-Joint-Venture vollständig übernehmen. Dieser Schritt fällt mit einer Reihe von strategischen Weichenstellungen zusammen, weshalb es für Aktionäre von Siemens Gamesa (WKN:A0B5Z8) ratsam ist, hier genauer hinzuschauen.

GE’s langer Weg nach Offshore

Lange hat sich GE geweigert im Offshore-Geschäft mitzuspielen. Die Platzhirsche MHI-Vestas, Siemens Gamesa und Senvion (WKN:A2AFKW) konnten daher das Geschäft weitgehend unter sich aufteilen, mit klaren Vorteilen bei der Siemens (WKN:723610)-Tochter.

Zwar wurde 2011, nach der Übernahme der norwegischen ScanWind, mal halbherzig eine 4.1-Megawatt-Anlage vorgestellt, die sich für den Einsatz auf dem Meer geeignet hätte, aber genau wie bei den früheren Offshore-Aktivitäten ergab sich daraus kein Geschäft. Die geplante Serienproduktion wurde abgeblasen, sodass es bei einer einzigen traurigen Pilotanlage in Göteborg blieb.

Auch als 2015 die große Energiesparte von Alstom übernommen wurde, war zunächst unklar, ob die Amerikaner einen neuen Anlauf unternehmen würden. Die Franzosen hatten ihre „Haliade“ getaufte Turbine weit vorangebracht. Das 6-MW-Modell wies 2013 bei ihrer Einführung eine Reihe von Superlativen auf. Sie kam bisher in mehreren Windfarmen zum Einsatz und Alstom blieb zunächst als Joint-Venture-Partner an Bord.

Spätestens jetzt, wo Siemens nach dem verbliebenen Kerngeschäft, dem Schienenverkehr, greift, gibt es bei den Franzosen keinen Platz mehr für Beziehungen zum Erzrivalen. Dass GE und Alstom künftig getrennte Wege gehen, ist daher nur folgerichtig.

Jetzt verdoppelt GE den Einsatz

Lange hat man sich geziert, aber jetzt wollen die Amis endlich zeigen, dass sie das Zeug dazu haben, den exklusiven Club der Offshore-Turbinen-Lieferanten aufzumischen. Die kürzliche Ankündigung einer Investition von 400 Mio. US-Dollar für die Entwicklung einer spektakulären 12-MW-Anlage hat international für Aufsehen gesorgt.

Die zu Übertreibungen neigende Presse spricht fast durchgehend davon, dass GE damit bis 2021 die stärkste Turbine der Welt haben wird. Kann sein, muss aber nicht: Ich schätze, dass bis dahin auch die Konkurrenz soweit ist. Senvion will beispielsweise mit einem Konsortium ebenfalls 2021 bereits einen installierten Prototyp vorweisen können und die Kapazität kann irgendwo zwischen 10 und 15 MW liegen. Auch Siemens Gamesa und MHI-Vestas werden sich nicht abhängen lassen. Immerhin tasten sich beide bereits jetzt mit kommerziellen Systemen an die 10-MW-Schallmauer heran.

GE hat jedenfalls schon mal gut vorgelegt. Wie ernst es dem Industriekonglomerat mittlerweile ist, beim Kampf um die Spitze voll anzugreifen, zeigen die letzten Übernahmen. Mit LM Wind Power und Blade Dynamics wurden zwei Rotorspezialisten ins Boot geholt, mit denen die Technologieposition erheblich verbessert werden konnte. Ein erstes Ergebnis davon ist die 2017 in HUSUM präsentierte 4,8-MW-Onshore-Anlage, die von den Spezifikationen her sehr wettbewerbsfähig wirkt. Anfang 2018 wurde auch bekannt, dass in Southampton eine bedeutende Forschungs- und Entwicklungseinrichtung gebaut wird.

Siemens Gamesa kann kontern

Der wichtigste Vorteil der Siemens-Tochter ist ganz klar die langjährige Erfahrung. Niemand hat auch nur eine annähernd so große installierte Basis, weshalb die Produktionsprozesse umfassender in eine industrielle Großserienfertigung übergeführt werden konnten als bei den Konkurrenten. Das alles aufzuholen wird selbst für einen Giganten wie GE nicht einfach sein.

Bis der in einigen Jahren richtig loslegt, wird das deutsch-spanische Duo schon wieder jede Menge Fundamente ins Meer getrieben haben. Vor wenigen Monaten bekam es von Ørsted (WKN:A0NBLH) den Zuschlag für die bisher größte geplante Windfarm Hornsea Project Two.

Die Rotorblätter dafür werden in der neuen Fabrik in Hull (England) gefertigt. Bis 2020 sollen dort statt bisher 75 bis zu 81,5 Meter lange Elemente entstehen, wobei GE für seine geplante Superturbine eine Länge von 107 Meter angibt. Daran kann man gut den anstehenden Technologiesprung erkennen.

Es wird ein spannender Kampf

An Land war GE meistens erfolgreicher als die Marke Siemens. Erst seit dem Schulterschluss mit Gamesa konnten die Münchener sie überflügeln, den GlobalData-Zahlen zufolge 2017 sogar recht deutlich. Bei ihren Offshore-Anstrengungen musste GE hingegen in der Vergangenheit eine Menge Rückschläge einstecken und es erscheint keinesfalls ausgemacht, dass sie mit ihrem 12-MW-Modell einen Volltreffer landen wird.

Sicher ist aber, dass nach 2021 die Karten neu gemischt werden, wenn unter anderem die zuletzt subventionsfrei ersteigerten Windpark-Projekte gebaut werden und die neuen Modellgenerationen sich beweisen müssen. Um die gut positionierte Siemens Gamesa mache ich mir dabei aber zunächst kaum Sorgen. Die weitere Entwicklung zu beobachten könnte aber trotzdem nicht schaden.

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