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Crowdinvesting Sechs Prozent Rendite möglich

Gastautor: Markus Jordan
16.05.2018, 09:38  |  301   |   |   

Eine Immobilie wird häufig als Geldanlage angepriesen. Das ist leichter gesagt als getan. Wer hat schon 500.000 Euro auf dem Girokonto liegen, die darauf warten, in Betongold zu fließen? Vorbei also der Traum überdurchschnittlicher Renditen dank Immobilien? Nein, hierfür haben die Treiber der Digitalisierung eine Antwort: Crowdinvesting. Dazu besuchen interessierte Anleger die Internetseiten entsprechender Plattformen wie Exporo, Bergfürst, iFunded oder Zinsbaustein, die als Vermittler agieren. „Wohnen in Blankenese“ (Hamburg), Finanzierungsziel: 678.000 Euro; Zinsen: sechs Prozent. Oder: Eine Seniorenresidenz bei Konstanz, bei der 5,5 Prozent Zinsen winken. Die Rückzahlung erfolgt meist nach ein bis drei Jahren. Schon mit 500 Euro Anlegesumme geht es los. Das Informationsportal Geld-Digital.de hat sich das Segment näher angesehen.

STEIGENDE NACHFRAGE

Für dreijähriges Festgeld erhalten Sparer dagegen gut ein Prozent, und das dann bei meist ausländischen Banken. Kein Wunder, dass Sparer nach Alternativen lechzen. Zur Freude von Crowdinvesting-Anbietern, die gerade im Immobilienbereich massive Zuwächse verbuchen können. Laut Marktbericht von crowdfunding.de kletterte das finanzierte Volumen 2017 im Vergleich zum Vorjahr im Energiebereich um 63 Prozent auf sechs Millionen Euro, in der Unternehmensfinanzierung um 114 Prozent auf 63 Millionen Euro und in der Finanzierung von Immobilien um 221 Prozent auf 130 Millionen Euro. Verglichen mit konventionellen Finanzierungsmodellen sind das absolut gesehen noch immer verschwindend geringe Anteile, aber klar ist auch: Crowdinvesting ist am Kommen.

DÜRFEN ES ETWAS HÖHERE ZINSEN SEIN?

Die Frage beantwortet jeder gerne mit „Ja“. Doch Vorsicht: Renditeaussicht und Risiko sind Gegenspieler. Insofern hinkt der Vergleich mit Festgeld. Denn Einlagen sind gesetzlich bis 100.000 Euro gesichert. Einige Banken bieten darüber hinaus eine freiwillige Einlagensicherung in Millionenhöhe. „Die Sicherheiten für den Anleger sind immer sehr individuell auf das jeweilige Projekt zugeschnitten. Sie können von erstrangigen Besicherungen über Patronatserklärungen bis hin zu persönlichen Bürgschaften reichen. Eine Form der Einlagensicherung gibt es jedoch nicht“, sagt Simon Brunke, Vorstandssprecher von Exporo, dem deutschen Markführer.

WARUM SIND DIE ZINSEN SO HOCH?

In Zeiten von Mini-Zinsen stellt sich die Frage, wieso jemand freiwillig fünf oder sechs Prozent Zinsen ausruft. „Weil Projektträger und Immobilienentwickler von der Kapitalbeschaffung über die Crowd profitieren, denn die zunehmende Regulierung der Banken (Basel II und III) führt dazu, dass Banken eine immer höhere Eigenkapitalquote vom Projektträger fordern“, so Brunke. Diese könne je nach Projekt zwischen zehn und 40 Prozent liegen. Er verweist darauf, dass ein Projektträger meist mehrere Projekte gleichzeitig bearbeitet. Damit wachse der Eigenkapitalbedarf des Projektträgers erheblich und es entstehe oft eine Finanzierungslücke, welche zum Beispiel durch ein Nachrangdarlehen geschlossen werden könne. Der Projektträger hat dadurch eine größere unternehmerische Flexibilität. „Zwar kostet auch der Weg über Crowdinvesting Zinsen, ist aber dennoch günstiger als ein Bankkredit, der auf das Gesamt-Projektvolumen berechnet wird“, erklärt Brunke.

DAS GILT ES ZU BEACHTEN

Grundsätzlich gilt bei Geldanlagen: Nicht alles in einen Korb legen. Bei Crowdinvesting sollten Anleger ihr Geld auf verschiedene Projekte aufteilen. Neben reinen Projektfinanzierungen können sich Verbraucher also auch überlegen, mit verschiedenen Besicherungen, von erstrangig bis nachrangig, auch in Anleiheprodukte zu investieren, um sich wie Eigentümer zu fühlen. Diese wertpapierbasierten Immobilieninvestments vereinbaren die Vorteile eines eigenen Immobilienkaufs als Kapitalanlage mit den Vorteilen eines fertigen Produkts. Der Anleger muss sich nicht um die Verwaltung der Immobilie kümmern, hat aber gleichzeitig einen Einblick, etwa in Zahlungsströme und Vermietungen. Hierfür ist bei Exporo „in naher Zukunft“ ein Zweitmarkt geplant. Also eine Möglichkeit, diese Anteile börsenähnlich zu handeln.

DIE STANDORTE DER ZUKUNFT

Drei Aspekte zählen bei der Immobilie als Kapitalanlage: Lage, Lage und Lage. Einen Eindruck davon, wie sich die Preise bis 2030 entwickeln werden, versucht der Wohnatlas 2018 zu vermitteln, den das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) gemeinsam mit der Postbank herausgegeben hat. Im Süden und Südwesten ist demnach von steigenden Preisen auszugehen, im Ruhrgebiet, dem Saarland und in weiten Teilen Ostdeutschlands ist mit fallenden Immobilienpreisen zu rechnen. „Gerade in Regionen mit schwächerer Preisprognose ist es wichtig, den Wert der Immobilie zu erhalten oder zu steigern“, rät Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank. Das geschehe etwa durch Modernisierungsmaßnahmen wie energetische Sanierung.

Bei den Großstädten wird München mit einer jährlich prognostizierten Preissteigerung von 1,50 Prozent das größte Potenzial zugetraut. Es folgen Düsseldorf (1,02 Prozent) und Hamburg (0,96 Prozent). Berlin erreicht nach HWWI-Berechnungen 0,53 Prozent. Ausweichstandort für Hauptstadtinvestoren könnte Potsdam sein, das mit einer erwarteten jährlichen Preissteigerung von 1,66 Prozent auf Platz sieben von insgesamt 401 untersuchten Städten und Landkreisen landet.

Web-Tipp:

Einen ausführlichen Testbericht über das Corwdinvest-Angebot von Exporo lesen Sie unter: https://www.geld-digital.de/testbericht/exporo/

 

 

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