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Ex-Außenminister Sigmar Gabriel: „Wenn wir nicht aufpassen, fliegt uns die Euro-Zone bald um die Ohren“

Gastautor: w:o Gastbeitrag
16.05.2018, 12:25  |  2936   |   |   

Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) warnt vor den dramatischen Folgen einer zögerlichen deutschen Europapolitik. „Deutschland muss bereit sein, mehr von seiner wirtschaftlichen Kraft zu teilen, etwa indem wir Investitionen in Europa fördern“, sagte Gabriel im Interview mit der WirtschaftsWoche.

„Das passiert leider alles nicht. Wenn wir nicht aufpassen, fliegt uns die Euro-Zone daher bald um die Ohren.“ Die Bundesregierung müsse auf die französische Regierung dringend eine Antwort finden, so Gabriel weiter: „Wenn Macron offensiv auftritt, wäre es richtig, ihm offensiv zu antworten. Aber nichts zu tun, die Diskussion ins Leere laufen und Macron im Regen stehen zu lassen – das ist nun wirklich eine Art Anti-Politik“, so Gabriel.

Dazu gehört nach Auffassung Gabriels auch eine strategische EU-Wirtschaftspolitik: „Wir müssen unser Kartellrec ht überdenken. Gemessen an China und den USA sind Firmen, die aus europäischen Fusionen entstehen, immer noch verdammt klein.“ Gabriel soll nach Ablauf einer Karenzzeit selbst als Mitglied in den Verwaltungsrat des neu geschaffenen deutsch-französischen Zugherstellers Siemens Alstom einziehen.

„Industriepolitik war ja lange ein Schimpfwort in Deutschland“, sagte Gabriel der WirtschaftsWoche. „Dabei haben vor allem die vermeintlich so liberalen Amerikaner sie schon immer besonders erfolgreich praktiziert: Das Silicon Valley ist sozusagen ein Produkt gezielter Industriepolitik und zu erheblichen Teilen aus dem Verteidigungsetat der USA getriggert. Fest steht: Nur mit den Instrumenten des freien Marktes werden wir gegen Amerikaner und Chinesen untergehen.“

Zu den derzeitigen geopolitischen Spannungen sagte Gabriel: „Wenn man sich die vielen Konflikte vergegenwärtigt, bekommt man fast sentimentale Gefühle in der Erinnerung an den Kalten Krieg. Das war eine vergleichsweise ruhige und vor allem berechenbare Zeit.“

Quelle: WirtschaftsWoche, vom 16.05.2018.



8 Kommentare

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Kommentare

Und hier ist der eigentliche Grund warum der Knaller es gar nicht abwarten kann das unsere Steuergelder zum Fenster raus geschmissen werden solle.

Gabriel soll nach Ablauf einer Karenzzeit selbst als Mitglied in den Verwaltungsrat des neu geschaffenen deutsch-französischen Zugherstellers Siemens Alstom einziehen.

Da spricht das Pack.
Also zu den Schreiber mit seiner Aussage der Euro wird so stark wie die Mark, na ja wenn er die Ost Mark meint dann stimme ich den zu aber zum Franken nur mal als Beispiel zur Einführung hatte man 1.66,- Franken bekommen und jetzt sind es noch und er ist in den letzten Wochen sehr gestiegen 1.19,- Franken
Hallo, Mann ohne Haare im Gesicht!Bei der überstürzten,wirtschaftlich dilettantisch durchgeführten Euroeinführung,war von Wirtschaftskraftteilung und Länderfinanzausgleich,soweit ich weiss,keine Rede!Die Eurozone,wenn denn überhaupt,fliegt euch Nullen deswegen um die Ohren,weil ihr alle Gesetze und Abmachungen,welche den Völkern(einige wenige zur Abstimmung zugelassen),versprochen waren, eiskalt abserviert und ins Leere haben laufen lassen!Der Oiro wird so stark,wie die Mark!

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