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Das aktuell vielleicht glücklichste Unternehmen der Welt: Deutsche Rohstoff

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.05.2018, 09:00  |  881   |   |   

Das ist außergewöhnlich: Gleich sechs Gewinntreiber wirken auf einmal auf den Geschäftserfolg der Deutschen Rohstoff AG (WKN:A0XYG7) und stützen die Aktie. Anleger können mit einem super Jahresergebnis rechnen.

Alles hängt am Öl

Ob wir wollen oder nicht: Noch immer spielen Erdgas und Petroleum die Hauptrolle auf den Weltmärkten und das wird auch noch über Jahre so bleiben – Erneuerbare Energien hin, Elektromobilität her. Davon profitiert die Deutsche Rohstoff. Zwar ist diese auch bei knappen Metallen, Lithium und anderem engagiert, aber auf die Unternehmenszahlen wirken sich diese Nebengeschäfte kaum aus.

Es kommt also im Wesentlichen darauf an, wie es mit den Ölfeldern in den USA läuft. Dazu ist mir aufgefallen, dass sich im Moment alle Rahmenbedingungen in die richtige Richtung entwickeln.

Gewinntreiber Nr. 1: Geringere Kosten

Als die Ölpreise vor einigen Jahren bei weit über 100 US-Dollar lagen, stritten sich alle um das Explorations-, Bohr- und Förderequipment von Ölservice-Gesellschaften wie Schlumberger (WKN:853390) oder der 2016/2017 von General Electric (WKN:851144) übernommenen Baker Hughes (WKN:872933). Entsprechend explodierten die Preise der Dienstleister.

Doch längst hat sich die Lage entspannt und die Anbieter sind um jeden Auftrag froh. Das kann für kleinere Spieler wie die Deutsche Rohstoff nur gut sein. Zwar habe die Nachfrage laut einer aktuellen Marktanalyse von Westwood Global Energy Group zuletzt wieder angezogen, aber eher auf niedrigem Niveau. Die Preise hätten sich seit 2013 halbiert und jetzt sei die beste Zeit um in die Exploration zu investieren.

Gewinntreiber Nr. 2: Weniger Auflagen

Das Trump-Regime liebt fossile Energieträger und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Pipelines durch Indianergebiet, Trinkwassergefährdung und Luftverschmutzung: Alles egal! Hauptsache, es werden weiter Anteile am globalen Energiemarkt erobert, sodass „Amerika wieder großartig gemacht“ werden kann.

Dafür werden auch Gesetze verändert oder gleich abgeschafft sowie die Arbeitsfähigkeit der Umweltbehörde drastisch eingeschränkt. Was Freunde der Natur ärgert, freut natürlich die Akteure der Öl- und Gas-Industrie. Weniger Regulierung bedeutet weniger Kosten und damit höhere Gewinne. Davon könnte auch die Deutsche Rohstoff profitieren.

Gewinntreiber Nr. 3: Steuererleichterung

Ein zweites Geschenk von Trump betrifft die Anfang des Jahres in Kraft getretene Steuerreform. Zwar ist schwer abzuschätzen, wie groß der Effekt für die Deutsche Rohstoff ausfällt, welche mit drei Ölgesellschaften in den USA aktiv ist. Wichtiger sind nämlich die davon unabhängigen Produktionssteuern, welche von den einzelnen Bundesstaaten eingezogen werden. Aber letztlich sollte sich die Senkung der Unternehmenssteuersätze positiv auswirken.

Gewinntreiber Nr. 4: Niedrige Zinsen

Sicher ist, dass die Mannheimer von den weiterhin exzellenten Finanzierungsbedingungen profitieren. Das Explorations- und Fördergeschäft ist relativ kapitalintensiv, weshalb gerade die kleineren Akteure, welche noch keine Milliardengewinne wie Shell (WKN:A0D94M) und Co. schreiben, immer schauen müssen, wie sie günstiges Geld organisieren können.

Für die 2013 ausgegebene und in kürze auslaufende Inhaberschuldverschreibung mussten noch stolze 8 % bezahlt werden. Das Finanzergebnis schlug 2017 mit minus 4 Mio. Euro zu Buche. Im März wurde nun eine Wandelschuldverschreibung emittiert, die lediglich einen Zinskupon von 3,625 % aufweist. Auch wenn die beiden unterschiedlichen Anleihetypen nicht direkt vergleichbar sind, dürfte klar sein, dass das Unternehmen bilanztechnisch im Vorteil ist.

Gewinntreiber Nr. 5: Der US-Dollar

Im letzten Quartalsbericht zum 1. Quartal 2018 freuten sich die Vorstände Thomas Gutschlag und Jan-Philipp Weitz über den zur Erstellung bereits von 1,25 auf 1,20 US-Dollar abgesunkenen Eurokurs. Wenn „der Dollar weiter zulegen kann, käme uns das zugute“, schrieben sie dort.

Das ist logisch, denn das geförderte Öl wird in Dollar gehandelt und ist somit in Euro konvertiert umso mehr wert. Aktuell steht der Kurs bei 1,18, sodass die Einnahmen allein schon durch diesen Effekt im Vergleich zum Euro-Zwischenhoch vom Februar um 6 % höher ausfallen.

Gewinntreiber Nr. 6: Hoher Ölpreis

In der Vergangenheit war häufig ein zum Dollar gegenläufiger Effekt bei den Ölpreisen zu erkennen – nicht so dieses Mal. Durch die Trumpsche Nahostpolitik sind die Märkte verstärkt in Alarmbereitschaft. Falls die Lage eskaliert, könnte es zu Lieferengpässen kommen. Deshalb werden die Lagerbestände preistreibend aufgefüllt und an den Terminmärkten steigen die Kurse.

Vor zwei Jahren wurde noch spekuliert, ob einstellige Ölpreise möglich seien, und jetzt denken einige Marktbeobachter schon wieder an dreistellige Kurse. Daran mag ich zwar noch nicht so recht glauben, aber aktuell wurde immerhin schon mal die Marke von 70 US-Dollar überwunden, was die für die Deutsche Rohstoff relevante Sorte WTI angeht. Vor 10 Monaten waren es noch rund 45. Dieser Anstieg wirkt sich direkt und fast ungefiltert auf das Ergebnis aus.

Hohe Erwartungen sind berechtigt

Im aktuellen Jahresausblick werden höhere Umsätze und ein um 80 bis 90 % steigender operativer Gewinn vor Abschreibungen erwartet. Wenn man sieht, wie viele positive Effekte derzeit gleichzeitig wirken, lässt sich dieser Anstieg leicht erklären. Netto könnten gut 4 Euro pro Aktie übrigbleiben, womit der aktuelle Kurs von knapp 25 Euro (15.05.) sehr billig wirkt.

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