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Beginnt der Handelskrieg? US-Sanktionskrieg: Total, Maersk und Allianz werden vermutlich den Iran verlassen

17.05.2018, 16:22  |  3517   |   |   

Die europäischen Staats- und Regierungschefs sagten am Donnerstag, dass sie ihr Möglichstes tun werden, um die europäischen Unternehmen der Region vor den negativen Auswirkungen der US-Sanktionen auf den Iran zu schützen.

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, sich aus dem Atomabkommen zurückzuziehen, wird nicht nur zu einer erneuten Verhängung von Sanktionen gegen Teheran führen, sondern wahrscheinlich auch "sekundäre Sanktionen" beinhalten, so CNBC. Diese könnten europäische Unternehmen treffen, die im Iran tätig sind. Sie stehen heute ganz oben auf der Tagesordnung des Treffens der Staats- und Regierungschefs der EU in Sofia, Bulgarien.

Unterdessen haben europäische Unternehmen wie Total, Maersk und Allianz bereits signalisiert, dass sie den Iran verlassen, weil sie befürchten, dass sie zukünftig von US-Strafen betroffen sein könnten. Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite sagte am Donnerstag, dass die EU "technische Lösungen" zum Schutz der Unternehmen prüfe, einschließlich eines "Blocking Statue", durch das es europäischen Unternehmen verboten wird, die US-Sanktionen im Iran einzuhalten. Aber der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Valdis Dombrovskis, sagte, dass ein solcher Schritt nur von "begrenzter Wirksamkeit" sei.

Die europäischen Unternehmen bleiben skeptisch gegenüber den Aussichten für ihre Geschäfte im Iran. Die französische Ölgesellschaft Total, die dänische Reederei Moller-Maersk und der deutsche Versicherungskonzern Allianz kündigten an, den Iran zu verlassen. Am Donnerstag sagte Maersk-Chef Soren Skou, dass er sich sicher sei, dass sein Unternehmen im Iran "schließen" werde. "Mit den Sanktionen, die die Amerikaner verhängen könnten, wird man im Iran keine Geschäfte mehr machen, wenn man auch in den USA Geschäfte machen will und das tun wir im großen Stil."

Unterdessen verkündete Total am Mittwoch, dass es sein Milliarden-Gasgeschäft im Iran, das sogenannte South Pars 11 (SP11)-Projekt, abziehen wird, wenn das Unternehmen nicht von möglichen US-Sanktionen ausgenommen wird. Immerhin ist Total vom harten Dollar abhängig: US-Banken sind an mehr als 90 Prozent des gesamten Finanzierungsgeschäfts beteiligt, US-Anteilseigner repräsentieren mehr als 30 Prozent des Aktienkapitals und US-Vermögenswerte repräsentieren mehr als 10 Milliarden US-Dollar.

Total gab an: "Man kann es sich nicht leisten, einer möglichen Sanktion ausgesetzt zu sein, die den Verlust der Finanzierung in Dollar durch US-Banken für ihre weltweiten Aktivitäten, den Verlust ihrer US-Aktionäre oder die Unfähigkeit, ihre US-Aktivitäten fortzusetzen, beinhalten könnte." Und weiter: "Unter diesen Umständen wird Total keine weiteren Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem SP11-Projekt eingehen."

Quellen:

CNBC

Total

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