DAX-0,46 % EUR/USD-0,04 % Gold-0,22 % Öl (Brent)+0,43 %

Warum Snaps Spectacles 2.0 scheitern werden

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.05.2018, 17:00  |  404   |   |   

Als ob der Quartalsbericht von Snap (WKN:A2DLMS) zum ersten Quartal nicht schon schlimm genug für die Investoren wäre, sieht es so aus, als würde alles nur schlimmer werden. Nein, nicht, weil das Management sagte, dass das Snapchat-Redesign die Nutzer vertrieben hat, oder dass sich die Einnahmen ab dem ersten Quartal „erheblich verlangsamen“ werden (OK, vielleicht auch das) — sondern vielmehr, weil das Management fest entschlossen ist, die Spectacles-Kamerabrille wieder einzuführen.

Verbesserungen rücken in den Fokus

Die erste Neuauflage der Brille weckte zunächst Interesse, doch die Nachfrage blieb aus. Snap verzeichnete einen Verlust von fast 40 Millionen US-Dollar, weil die Geräte in den Lagerhäusern verstaubten. Und die meisten, die 130 US-Dollar für eine Kamerabrille locker machten, benutzten sie nicht lang.

Natürlich gab es dafür technische Gründe. Zum Beispiel nahm die Brille nur Videos auf, keine Fotos; die Bilder mussten über Snapchat bearbeitet werden, bevor sie anderweitig verwendet werden konnten; und das Importieren von Bildern war relativ langsam. Mit Spectacles 2.0 hat Snap einige der Probleme behoben und andere Bereiche verbessert.

Zum Beispiel sind die Gläser jetzt wasserdicht. Sie sind mit einem Mikrofon versehen, um den Ton besser aufnehmen zu können. Und man kann mit Spectacles 2.0 jetzt fotografieren, obwohl man Snapchat immer noch braucht, um alles zu verarbeiten, auch wenn der Bilderimport etwas flotter ist als vorher.

Obwohl die Brille noch etwas albern aussieht, wurde sie stilvoller gestaltet — Snap hat u.a. den gelben Ring um das Kameraobjektiv entfernt. Das minimiert zwar den „Guck, ich trage eine Kamerabrille!“-Effekt, doch die Leute wissen trotzdem, dass es sich dabei um eine Kamera handelt. Und das wird dazu führen, dass sich viele in der Nähe der Leute, die eine Kamerabrille tragen, unbehaglich fühlen.

Es liegt nicht an dir, sondern an mir

Doch auch wenn sich das Design und die Funktionalität gegenüber der ersten Version deutlich verbessert haben, hat Spectacles 2.0 immer noch einen fatalen Fehler: Man kann keine Selfies damit machen.

Weil es eine Brille ist, muss man sie tragen, um ein Foto zu machen oder ein Video aufzunehmen. Das macht Spectacles für die jüngere Generation, die Snap erreichen möchte, unpraktischen und unbequem, da die jungen Leute auf den Fotos, die sie machen, wirklich gerne drauf sind. Dank ihnen steht „Selfie“ im Wörterbuch.

Laut einer von Adweek zitierten Umfrage von Rawhide, einer gemeinnützigen Organisation, die gefährdete Jugendliche in Wisconsin unterstützt, haben 55 % der Millennials Selfies auf Social Media gepostet. Noch erstaunlicher ist, dass 74 % aller auf Snapchat geteilten Bilder Selfies waren.

Weil Brillen dazu bestimmt sind, Fotos und Videos von anderen Dingen als der Person, die sie trägt, zu machen, werden sie wenig Nutzen für diejenigen haben, die Selfies machen wollen. Dies mag erklären, warum sich die Käufer von Spectacles 1.0 so schnell langweilten.

Zum Aufnehmen, Prüfen und Hochladen von Fotos und Videos ist das Smartphone immer noch eine einfachere und bessere Option als eine Kamerabrille.

Ein Fall von Hybris

Snap-CEO Evan Spiegel hat erklärt, dass er trotz der negativen Auswirkungen auf die Nutzerzahlen bereit ist, extra hart an dem neuen Design von Snapchat zu arbeiten. Das Unternehmen berichtete, dass die Zahl der täglich aktiven Nutzer im letzten Quartal nur um 2 % gestiegen sei. Auch die Entscheidung, Spectacles 2.0 auf den Markt zu bringen, nachdem die erste Version floppte, zeigt, dass er nicht bereit ist, zuzugeben, wenn er einen Fehler gemacht hat.

Es wird Snap wieder finanziell belasten, wenn die Kamerabrille erneut versagt, doch die Investoren, die am Ende für eine weitere Abschreibung in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar zahlen werden, hoffen auf eine Trendwende.

3 Trends, die Investoren kennen müssen

Die Welt ändert sich und du könntest dabei als Investor das Nachsehen haben. Möchtest du nicht lieber auf der Welle großer Trends mitsurfen? In unserem neuen Sonderberich erklären dir die Top-Analysten von Motley Fool 3 aktuell wichtige Trends und wie du als Investor davon profitieren kannst. Klick hier und hol dir den kostenlosen Bericht.

Mehr Lesen

Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 11.05.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.


The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.
Wertpapier
Snap Inc


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel

Diskussionen zu den Werten

ZeitTitel
14.11.18