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Stehen Apple höhere Profite bevor?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
18.05.2018, 08:00  |  368   |   |   

Apple (WKN:865985) verkauft Computer in allen möglichen Formen und Größen, von Hochleistungs-Desktops bis runter zur Apple Watch, einem Mini-Computer, den man am Handgelenke trägt.

Jeder Computer, den Apple verkauft, enthält zwei Schlüsselkomponenten: Dynamic Random Access Memory (DRAM), der als eine Art Arbeitsfläche für den Computerprozessor gedacht werden kann, und Speicher, in dem alle Programme und Daten aufbewahrt werden. Praktisch alle Produkte von Apple verwenden einen Speichertyp, der als NAND-Flash bezeichnet wird.

Da DRAM und NAND Grundkomponenten von Apples Produkten sind und die Menge an DRAM und NAND, die das Unternehmen in seinen wichtigsten Produkten anbietet, im Laufe der Zeit tendenziell zunimmt, hängt die Rentabilität von Apples Produkten wesentlich von den Marktpreisen für diese Bauteile ab. Wenn sie billiger sind, kann Apple entweder eine höhere Rentabilität erzielen oder ihre Einsparungen an den Verbraucher weitergeben (was zu einer höheren Stückzahl führen könnte). Werden sie teurer, leidet entweder die Rohertragsmarge von Apple, oder man muss die Produkte hoch genug bepreisen, um die Rentabilität auf Kosten der potenziellen Stückzahl zu schützen.

Die hohe Nachfrage und das relativ geringe Wachstum des Angebots an DRAM und NAND hat in den letzten Jahren zu Preiserhöhungen geführt; dies betraf alle Tech-Hersteller, eben auch Apple. Laut Luca Maestri, der CFO von Apple, könnte sich die Situation jedoch bald verbessern.

Mehr NAND geht immer

„Beim Thema Memory haben wir das Gefühl, dass wir bei NAND bald das Schlimmste hinter uns haben“, sagte Maestri. Obwohl er nicht weiter ins Detail ging, scheint ein Blick auf das, was in der Branche vor sich geht, seinen Optimismus zu unterstützen.

NAND unterliegt, wie jede Ware, Preisschwankungen auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage nach NAND ist weiter gestiegen, da viele Computer, von Smartphones bis hin zu Servern in Rechenzentren, mehr NAND enthalten.

Ein Beispiel: Apples iPhone 7 war in Speicherkonfigurationen von 32 GB, 128 GB und 256 GB erhältlich. Das war mehr als die 16 GB, 64 GB und 128 GB der vorangegangenen Generation (iPhone 6s). Das iPhone 8 und das iPhone X haben dann noch einmal zugelegt und sind in den Konfigurationen 64 GB und 256 GB erhältlich.

Einige Smartphone-Hersteller führen derzeit bereits Geräte mit 512 GB Speicherplatz ein, und ich wäre nicht überrascht, wenn Apples kommendes iPhone-Angebot ebenfalls eine 512 GB-Variante enthalten würde.

Obwohl die Nachfrage nach NAND weiter steigt, bringen viele NAND-Produzenten zusätzliches Angebot auf den Markt. So hat Micron (WKN:869020) zum Beispiel kürzlich mit dem Bau einer weiteren Fabrik begonnen, und Samsung (WKN:881823) erwägt angeblich ebenfalls den Bau einer weiteren.

Da das Angebot steigen wird – wahrscheinlich im richtig großen Stil -, gibt es für Maestri Grund, optimistisch zu sein, dass die NAND-Flash-Preise dann günstiger werden – heißt nämlich auch, dass Apples Gewinne steigen könnten.

DRAM ist „am Anschlag“

Während Maestris Äußerungen, dass man bei NAND „das Schlimmste hinter sich hat“, darauf hindeuten, dass das Management einen Rückgang der NAND-Preise erwartet, erscheint sein Kommentar zu DRAM etwas weniger optimistisch: „Bei DRAM gehen wir davon aus, dass wir uns dem Höhepunkt nähern, möglicherweise zum Ende des Jahres“, sagte er.

Obwohl die Situation bei NAND für die Käufer nicht rosig war, lief es bei DRAM noch schlimmer. Es gibt weniger große DRAM-Hersteller als NAND-Flash-Hersteller, und der DRAM-Markt ist viel größer als der für NAND. Hinzu kommt, dass die wenigen DRAM-Anbieter sehr vorsichtig mit der produzierten Menge waren, damit sie sich nicht in einer Situation befinden, in der das gesamte Angebot der Branche die Nachfrage der Industrie übertrifft, was dann zu DRAM-Preissenkungen führen würde.

Tatsächlich waren sie so vorsichtig, dass die Anwaltskanzlei Hagens Berman kürzlich eine Klage gegen die großen DRAM-Hersteller einreichte und sie der illegalen Preisfestsetzung beschuldigte.

Obwohl Maestri nicht vorhersagt, dass die DRAM-Preise in naher Zukunft sinken werden, legte er in seinen Aussagen doch nahe, dass die DRAM-Preise bis Ende 2018 ihren Höhepunkt erreichen würden. Wenn die DRAM-Preise ab 2019 sinken, würde das nicht dazu beitragen, die Gewinnmargen von Apple für den Rest des Kalenderjahres zu erhöhen (wenn überhaupt könnte sich die Situation sogar noch verschlechtern). Aber es könnte zu günstigeren Vergleichen der Rohertragsmarge und letztlich der Nettogewinnmarge im kommenden Kalenderjahr führen.

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