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Wie Warren Buffett entscheidet, dass es Zeit ist, eine Aktie zu verkaufen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.05.2018, 11:00  |  1712   |   |   

Warren Buffetts bevorzugte Haltezeit ist — wie er oft erwähnt — für immer. Doch es läuft leider nicht immer so. In Wirklichkeit verkaufen das Orakel von Omaha und sein Team regelmäßig und aus verschiedenen Gründen Aktien. Von den neun bedeutendsten Aktienpositionen im Portfolio von Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2) von vor 25 Jahren sind heute nur noch drei vorhanden.

Es gibt jedoch gute und schlechte Gründe, Aktien zu verkaufen. Die Aussagen von Warren Buffett und Berkshire können dir dabei helfen, die richtige Richtung einzuschlagen.

Wie Warren Buffett entscheidet, dass es Zeit ist, zu verkaufen

Auf Berkshires Aktionärsversammlung im Jahr 2002 beantwortete Buffett die Frage, wann er eine Aktie verkauft. Damals hatte Berkshire kürzlich Aktien von McDonalds (WKN:856958) und Disney (WKN:855686) verkauft, nachdem das Unternehmen sie untypisch kurz gehalten hatte.

Buffett nannte zwei Hauptgründe, wann er eine Aktie verkauft. Der erste ist, wenn Berkshire das Geld für eine attraktivere Gelegenheit braucht. „Wir würden verkaufen, wenn wir Geld für etwas anderes bräuchten — ich würde ungern etwas schrecklich Billiges verkaufen, um etwas noch Billigeres zu kaufen“, sagte Buffett. Das passiert Berkshire heutzutage nicht allzu oft, schließlich hat das Unternehmen mehr als 100 Milliarden US-Dollar in bar. Doch es kommt vor, und ich werde im nächsten Abschnitt auf ein konkretes, aktuelles Beispiel eingehen.

Der zweite und häufigere Grund, warum Buffett Aktien verkauft, liegt an sich ändernden Fundamentaldaten oder einer sich ändernden Wettbewerbslandschaft. Wie Buffett sagte:

Wir verkaufen wirklich, wenn wir denken, dass wir die wirtschaftlichen Eigenschaften des Unternehmens neu bewerten. Wahrscheinlich hatten wir zum Zeitpunkt des Kaufs einen Blick auf den langfristigen Wettbewerbsvorteil des Unternehmens, und dieser Blick hat sich vielleicht verändert. Das bedeutet nicht, dass wir denken, dass das Unternehmen in eine katastrophale Phase schlittert, oder so etwas. Wir denken, dass McDonald’s eine gute Zukunft vor sich hat, wir denken, dass Disney eine gute Zukunft vor sich hat… Aber wir glauben nicht, dass ihr Wettbewerbsvorteil so stark ist, wie wir dachten, als wir die Entscheidung ursprünglich getroffen haben.

Reale Beispiele von Aktien, die Buffett verkauft hat

Um einige dieser Punkte zu veranschaulichen sowie einige andere Gründe, warum Buffett und der Rest von Berkshires Team geneigt sein könnten, Aktien zu verkaufen, sind hier nun ein paar Beispiele aus der Geschichte des Unternehmens:

  • IBM (WKN:851399): Berkshire hatte seine IBM-Beteiligung seit einiger Zeit schrittweise abgebaut, und Buffett bestätigte, dass die letzten Anteile im ersten Quartal 2018 verkauft wurden. Kurz gesagt, Buffett meint, er habe IBMs Wettbewerbsherausforderungen falsch eingeschätzt, und infolgedessen habe er die Aktie niedriger bewertet. Das ist ein Paradebeispiel für das Konzept „Wenn deine ursprüngliche These nicht mehr gilt, steig aus.“
  • Wells Fargo (WKN:A0REP4): Berkshire hat in den letzten Quartalen einige seiner Wells-Fargo-Aktien verkauft, und man könnte annehmen, dass es etwas mit dem berüchtigten „Fake Accounts“-Skandal der Bank zu tun hat. Aber daran lag es nicht. Buffett hat mehrmals gesagt, dass er beabsichtige, bei Wells Fargo zu bleiben, aber regulatorische Vorschriften verhindern würden, dass er mehr als 10 % der Aktien der Bank besitzt. Die jüngsten Verkäufe sollten lediglich dazu dienen, unter dieser Schwelle zu bleiben.
  • Freddie Mac (WKN:876872): Viele neuere Berkshire-Investoren sind überrascht zu hören, dass Buffett jemals ein Fan des Hypothekenriesen Freddie Mac war. Doch Berkshire besaß Ende der 90er Jahre 9 % der Aktien des Unternehmens. Berkshire verdiente viel Geld mit der Investition, aber Buffett erkannte besorgniserregende Signale — konkret nahm das Unternehmen viel zu viel Risiko auf sich, um sein Einkommen mit einer zweistelligen Rate weiter zu erhöhen. Buffett Verkaufte alle Anteile bis 2000, und wir alle wissen, was während der Hypothekenkrise geschah — es gibt einen Grund dafür, warum Freddie Mac heute kaum mehr etwas wert ist.
  • ExxonMobil (WKN:852549): Bis Ende 2014 war Berkshire einer der größten Aktionäre von ExxonMobil. Buffett erkannte jedoch, dass die Ölpreise wahrscheinlich nicht so hoch bleiben würden, wie er ursprünglich dachte, sodass Berkshires gesamter Anteil abrupt verkauft wurde.
  • Goldman Sachs (WKN:920332): Warren Buffetts bevorzugte Verwendungszwecke für das Kapital von Berkshire Hathaway sind der Erwerb ganzer Unternehmen und der Kauf von Stammaktien — in dieser Reihenfolge. Als Buffett vor einigen Jahren 13 % der Goldman-Sachs-Aktien von Berkshire verkaufte, nannte als Grund die Kapitalbeschaffung für die anstehende Übernahme von Precision Castparts. Das ergibt Sinn. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kapital anderswo effektiver eingesetzt werden kann, kann es durchaus sinnvoll sein, zu verkaufen.

Schlechte Gründe, zu verkaufen

Doch es gibt es auch schlechte Gründe, um eine Aktie zu verkaufen. Diese sind unter anderem:

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