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Stresstest adé: US-Banken werden von der Kette gelassen

23.05.2018, 09:05  |  8646   |   |   

Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten stimmte am Dienstag für die größte Lockerung der Finanzregulierung seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008. Nun müssen die neuen Regeln von Donald Trump unterzeichnet werden, was mit großer Sicherheit geschehen wird. Anschließend könnten zahlreiche Kreditinstitute vom Stresstest befreit sein.  

Die neuen Regeln lockern die Beschränkungen für alle Banken, bis auf die Größten des Landes. Ein neues Bewertungssystem bildet die Grundlage, denn statt bisher 50 Mrd. Dollar zählen nun Banken mit einer Bilanzsumme 250 Mrd. Dollar zu den wichtigen Institutionen des Finanzsystems und diese müssen weiterhin den Stresstest absolvieren. Alle anderen Banken sind vom Stresstest befreit. 

Im Jahr 2008 hatte die FED als Konsequenz aus der Finanzkrise den Stresstest eingeführt, um mehr Sicherheit im Fall einer Krise zu gewährleisten. Der Test besteht aus zwei Teilen. Für eine Lockerung der Regeln ist vor allem Donald Trump ein wichtiger Motor gewesen, denn er hält wenig von strengen Vorschriften für Finanzkonzerne. Dies wird auch darin deutlich, dass vor einem Jahr noch die Rede davon war, dass der Stresstest zukünftig nur alle zwei Jahren stattfinden soll. Ferner war angedacht, dass Banken mit einer Bilanzsumme von weniger als 50 Mrd. Dollar generell weniger überwacht werden sollen. Der Stresstest war nicht unumstritten, denn viele forderten eine größere Transparenz, während sich die Fed weigerte das zugrundeliegende Modell zu veröffentlichen.  

Neben dem Stresstest werden weitere Bestandteile des "Dodd-Frank"-Gesetzes zurückgezogen. Die Gesetzesreform passierte das Haus mit 258 zu 159 Stimmen. "Das ist ein Gesetz für die kleinen Banken, die die finanziellen Anker unserer Gemeinden sind." sagte Paul Ryan, der Sprecher des Repräsentantenhauses. Einige Demokraten der kleineren oder ländlicheren Staaten, die auf kleinere Banken angewiesen sind, traten für die neue Gesetzgebung ein und sagten, dass sie eine schwere Last von den Schultern der kleinen Banken nehmen würden.

Die Lockerung der Regeln dürfte vor allem die Banken-Lobby freuen. Unangetastet bleibt noch die "Volcker Rule", die den Banken die Finanzspekulation verbietet. Hierfür werden aber auch bereits Vorschläge ausgearbeitet. Vieles hat den Anschein, als könnten die US-Banken zukünftig noch weniger überwacht sein, als jemals zuvor. 

Quellen:

CNBC

MM

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