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Studie Anwesenheit auf Hauptversammlungen steigt auf Rekordhoch

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
25.05.2018, 14:31  |  372   |   |   

(Absatz 3: Die Präsenz auf den Hauptversammlungen hat bei fünf Konzernen abgenommen, nicht bei vier.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Investoren der größten deutschen Börsenunternehmen gehen einer Studie zufolge so rege zu Hauptversammlungen wie noch nie. Bei den Aktionärstreffen der 30 Dax-Konzerne sei die Anwesenheitsquote um 2,4 Prozentpunkte auf einen Rekordwert von 65,3 Prozent gestiegen, zeigt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Finanzierungsberatung Barkow Consulting. Das heißt, dass fast zwei Drittel des Kapitals bei den Hauptversammlungen vertreten waren.

Der Grund für den Anstieg dürfte darin liegen, dass Investoren immer mehr Wert auf das Thema Corporate Governance legen. Das passt in eine Zeit, in der aktivistische Investoren bei großen wie bei kleinen Firmen mit weitreichenden Änderungswünschen für Schlagzeilen sorgen. So wurde am Donnerstag der Einstieg des Hedgefonds Elliott bei Thyssenkrupp bestätigt, mitsamt der Forderung nach operativen Verbesserungen.

Abgenommen habe die Präsenz auf den Hauptversammlungen nur bei fünf Konzernen, ergibt die Auszählung weiter. Beim Spezialchemiehersteller Covestro war das Minus mit rund 15 Prozentpunkten am gravierendsten - lässt sich aber mit dem Teilausstieg der früheren Konzernmutter Bayer erklären.

Um knapp fünf Prozentpunkte ging es bei der Merck KGaA bergab. Das nehmen die Experten von Barkow zum Anlass, die Struktur des Pharmakonzerns als Kommanditgesellschaft zu kritisieren. "Bei dieser speziellen Rechtsform kommt den Stammaktionären ohnehin kein entscheidendes Mitspracherecht zu, da alle Macht letztlich bei der familiengeführten Komplementärgesellschaft liegt".

Auch sonst seien die Abstimmungen bei Hauptversammlungen in vielen Fällen juristisch nicht relevant, da nicht bindend. Ganz selten werden Vorschläge wie zu möglichen Kapitalerhöhungen abgelehnt. Trotzdem hätten die Aktionäre oft einen Einfluss auf das Vorgehen der Konzerne.

Diese These belegen die Finanzierungsberater mit dem Beispiel SAP . So wurde der Vorstand des Softwarekonzerns auf der Hauptversammlung 2017 nur knapp entlastet, nachdem er die Bezahlung - inklusive einem 14-Millionen-Paket für Chef Bill McDermott - nicht als eigenen Punkt auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Daraufhin überarbeitete der Konzern die Vergütung und stellte sie in diesem Jahr als eigenes Thema zur Abstimmung - die Aktionäre winkten es mit einer Zustimmungsquote von 90,1 Prozent durch./fba/zb/nas

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