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Anlegerverlag Daimler: In den Fängen des Weißen Hauses

Nachrichtenquelle: Anlegerverlag
25.05.2018, 16:00  |  553   |   |   

Was nun? Donald Trump hat angeordnet, man möge umgehend prüfen, ob ausländische Automobilimporte die nationale Sicherheit gefährden. Rational betrachtet kann die Antwort nur lauten: natürlich nicht. Aber man darf mutmaßen, dass die Verantwortlichen zum gegenteiligen Schluss kommen werden. Nicht, weil es so wäre, sondern weil der Präsident im Fall der Gefährdung der nationalen Sicherheit ganz andere Möglichkeiten hat. Zum Beispiel die, blitzschnell Strafzölle auf Euro-Fahrzeuge zu erheben. Genau das will er haben. Und das wäre für Daimler (ISIN: DE0007100000) in der Tat höchst unerfreulich.

Das US-Geschäft würde dramatisch unter Druck geraten. Das wäre zwar nur ein Bruchteil dessen, was der Konzern in der Eurozone umsetzt. Aber sollte dann auch noch China hinzukommen, müsste man die 2018er-Prognosen umgehend deutlich nach unten nehmen. Bislang hat der Handelsstreit in Bezug auf China ja sogar zu einem potenziellen Vorteil geführt, weil das Land ab 1.7. den Einfuhrzoll auf alle ausländischen Auto-Importe von 25 auf 15 Prozent senken will. Aber kaum hatte man das im Weißen Haus bemerkt, kam Unmut auf. Denn dass die USA um eigene Vorteile verhandeln und die „bösen“ Europäer die dann ebenfalls bekommen, ist nicht die Version von „fair“, die die US-Regierung verfolgt. Donald Trump will da nachverhandeln … und den Anlegern schwant, dass es da um diesen Aspekt gehen wird. Beides zusammen, Strafzölle in den USA und eine exklusive Bevorteilung der US-Autobauer im für Daimler wichtigen Wachstumsmarkt China, wäre in der Tat ein Grund, hier erst einmal alle Ambitionen der Aktie nach oben als erledigt anzusehen.

Charttechnisch betrachtet sieht die Lage nur für die Bären verheißungsvoll aus. Aus einem absteigenden Keil nach oben ausgebrochen, knapp über die 200-Tage-Linie gelaufen und dann ausgerechnet dort mit Schwung nach unten abgewiesen, das ist klar bearish. Sollte das nahe gekommene April-Tief bei 63,78 Euro jetzt auch noch brechen, dürfte die untere Begrenzung des alten Keils als Support wenig taugen, dann wäre es durchaus drin, dass Daimler die Unterstützung bei 59 Euro ansteuert, deren Erreichen man Anfang des Monats noch als „vom Tisch“ hätte ansehen können.

 

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