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Börse: Chaos-Trump bekommt Konkurrenz aus Rom und Madrid

Gastautor: Thomas Hellener
28.05.2018, 07:34  |  4864   |   |   

An den Märkten braut sich ein unbekömmlicher Cocktail zusammen. Da ist die Chaos-Diplomatie der Trump-Administration in Sachen Nordkorea, der Konflikt mit dem Iran, dann die launischen Entscheidungen in Sachen Strafzöllen und anderen Bereichen im drohenden Handelskrieg vor allem mit der Europäischen Union. Doch Europa tut das Seinige, um die Märkte zu verängstigen. So ist in Italien die Regierungsbildung aus der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtsnationalen Lega gescheitert. Lega und Cinque Stelle wollten den 81 Jahre alten früheren Industrieminister und Ökonomen Paolo Savona zum Wirtschafts- und Finanzminister machen, der ein Euroskeptiker und Kritiker Deutschlands ist. Staatspräsident Mattarella legte aber sein Veto gegen Savonas Berufung ein und forderte die potentiellen Koalitionspartner auf, ihm einen anderen Kandidaten zu nennen. Die aber zeigten dem Staatschef die kalte Schulter. Und jetzt? Möglicherweise wird eine parteilose Übergangsregierung Italien in Neuwahlen führen. Doch, herrscht dann Klarheit? Wohl kaum. Italien wird weiterhin ein Sorgenkind in Europa bleiben.

Und als ob dies noch nicht genug wäre: Jetzt ist auch noch in Madrid die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy wegen einer Korruptionsaffäre in höchste Not geraten. Der Cocktail ist gefährlich. Dax, Dow Jones, S&P 500 und Co. haben in den letzten Tagen bereits mit Kursverlusten darauf reagiert. Und am europäischen Rentenmarkt steigen die Zinsen in Spanien, Italien und Portugal. Die politischen Risikoprämien sind also zurück und dürften die südeuropäischen Rentenmärkte weiterhin belasten.

Vorsicht prägt das Anlageverhalten

Hinzu kommt, dass die Zinsen vor allem in den USA weiter steigen und auf der anderen Seite viele Indikatoren darauf schließen lassen, dass die globale Konjunktur ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. Da nutzen auch die jüngsten Nachrichten aus München wenig, die besser als erwarteten Daten vom ifo-Geschäftsklimaindex vermeldeten. Insgesamt ist eher Vorsicht als Optimismus angesagt. Und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Deshalb haben Frank Fischer und Yefei Lu auch das Portfolio unseres global investierenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte zum Teil abgesichert, um größere Verluste zu vermeiden.

Neue Positionen aufgebaut

Nichts destotrotz wurden einige Positionen im Fonds auf-, bzw. ausgebaut. Neu aufgenommen wurden Telecom Italia, Facebook und der auf erneuerbare Energie spezialisierte US-Konzern Montauk Energy. Zukäufe erfolgten etwa in Alphabet oder auch Sixt Leasing. Doch wie gesagt: Die Absicherung des Portfolios steht derzeit im Mittelpunkt.

Spannender Kampf um Telecom Italia

Bleiben wir nochmal in Italien, denn bei Telecom Italia (TIM) herrscht auch Chaos und Streit. Der ehemalige Staatsmonopolist ist, wenn man so will, nur noch ein Schatten seiner selbst. Vor 20 Jahren wurde das Unternehmen mit wenig Erfolg privatisiert. Seither hat das Unternehmen eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Die vor knapp drei Jahren erfolgte Beteiligung des französischen Großaktionärs Vivendi beschleunigte die Krise und führte dazu, dass sich  der Aktienkurs nahezu halbierte und der Schuldenberg immer weiter anstieg. Doch um TIM ist jetzt ein heftiger Kampf ausgebrochen. So hat die italienische Regierung durch die halbstaatlichen Beteiligungsholding Cassa depositi e prestiti (Cdp) wieder knapp fünf Prozent an Telecom Italia erworben und will gemeinsam mit dem US-Hedgefonds Elliott, der rund 9 Prozent der Aktien kontrolliert, den angeschlagenen Konzern wieder auf Kurs bringen. Auf der letzten Hauptversammlung wurden daher neue Unternehmensleitlinien verabschiedet, wobei von 15 Aufsichtsratsmitgliedern nun zehn auf das Duo Cdp-Elliott entfallen. Der Vivendi-Konzern, der bislang 10 Mitglieder stellte, muss sich künftig mit fünf begnügen. Damit schwindet sein Einfluss entscheidend.

Doch das war nur der Anfang, denn der Medienkonzern Vivendi, der 24 Prozent an Telecom Italia hält, will sich das nicht gefallen lassen. Er will eine neue Hauptversammlung einberufen, um die an Elliott verloren gegangenen Sitze im Aufsichtsrat wieder zu bekommen. Wie dieser Kampf ausgehen wird, bleibt spannend. Vor allem, wenn sich jetzt die mögliche neue Regierung in Rom über ihre Beteiligungsholding Cdp einmischen sollte. Dann würde Vivendi wohl mit stumpfen Waffen kämpfen und die Schlacht um TIM verlieren.

„Verhalten positive“ Quartalszahlen

Dass Telecom Italia Potential hat, haben die, wie Analysten sagen „verhalten positiven“ Zahlen zum ersten Quartal bezeigt. Hier wurden die Anleger vom Wachstum des italienischen Telekommunikationskonzerns positiv überrascht. Denn die Inlandsumsätze legten um 1,7 Prozent zu und damit stärker als von Analysten erwartet, wobei vor allem das Mobilfunk- und das Breitbandgeschäft zum guten Ergebnis beitrugen. Alles Gründe, den Kampf um TIM weiter anzufachen. Die Aktionäre sollten davon profitieren.

 

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