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DAX Die Rücksetzer könnten weitergehen

Gastautor: Jens Chrzanowski
28.05.2018, 08:00  |  442   |   |   

Der Dax ging am Dienstagmorgen der vergangenen Handelswoche bei 13.161 Punkten in den vorbörslichen Handel. Er startete 134 Punkte über der ersten vorbörslichen Notierung am Montagmorgen der Vorwoche und 83 Punkte über dem Wochenschluss am Freitagabend der Vorwoche. Am Dienstagvormittag setzte der Index zunächst leicht zurück, konnte sich aber über der 13.050 Punkte-Marke stabilisieren und dann von hier aus am Abend bis an die 13.207 Punkte laufen. Hier lief die Bewegung aus. Der Dax konnte sich zwar bis Mittwochmorgen noch über der 13.100 Punkte-Marke halten, dann erfolgte ein Abverkauf. Der Dax rutschte bis unter die 12.950 Punkte. Er gelang zwar eine Stabilisierung aber keine wirkliche Erholung. Am Donnerstag erfolgte dann der nächste Abwärtsschub. Der Dax setzte bis in den Bereich der 12.800 Punkte zurück. Hier griffen die Bullen dann aber ein und schoben den Index wieder an die 12.900 Punkte. Am Freitagvormittag gelang dann die Erholung bis fast an die 13.000 Punkte Marke. Dann setzte erneute Schwäche ein.

Das Wochenhoch liegt erneut über dem Level der Vorwoche. Der Dax konnte damit das achte höhere Hoch hintereinander formatieren. Das Wochentief liegt allerdings unter dem Level der Vorwoche. Nach acht Gewinnwochen hat der Dax in der vergangenen Handelswoche ein Wochenminus formatiert. Die Range war die höchste seit der KW 14/2018.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der Dax mit dem Überschreiten der 13.193/95 Punkte weiter bis an die 13.207/09 Punkte laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde perfekt getroffen, das Setup hat damit auf der Oberseite perfekt gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 12.818/16 Punkte nicht ganz an unsere nächste Anlaufmarke bei 12.797/95 Punkten. Unsere Grundhaltung zu belastenden politischen Nachrichten hat sich bestätigt.

KW 21/2018 20/2018 19/2018 18/2018 17/2018
Wochenhoch 13.207 13.146 13.043 12.850 12.648
Wochentief 12.800 12.915 12.810 12.554 12.311
Wochenschluss 12.929 13.078 12.986 12.834 12.583
Wochenergebnis -149 92 152 251 59
Wochen-Range 407 231 233 296 337



Wie könnte es weitergehen?

  • DAX-WS: 12.958/79...13.016/24/51/71/88....13.16/682....12.237/55.....12.313/55
  • DAX-US: 12.912.....12.885/50/31/05....12.785/77/.....12.691/37.....12.517

daxweeksetup800-28-05-2018.jpg

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden.



DAX-Chartcheck:

Das Chartbild hat sich im Laufe dieser Handelswoche eingetrübt. Der Dax hat zwar die 13.200 Punkte erreichen können, hat von dort aus aber spürbar zurückgesetzt. Er ist in den letzten Handelstagen wieder unter die EMA20 im 4h Chart gefallen, was ein erstes Warnzeichen für weitere Rücksetzer sein könnte. Die EMA20 ist auch wieder abwärts gerichtet. Zwar ist der Dax auf der Unterseite vergleichsweise gut abgesichert, dennoch könnten sich in der neuen Handelswoche noch weitere Rücksetzer ausbilden, die bis an die 12.720/700 bzw. bis an die 12.600/550 Punkte gehen könnten. Schafft es der Dax aber zu Wochenbeginn wieder einen Tagesschluss über der EMA20 im Daily zu formatieren, könnte es zunächst bis an die 13.240/60 bzw. an die 13.330/50 und dann an das Jahreshoch gehen. Die Aufwärtsbewegung, die seit einigen Wochen läuft würde mit einem Tagesschluss unter der 12.350 Punkte-Marke als beendet angesehen werden können.

Fazit: Sollte der Dax zu Wochenbeginn wieder einen Tagesschluss über der EAM20 im Daily formatieren und würde dies am Folgetag bestätigt werden, so könnte der Angriff auf das Jahreshoch fortgesetzt werden. Dies halten wir jedoch für weniger wahrscheinlich. Die Rücksetzer könnten ohne weiteres noch bis in den Bereich der 12.720/700 bzw. 12.600/550 Punkte gehen.



DAX - Das große Bild:

Wie im letzten Wochenfahrplan erwartet, hat sich der Fokus in den vergangenen Handelstagen in Richtung Italien bewegt. Wir gehen davon aus, dass sich in den nächsten Wochen zunächst die Regierung konstituieren wird. Danach wird sich dann zeigen, ob und wie sich die skizzierten Pläne dann umsetzen lassen. Die Entwicklung hat die EU und die europäischen Regierungen aufgeschreckt. Fakt wird aber sein, dass die Euro-Krise schneller zurück sein könnte wie gedacht. Italien ist zwar "too big too fail", aber aktuell sieht es ganz nach einer Machtprobe aus. Der EUR hat in den letzten Handelstagen, unter dem Eindruck dieser Entwicklung, bereits deutlich nachgegeben. Denkbar ist auch, dass sich der EUR in den nächsten Handelswochen wieder unter die 1,1000 bewegen könnte. Das würde wiederum den Exporten in Europa und in Deutschland guttun.

Im Laufe der neuen Handelswoche werden auch einige wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Zum einen sind dies die Verbraucherpreise in einigen europäischen Ländern. Wir gehen davon aus, dass diese noch nicht signifikant höher ausfallen. Vielmehr wird sich der steigende Ölpreis erst mit einem Zeitverzug bemerkbar machen. Auf der anderen Seite nimmt die wirtschaftliche Dynamik in einigen europäischen Ländern schon wieder ab, was die EZB auf den Plan rufen könnte, das Aufkaufprogramm doch weiter laufen zu lassen bzw. zu erhöhen, wobei sich die EZB Bilanz dann noch weiter aufblähen würde.

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