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Bilanz nach fast 20 Jahren Euro Euroland-Aktien sind keine effiziente Anlageklasse

28.05.2018, 10:23  |  1023   |   |   

Aktien finden, die nicht jeder sieht: Vor allem Unternehmen mittlerer Größe aus dem Euroraum bieten gute Gelegenheiten für research-orientierte Fondsmanager. Indizes bilden nicht die ganze Vielfalt des Euro-Aktienmarktes ab – besondere Chancen, zum Beispiel aus disruptiven Geschäftsmodellen, können nur aktive Ansätze berücksichtigen.

Damals wie heute: Erfolgsfaktor Euroland-Aktien

 

Vor etwa 20 Jahren blickten Aktienanleger in Europa gebannt auf die bevorstehende Einführung des Euros – Anfang 1999 wurde dieser zunächst als Buchgeld eingeführt. Wer vorher ein europäisches Aktienportfolio nur unter Inkaufnahme von diversen Währungsrisiken zusammenstellen konnte, dem standen mit dem Start der Gemeinschaftswährung neue Möglichkeiten zur Verfügung. Mit Euroland-Aktienfonds ließ sich ohne Währungsrisiko von überzeugenden Anlagethemen auf dem gesamten Kontinent profitieren. Zu den Euroland-Aktienfonds der ersten Stunde zählte auch der nach einem ‚High Conviction‘-Ansatz gemanagte DPAM Invest B Equities Euroland. Der im April 1998 aufgelegte Fonds entwickelte sich schnell zu einem der Flaggschiff-Fonds von Degroof Petercam AM.

Für Guy Lerminiaux, CIO Fundamental Equities, sind Aktien aus dem Euroraum heute wie vor 20 Jahren ein spannendes Terrain für einen aktiven Managementansatz: „Euroland-Aktien stellen nach wie vor keine vollkommen effiziente Anlageklasse dar, im Gegenteil. Sie bietet noch immer einen großen Fundus an Unternehmen, die unbekannt sind, vom Markt nicht oder nur wenig beachtet werden und in Indizes noch nicht enthalten sind“, sagt der Aktienexperte.

Und ergänzt: „Genau in diesen Ineffizienzen liegt der Schlüssel zur Wertschöpfung durch aktives Asset-Management. Für uns als aktivem Manager gilt es, Aktien zu finden, die nicht jeder sieht. Wir halten nicht die üblichen Verdächtigen, die in vielen Indizes enthalten sind. Dies spiegelt sich auch in unseren Portfoliopositionen wider. So sind bestimmte disruptive Geschäftsmodelle in den Indizes in Europa kaum enthalten, wie zum Beispiel Cellnex, ein spanischer Betreiber von drahtlosen Telekommunikationsinfrastrukturen. Außerdem sind die unternehmensspezifischen Risiken zurückgekehrt, was bedeutet, dass die Korrelationen zwischen den Aktienrenditen wieder abnehmen. Dies ist ein günstiges Umfeld für aktive Portfoliomanager wie Degroof Petercam“.

Euroland-Mid Caps – Potenzial im Verborgenen

Das Ziel, Aktien zu identifizieren, die der Markt nur wenig beachtet, lässt sich am besten bei Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung realisieren. Dazu Koen Bosquet, Manager des DPAM Invest B Equities Euroland: „Mid-Cap-Unternehmen werden weit weniger analyisiert als ihre großkapitalisierten Pendants. Sie stellen auch außerhalb der Benchmark attraktive Anlagemöglichkeiten dar. Zudem handelt es sich oft um Familienunternehmen mit stark engagierten Vorständen und stabilen Anteilseignern. Wichtig ist auch, dass sie oft schneller wachsen, da sie in Nischenmärkten mit hoher Wertschöpfung tätig sind. Ihre Geschäftsmodelle sind oft klarer als die von Großunternehmen. Und nicht zuletzt können diese Unternehmen attraktive Übernahmeziele sein oder zu den Large-Caps der Zukunft werden. Das Aufspüren von unterbewerteten Mid-Caps ist Teil unserer DNA und passt ideal zu unserem aktiven Managementansatz und unseren Analysekapazitäten.“

Euroland-Perlen: Tourismus und Ernährung

Der internationale Tourismus hat in den letzten 10 Jahren stark zugenommen – ein Trend, der vorerst fortbestehen sollte. Die Welttourismus-Organisation rechnet in den kommenden 5 Jahren mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4 Prozent bei den Übernachtungen. Auch europäische Unternehmen können hiervon überproportional profitieren. „Wir spielen dieses Thema zum Beispiel über Accor, Inhaber mehrerer internationaler Hotelketten, oder Amadeus, Anbieter eines globalen Vertriebssystems für Flugbuchungen“, sagt Koen Bosquet.

Überzeugt ist der Fondsmanager auch, dass Verbraucher immer mehr Wert auf die Rückverfolgbarkeit der in Nahrungsmitteln verwendeten Inhaltsstoffe legen und natürliche Zutaten bevorzugen. Dies führt unter anderem zu einer Fragmentierung des Bereichs der Lebensmittelproduktionsbetriebe. „Wir favorisieren derzeit Hersteller von Lebensmittelzutaten, wie die irische Kerry Group. Generell halten wir es im aktuellen Umfeld für notwendig, sich auf Unternehmen mit starker Preissetzungsmacht zu konzentrieren, die steigende Herstellungskosten leicht an ihre Kunden weitergeben können.“

20 Jahre konstante Outperformance

Durch aktive Einzeltitelselektion des Fondsmanagementteams konnte der DPAM Invest B Equities Euroland über die vergangenen 20 Jahre einen kontinuierlichen Mehrwert generieren. Ziel des Fonds ist es bis heute, den breiten europäischen Markt langfristig bei einem hohen Active Share (aktuell 76 Prozent) und geringen Tracking Error zu übertreffen.

„Der Ansatz zielt auf eine Kombination aus Top-down-Investmentthemen, einer hochselektiven Bottom-up-Aktienauswahl und einer Ausrichtung auf überzeugende, fundamental sehr gut analysierte Mid-Cap-Titel. Wir gehen dabei unabhängig von einer Benchmark vor und wählen Unternehmen aus, die sowohl Qualität in Bezug auf das Geschäftsmodell, das Management und den Track Record als auch Wachstumsmerkmale aufweisen. Diese Suche nach Alpha beinhaltet eine strenge Risikokontrolle, die vollständig in den Anlageprozess integriert ist“, fasst Koen Bosquet die Kernpunkte anlässlich des 20-jährigen Bestehens des DPAM Invest B Equities Euroland zusammen.

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