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6 Mrd. Euro Angela Merkel kündigt größte Wohnraumoffensive der letzten Jahre an

28.05.2018, 10:42  |  3812   |   |   

In Deutschland will die Politik den steigenden Mieten und Immobilienpreisen mit der Zusage begegnen, mehr als 6 Milliarden Euro in den Bau neuer Wohnhäuser zu investieren.

Das Programm zielt auf den Bau von 1,5 Millionen Wohnungen und Häusern in den nächsten vier Jahren ab, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer wöchentlichen Videoansprache am Samstag. Damit soll sich die Lage in den Ballungsgebieten nachhaltig entspannen, so hofft Merkel.

Der Plan sieht 2 Milliarden Euro Bundesmittel für soziale Wohnungsbauprojekte sowie steuerliche Anreize zur Förderung der Entwicklung bezahlbarer Wohnungen für mittlere Einkommen vor. Die Regierung stellt auch Geld zur Verfügung, um Familien zu helfen, sich ihr eigenes Heim zu leisten - Stichwort: Baukindergeld.

Ferner verspricht Merkel, dass der Bund verbilligtes Bauland den Ländern anbietet - "soweit der Bund dieses Land heute besitzt", so Merkel. Ferner soll beim Baurecht nachjustiert werden - es soll "verschlankt" werden. 

Das mitunter dringendste Thema sind die Mieten. In diesem Bereich spricht Merkel von den Mieterhöhungen nach einer Sanierung. Dieser Aspekt soll zukünftig wenig attraktiv für Eigentümer sein, denn die Umlage der Kosten auf den Mieter soll gesenkt werden. Es soll "nicht in die falsche Richtung modernisiert" werden, so die Kanzlerin. Ein weiteres Thema ist die Auskunftspflicht über die Miethöhe des Vormieters, damit die Mietpreisbremse geprüft werden kann. Darüber hinaus soll der Mietspiegel vereinheitlicht werden, um mit mehr Transparenz den Mietern bessern zu dienen.

"Für viele ist es eines der brennenden Themen unserer Zeit, bezahlbares Wohnen zu finden", sagte Merkel im Video. "Die Bundesregierung reagiert darauf mit einer Wohnungsoffensive, die wir Schritt für Schritt umsetzen werden."

Die steigenden Wohnkosten drohen das soziale Gefüge in Deutschland zu zerreißen. In Berlin sind die Mieten nach Angaben der Bulwiengesa AG seit 2009 um durchschnittlich fast 60 Prozent gestiegen, da der Bau nicht mit den Tausenden von Menschen, die jedes Jahr in die Hauptstadt ziehen, Schritt halten konnte.

Es bleibt abzuwarten, wie das angekündigte Programm tatsächlich umgesetzt wird. Es scheint sehr ambitioniert zu sein und vor dem Hintergrund der immer dramatischer werdenden Marktsituation ein dringender Schritt in richtig soziale Sicherheit und Gerechtigkeit. Immerhin gehört das Recht auf Wohnen mit zu den Menschenrechten.  

 



8 Kommentare

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Kommentare

So wie die Meldung formuliert ist, können die 2 Milliarden für's Soziale durchaus auch in den 6 Milliarden enthalten sein. Dann wären es nur 4000 pro neuer Wohnung. Aber egal, ob 4 oder 5 Tausend, es ist lächerlich. Wer bitte soll den Rest finanzieren. Wer würde für diesen Minizuschuss Mietwohnungen bauen?
Schaut man sich die Leistungen der Kanzlerin an (Kernenergie-Stopp, EEG-Fortführung, Diesel, Migrationskrise), könnte man fast meinen, sie sei so blöd. Wird aber wohl nicht so sein, sondern wieder nur ein wenig Sand, der den Untertanen in die Augen gestreut wird, damit die glauben, die Regierung sein am Lösen der Probleme.
Ist aber nicht so. Der grünen Kanzlerin sind die Probleme der ansässigen Bevölkerung gleichgültig. Als Weltbürgerin muss sie die Welt retten und kann ihre Zeit nicht mit solchen Belanglosigkeiten verplempern.
Wie schön, dass unsere tolle Regierung nun aufgewacht ist. Klar, die hunderttausende schon im Land befindlicher und Millionen noch einströmender Facharbeiter brauchen doch Wohnraum. Ich denke, die wollen nicht ewig im Lager leben. Sonst gibt es vermutlich noch mehr Bambule.

Auch die 20% in Arbeit stehenden Asylanten sind ein fake, wenn man bedenkt, dass der weit überwiegende Teil ungelernte Tätigkeiten ausführt. Uns fehlt es ja bekanntlich gerade enorm an un- oder geringqualifizierten deutschen oder EU Arbeitslosen.

Irgendwie erninern mich heutige Aufstockungen bei Alten- und Krankenpflegern, Kindergartenplätzen und Wohnungen an die letzten Tage des Dritten Reiches. Da wurden dem Gräfaz von Göring und Himmler auch Menschen zur Verstärkung angeboten, deren Namen bestenfalls auf dem Papier standen oder die für die Infanterie überhaupt nicht geeignet waren.

Erleben wir nun etwa schon wieder einen Volkssturm?
ich hätte die 5000€ dann gerne ausgezahlt für einen wohnwagen ....

wenn die bundesregierung dann noch nette dauerstellplätze in ballungszentrumsnähe mit öpnv und fahrradanbindung bereitstellt - 50€ pro monat für ein bisschen wasser und 50m^2 nackte wiese müssten ja reichen - dann bin ich dabei - und ich nehme an - 1+mio andere auch ...

dann reichen die 5000€ prämie auch für ca. 30% meiner kosten zur herstellung eines wohnumfeldes, dass wohl doppelt so lange hält wie die meisten containerdörfer, die die bundesregierung aus dem boden gestampft hat ....

ich würde mich mal informieren, wass die "container"-häuser - errichtet von messebauern in hamburger randbereichen so gekostet haben - für die 6-7 jahre lebensdauer, die die teile haben ;)
Wenn man die 8 Milliarden Euro auf 1,5 Millionen verteilt, bekommt jede Wohnung 5.333€.
Dafür gibt es bei den heutigen Baupreisen ca. 2 Quadratmeter Wohnfläche.
Die Lösung liegt aber vor allem in der umfassenden Reduzierung der reinen Baukosten.
Bau-Lobbyisten tun so, als ob die Bauindustrie eine heilige Kuh ist, an deren Prozessen nicht gezweifelt werden darf. Es gibt keinen anderen Industriezweig, der so viele Interessenverbände mit so vielen Interessenvertretern hat, wie das Bauwesen.
Die werden auch dafür bezahlt, ununterbrochen zu behaupten, dass alle anderen an die hohen Baukosten schuld sind. Das es aber, insbesondere im Hinblick auf die Kapazitätsgrenzen der Baubetriebe, den Arbeitskräftemangel und die Bauzeitfenster, zum großen Teil an die geringe operativen Leistungsfähigkeit und Produktivität der Bauwirtschaft in Deutschland liegt, wird verschleiert.
Wenn aber politisch Verantwortliche für den Wohnungsneubau auf diesen Zug aufspringen und kostengünstigere Möglichkeiten vehement ignorieren, obwohl diese zur Verfügung stehen, ist das für die tausende Wohnungssuchende mit geringem Einkommen kaum akzeptabel, obwohl das die einzige Lösung ist.

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