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ROUNDUP/Italienische Aktien verlieren nach Populisten-Aus an Rückenwind

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.05.2018, 10:49  |  531   |  122   |   

MAILAND (dpa-AFX) - Der anfängliche Rückenwind für den italienischen Aktienmarkt durch das überraschende Aus für die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Partei Lega ist am Montagmorgen schnell wieder verloren gegangen. Nach anfänglichen Kursgewinnen von in der Spitze 2 Prozent beim FTSE MIB lag der italienische Leitindex zuletzt nur noch knapp mit 0,09 Prozent im Plus bei 22 417,98 Punkten.

Am Markt wurde angesichts der Ausschläge auf eine vorerst gescheiterte Regierungsbildung durch die beiden populistischen Kräfte verwiesen. Deren gemeinsamer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, hatte am Sonntag nach nur vier Tagen den Regierungsauftrag an Staatspräsident Sergio Mattarella zurückgegeben. Grund dafür war vor allem der Streit über die geplante Ernennung eines ausgewiesenen Euro- und Deutschland-Kritikers zum Finanzminister.

Am Markt machte sich daraufhin zunächst Erleichterung breit, nachdem das aus den Koalitionsplänen resultierende Konfliktpotential mit der EU an den Kapitalmärkten zuletzt für Unsicherheit gesorgt hatte. Allerdings schwand die Euphorie der Anleger schnell wieder, als sich die Auffassung durchsetzte, dass der Regierungsbildungsprozess vor dem Hintergrund erwarteter Neuwahlen ein potenzieller Unruhefaktor bleibt. Laut Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei Berenberg, ist es unwahrscheinlich, dass sich die politisch vertrackte Situation dabei in irgendeiner Weise auflösen wird.

"Umfragen signalisieren derzeit einen Stimmenzuwachs für die populistischen Parteien", warnte am Morgen auch die britische Großbank HSBC in einem Kommentar. Angesichts hoher Erfolgsaussichten der Lega bei Neuwahlen seien Spannungen innerhalb des Währungsraums wohl nur aufgeschoben, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Außerdem droht eine Verfassungskrise, weil die Fünf-Sterne-Bewegung ein Amtsenthebungsverfahren gegen Staatspräsident Mattarella einleiten will, da er die Regierungsbildung blockiert hat.

Im Zuge dieser Ernüchterung büßten die anfänglich stark gestiegenen Finanzwerte ihre Gewinne sogar gänzlich ein. Unicredit tauchten nach einem frühen Satz nach oben um mehr als 4 Prozent zuletzt mit 0,3 Prozent in die Verlustzone ab. Intesa Sanpaoolo waren nach zeitweisem Anstieg um etwa 3 Prozent sogar mit 1,2 Prozent in den roten Bereich abgerutscht.

Neben Aktien schwand der Rückenwind auch bei anderen Anlageklassen. Der Euro kehrte nach einem zeitweisen Anstieg über 1,17 US-Dollar wieder unter diese Marke zurück. Zuletzt wurden 1,1681 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Auch bei italienischen Staatsanleihen schmolzen die Kursgewinne im Laufe des Vormittags wieder dahin./tih/fba

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Kommentare

Die allgemeine Marktschwäche hat die Erholung die durch versöhnliche Töne der italienischen Regierung ausgelöst wurde wieder fast ausgelöscht.

Alle was nach Leverage aussieht verliert überproportional. https://www.zerohedge.com/news/2018-12-06/sorry-european-ban…

Einziger Wehrmutstropfen ist, dass ich nicht auf Deutsche Bank oder auf die Franzosen puts gekauft habe. Da wäre noch mehr zu holen gewesen...
Ist schon traurig. Intesa hat performed und ein gutes Ergebnis geliefert als Einzige wird aber trotzdem in Sippenhaft mit den anderen Banken abverkauft.
Wenn im Mai 2019 die Dividende gezahlt wird sind es 11-12 % Rendite. Ich freue mich.
Aber Überraschung bei Intesa. Die haben klammheimlich ihre Staatsanleihen verkauft und so weitere Verluste vermieden. Nur so lassen sich steigende CET1 und 40 Mrd bei der EZB erklären.
Dieser Messina hat's drauf.
Die Zahlen waren natürlich gut. Von Dividendenkürzung wie von vielen Analysten erwartet war auch keine Rede. Da kommt man als Halter von puts natürlich ins Grübeln. Ich könnte jetzt 70% mitnehmen und die Sache schließen.



Vorerst bleibe ich aber dabei. An den prinzipiellen Problemen des italienischen Staates und der Wirtschaft hat sich nichts geändert. Auftragseingänge sind im Oktober eingebrochen , deuten auf eine Rezession hin und sind in Q3 nicht enthalten. Ob Italien so eine Rezession so einfach weg steckt ist die Frage:
https://www.focus.de/finanzen/boerse/ex-iwf-direktor-warnt-i…

Außerdem ist es nicht nur eine Short Spekulation sondern auch ein Hedge auf meine anderen Invests.
Gewinn +28%, CET1 leicht gestiegen. Besser kann man es nicht machen. Dass trotzdem der Kurs nur leicht positiv reagiert ist dem schlechten Sentiment für Italien geschuldet. Seis drum Intesa kann man behalten und sich nächstes Jahr mal auf 11% Dividende freuen.

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