DAX+0,26 % EUR/USD+0,53 % Gold+0,48 % Öl (Brent)+0,50 %
Devisen: Eurokurs steigt wieder über 1,16 US-Dollar
Foto: Vladimir Koletic - 123rf

Devisen Eurokurs steigt wieder über 1,16 US-Dollar

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
30.05.2018, 17:15  |  500   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Beruhigung der Lage an den italienischen Finanzmärkten hat den Eurokurs am Mittwoch gestützt. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1608 Dollar. Im frühen Handel hatte sie knapp über der Marke von 1,15 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1632 (Dienstag: 1,1558) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8597 (0,8652) Euro.

Noch am Dienstag hatte die politische Krise in Italien den Eurokurs auf den tiefsten Stand seit Juli 2017 geschickt. Die Lage an den italienischen Finanzmärkten beruhigte sich am Mittwoch jedoch und sorgte Kursgewinne beim Euro gesorgt. Italien hatte an den Finanzmärkten frisches Geld erhalten. Zwar musste man viel höhere Zinsen als zuletzt zahlen. Allerdings stieg zugleich die Nachfrage nach den Staatsanleihen an. Im Vorfeld hatten Fachleute von einem bedeutenden Markttest gesprochen.

Die politische Unsicherheit bleibt jedoch in Italien groß. Es wird auch nicht ausgeschlossen, dass es doch noch zu einer Koalition der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der fremdenfeindlichen Lega kommt. Der Präsidentenpalast bestätigte am Mittwoch, dass Staatschef Sergio Mattarella und der designierte Premier Carlo Cottarelli mit der Bildung einer Übergangsregierung warten wollten, bis klar sei, ob es noch eine Einigung zwischen den Parteien geben könne.

Gestützt wurde der Eurokurs zudem durch eine steigende Inflation in der größten Volkswirtschaft der Eurozone. In Deutschland waren die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Im Vormonat hatte die Rate der europäischen Berechnungsmethode folgend nur bei 1,6 Prozent gelegen. Auch in Spanien hatten die Verbraucherpreise überraschend stark zugelegt. Die Jahresinflationsrate war hier im Mai auf 2,1 Prozent geklettert. Die EZB strebt für den gesamten Euroraum mittelfristig eine Rate von knapp zwei Prozent an.

Ökonomen erwarten nicht, dass der Euro sich nachhaltig erholen kann. "Solange die Zweifel an der zukünftigen Europapolitik Italiens im Markt vorherrschen, wird es der Euro schwer haben, gegenüber dem Dollar wieder zuzulegen", kommentierte Antje Praefcke, Devisenexpertin bei der Commerzbank. "Da helfen dann irgendwann auch keine guten Konjunkturzahlen mehr."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87500 (0,87143) britische Pfund, 126,76 (125,88) japanische Yen und 1,1513 (1,1517) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde zuletzt mit 1301,41 US-Dollar gehandelt./jsl/tos/he

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel