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Hat’s Trump nötig? US-Handelskrieg mit Ruanda um Altkleider

31.05.2018, 12:33  |  3538   |   |   

Trump führt mit Afrika einen wenig beachteten Handelskrieg um Altkleider. Trump’s „America First“-Strategie gilt anscheinend auch für Entwicklungsländer.

Während der Handelsdisput der USA mit China und Europa die Nachrichten dominiert, führt Trump in Afrika einen wenig beachteten Handelskrieg über secondhand Kleidung. Trump‘s „America First“-Strategie scheint auch vor Entwicklungsländern nicht Halt zu machen.

Viele afrikanische Schwellen- und Entwicklungsländer werden von Gebrauchtkleidung aus den USA regelrecht überschwemmt. Die Folge: Die mühsam aufgebaute einheimische Textilindustrie geht zu Grunde. Deshalb beschlossen Kenia, Tansania, Uganda und Ruanda die Einführung von Schutzzöllen für importierte Altkleider. Ruanda erhöhte die Zölle sogar von 20 Cent auf 2,50 US-Dollar je Kilogramm, so Die Presse.

Im März letzten Jahres wurde die Angelegenheit dann durch die „Secondary Materials and Recycled Textiles Association“ (SMART), ein US-Verband für secondhand Waren, dem US-Handelsbeauftragten (USTR) gemeldet. Der Verband behauptete, dass 40.000 Arbeitsplätze in den USA sowie zehntausende von Arbeitsplätzen in den ostafrikanischen Ländern durch die Zölle bedroht seien, so CNBC. Seitdem hat Trump den Druck auf die afrikanischen Staaten erhöht und damit gedroht das US-Gesetz für Wachstum und Chancen in Afrika (AGOA), das den zollfreie Export von 6.500 afrikanischen Gütern in die USA ermöglicht, zu kippen.

Trumps Drohung zeigt Wirkung: Kenia, Tansania und Uganda hoben ihre Schutzzölle kürzlich auf. Nur Ruanda weigert sich weiter und hält an den Importzöllen fest. Am Montag lief ein US-Ultimatum aus, so CNBV. Die USA werden deshalb wahrscheinlich Sanktionen gegenüber Ruanda durchsetzen.

In Ruanda selber gehen die Meinungen auseinander. Präsident Paul Kagame soll im Juni 2017 gesagt haben: Trotz der Mitgliedschaft im US-Act AGOA „müssen wir andere Dinge tun, wir müssen wachsen und unsere Industrien etablieren“. Eine ruandische Klamotten-Händlerin sagte gegenüber der BBC: „Ich verstehe, dass Ruanda seine eigenen Industrien entwickeln muss, ich unterstütze die "Made in Ruanda" Kampagne, aber wir sind noch dabei diese Industrien zu entwickeln. Es wäre fair gewesen, wenn die Regierung für die Armen secondhand Kleidung erlaubt hätte.“

Der US-Markt für gebrauchte Kleidung ist laut Reuters fast eine Milliarde US-Dollar wert. Trump ist anscheinend gewillt diesen Markt um jeden Preis zu schützen. Sogar bei Entwicklungspartnerschaften mit afrikanischen Entwicklungsländern gilt: „America First“, was ziemlich erbärmlich ist.

Quellen:
BBC:"How the US and Rwanda have fallen out over second-hand clothes"
CNBC: "The US has another trade spat going on — and it's over old clothes"
Die Presse: "Trump im Handelskrieg gegen Ruanda - Wegen Altkleidern"

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Kommentare

Auch sollten den netten Präsidenten der USA mal die Chinesen, Russen, Inder und Europäer sagen was First heisst für ein Land das immer mehr Menschen auf dieser Welt nicht mehr mögen und das aus guten Grund.
Entwicklungsländern gilt: „America First“, was ziemlich erbärmlich ist.

Nein das ist der grossartige Präsident der USA , ja auf den können die Amerikaner stolz sein na ja man hat ihn ja auch schon einmal finanziell mächtig aus der patsche geholfen nur hat der nette Präsident das wohl vergessen nur sehr schlimm das die US Bürger ihn auf den Leim gegangen sind und seine Märchen auch noch glauben.

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