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Kupfer: Wie Elektroautos und Erneuerbare Energien die Nachfrage pushen

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
01.06.2018, 12:12  |  1450   |   |   

Das Kupferangebot dünnt aus. Gleichzeitig steigt die Nachfrage durch Wind- und Solarparks sowie die Elektrifizierung der weltweiten Fahrzeugflotte deutlich an. Die Bank of Montreal sieht nicht nur kräftige Verschiebungen im Markt voraus, sondern prophezeit in einem aktuellen Research-Report auch ein ordentliches Nachfrageplus.

Elektroautos sind nicht der einzige Faktor

Kupfer ist das meistgehandelte und meistgenutzte Industriemetall der Welt. Und die Nachfrage wird in den kommenden Jahren massiv steigen, wie ein aktuelle Studie der Bank of Montreal (BMO) zeigt. Demnach wird die Nachfrage allein bis 2030 um durchschnittlich drei Prozent pro Jahr zunehmen. Doch es ist nicht nur das globale Wirtschaftswachstum, dass den Bedarf erhöht. Haupttreiber sind laut BMO die steigende Nachfrage aus den Bereichen Elektroautos sowie Erneuerbare Energien. Was in vielen Studien zudem bislang unterschätzt wird, ist ein notweniger Ausbau der Energie-Infrastruktur. Denn wenn mehr und mehr Autobesitzer ihr Auto regelmäßig über das Stromnetz „auftanken“, muss auch die entsprechende Infrastruktur das hergeben. Dementsprechend unterstellt BMO, dass die zusätzliche Infrastruktur fast genauso hohe Mengen an Kupfer benötigen wird wie die Batterien von Elektroautos (siehe Graphik unten). Doch in dieser Diskussion darf man den Energiefaktor nicht unterschätzen. Die Nachfrage durch neu installierte Wind- und Solarparks soll noch stärker zulegen. Bei der Sonnernergie soll sich die Nachfrage nach Kupfer bis 2025 verdreifachen, in der Windindustrie immerhin verdoppeln. Hier komme in den kommenden Jahren der Faktor „Energy Storage“ hinzu. Denn dank Fortschritte in der Technologie lohnt es sich, Sonnen- und Windenergie in Energiespeichern zu parken, um sie bei Bedarf abzurufen.

Elektroautos benötigen 3,6 mal mehr Kupfer

In Sachen Elektroautos hat BMO in seiner Studie einen Anteil am gesamten Pkw-Bestand von 10 Prozent bis zum Jahr 2025 unterstellt (siehe Szenarien unten). Sollte das Wachstum  aufgrund politischer Faktoren noch steiler ausfallen, könnte der Kupferbedarf dementsprechend stärker steigen. Die hohen Raten halten jedenfalls an: allein in der Volksrepublik China stieg die Zahl der verkauften Elektro- und Hybridautos im ersten Quartal 2018 um 175 Prozent. Heute ist das ostasiatische Land mit weitem Abstand der größte Markt für diese Fahrzeuge. 2025 dürfte der Weltmarktanteil satte 40 Prozent betragen, wird prophezeit. Dabei ist der Anteil an Kupfer in Elektromotoren deutlich höher als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Aufgrund der unterschiedlichen Motorengrößen sind zwar exakte Voraussagen schwierig, doch man geht davon aus, dass pro Wagen etwa 3,6 Mal soviel von dem roten Metall benötigt wird. Andere Analysen unterstellen etwas höhere oder niedrigere Werte. Kupfer jedenfalls scheint einer der klaren Gewinner der Elektrifizierung des Verkehrs zu sein.

Probleme auf der Angebotsseite

Diese Veränderungen in der Kupfernachfrage stoßen derzeit auf Probleme beim Angebot. So ist die Kupferpipeline „historisch dünn“, wie es die BMO-Analysten formulieren. Wir hatten das an dieser Stelle bereits ausführlich thematisiert. Zu einer Menge an auslaufenden Minen kommt derzeit ein Mangel an weit fortgeschrittenen neuen Kupferprojekten. Der Hauptgrund hierfür ist die schwere Krise der Branche in den Jahren 2015 bis Mitte 2017, als der Tonnenpreis für das Metall zeitweise deutlich unter die Marke von 6.000 Dollar fiel. In dieser Zeit wurde kaum in neue Explorationsprojekte investiert. Das rächt sich nun in Zeiten höherer Preise. Viele Kupferkonzerne sitzen derzeit zwar wieder auf ordentlichen Cashreserven. Nur ist der Wettbewerb um neue Projekte recht hoch. Zuletzt wurde das deutlich, als Lundin Mining eine Übernahmeofferte über rund 1,5 Mrd. CAD für Nevsun Resources abgab (mehr hier). Im Gegensatz zu den üblichen Gepflogenheiten in der Mining-Branche handelt es sich hier um ein feindliches Angebot. Das Nevsun-Management hatte zuvor nach langen Verhandlungen mit dem schwedisch-amerikanischen Konzern einen Deal verhindert.

Starke Position für Kupferdeveloper

Der mögliche Lundin-Nevsun-Deal zeigt bereits jetzt, dass der Wert von fortgeschrittenen Kupferprojekten in sicheren Jurisdiktionen steigt. So geht es Lundin vor allem um Nevsuns Kupferprojekt in Serbien, also keine bereits produzierende Mine. Was des einen Leid ist, ist aber des anderen Freud. Denn wer heute über ein weit fortgeschrittenes Kupferprojekt verfügt, kann aus einer Position der Stärke heraus handeln. Hierzu zählt auch Nevada Copper (0,66 CAD | 0,44 Euro; CA64128F1099). Die Kanadier bauen derzeit eine Untertagemine in den USA und wollen im dritten Quartal 2019 in Produktion gehen (ausführlich hier). Es ist das einzige voll genehmigte Projekt in den Verinigten Staaten. Als Großinvestor hat sich hier das Schweizer Rohstoffhaus Pala Investments (Anteil: 53%) stark engagiert und für eine Finanzierung des Minenbaus gesorgt. Nach der Untertagemine soll zudem auch ein Tagebau ab ca. 2021/22 die Arbeit aufnehmen. Zusammen kommt Nevada Copper bei diesem Pumpkin Hollow-Projekt auf eine Lebensdauer von 24 Jahren bei einem anfänglichen Cashflow von 75 Mio. US-Dollar p.a. Dem steht aktuell ein Börsenwert von rund etwa 300 Mio. CAD, also umgerechnet 230 Mio. US-Dollar, gegenüber. Wer auf eine steigende Kupfernachfrage setzen will, dürfte mit einem Investment in Nevada Copper gut bedient sein. Ein Verkauf von Pumpkin Hollow sei übrigens nicht notig, betont Pala regelmäßig. Da die Finanzierung stehe und alle Genehmigungen erteilt seien, spüre man keinen Druck, das Projekt vorzeitig zu verkaufen. Klar ist aber auch: Wenn die Preise für solche Projekte hoch bleiben, wird der Schweizer Investor bei einem guten Preis sicher nicht „Nein“ sagen. Wir reden hier schließlich von Private Equity-Investoren.

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