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Rettung für Venezuela? Statt 1,3 Millionen Bolivar für ein Sandwich kommt nun eine neue Währung...

04.06.2018, 12:19  |  2577   |   |   

Venezuela kämpft mit einer dramatischen Hyperinflation. Experten rechnen für 2018 mit einer Inflationsrate von 15.000 Prozent. Eine neue Währung soll den Wertverlust des Bolívar bekämpfen. Experten zweifeln jedoch an der Wirksamkeit der Maßnahme.

Geldentwertung ist ein Albtraum: Die allgemeinen Preise steigen und man kann sich immer weniger für sein Geld kaufen. Noch schlimmer ist die Hyperinflation, da das Geld rasend schnell an Wert verliert. Venezuela kämpft seit Monaten gegen die derzeit höchste Inflationsrate der Welt, so ntv. Präsident Maduro will jetzt mit einer neuen Währung, dem „Bolívar soberano", die Hyperinflation eindämmen. Experten bezweifeln jedoch, dass dies funktionieren wird.

Ökonomen sehen bei der Wirtschaft des südamerikanischen Staats schwarz: "Der Währungsfonds rechnet für 2018 mit einer Inflation von 15.000 Prozent. Es gibt aber Ökonomen, die rechnen mit 26.000 bis 30.000 Prozent, einige sogar mit 80.000 Prozent. Die Zahl ist schwer zu prognostizieren, aber zum ersten Mal erlebt Venezuela eine Hyperinflation.“, so der DeutschlandFunk.

Von der extremen Geldentwertung sind in Venezuela besonders Menschen mit geringen Einkommen und Rentner betroffen. José Manuel sagte gegenüber dem Deutschlandfunk: "Wenn Du Medikamente, Antibiotika kaufen musst, ist die Rente weg, denn die billigsten Antibiotika kosten vier Millionen Bolivar, wenn Du überhaupt welche findest. Eine Packung mit zwölf Eiern kostet 1,2 Millionen - was Du an Rente kriegst, ist erbärmlich.“ Ein belegtes Brötchen oder eine Packung Kekse kostet 1,3 Millionen Bolivar, was fast der Hälfte des Mindestlohns entspricht.

Die Geldentwertung in dem südamerikanischen Land ist derart dramatisch, dass Menschen wertlos gewordene Geldscheine einfach auf die Straße werfen, so die WirtschaftsWoche. Hilfsorganisationen warnen bereits vor einer humanitären Katastrophe. Der südamerikanische Staat steht sozial und wirtschaftlich am Abgrund: Vier Fünftel der Venezolaner hungern. Sogar in Wohngegenden der Mittelklasse würden Menschen im Müll nach Essbarem suchen, so der Deutschlandfunk.

Mit der Einführung einer neuen Währung will die Regierung von Staatschef Nicolás Maduro nun gegen die Hyperinflation ankämpfen. Am 4. August 2018 soll die Währungsumstellung stattfinden. Bei dem neuen Geldschein sollen drei Nullen gestrichen werden, so die WirtschaftsWoche. Experten zweifeln jedoch an der Wirksamkeit der Maßnahme. Es müsste eine echte Währungsreform durchgeführt werden, so die WirtschaftsWoche.

Zuvor hatte Präsident Maduro bereits eine ölgedeckte Kryptowährung, den Petro, angekündigt. Die  Nationalversammlung hatte diese jedoch im Vorfeld für illegal erklärt. Die Seriosität der virtuellen Währung war zudem angezweifelt worden. Die Regierung hätte viel zu viel Raum, um den Coin zu manipulieren. Eine echte Währungsreform scheint daher die einzige Möglichkeit in Venezuela die Hyperinflation zu bekämpfen.

Ein Euro ist derzeit rund 93.200 venezolanische Bolivar Wert (Stand: 2018.04.06, 02:08:01 Uhr). Ende 2016 war ein Euro lediglich 10 Bolivar Wert.

EUR/VEF

Quellen:
DeutschlandFunk: „Hyperinflation und Frust in Venezuela“
ntv: „Venezuela kündigt Währungsschnitt an“
WirtschaftsWoche: „Venezuela streicht drei Nullen bei neuer Währung“

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Kommentare

Das, was in diesem Lande geschieht, ist nicht nur ein Parade-Beispiel sozialistischer Misswirtschaft arroganter und aufgeblasener Staatsverbrecher, sonden ebenso - und das sollte man nie aus den Augen verlieren - das Ergebnis eines durch nichts gedeckten Falschgeldsystems.

Naturgesetze und Mathematik lassen sich niemals überlisten. Dass ähnliche Verhältnisse auch unser Land heimsuchen können, sollte man angesichts der hierzulande EU-besoffenen Polit-Bankrotteure, deren verbrecherische Absichten sich eindeutig gegen das eigene Volk richten, auf keinen Fall ausschließen.

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