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EURUSD-Analyse EU und USA im Handelskrieg?

Gastautor: Jens Chrzanowski
06.06.2018, 12:30  |  841   |   |   

Die US-Regierung hat die Ausnahmen für Strafzölle auf europäischen Stahl und Aluminium auslaufen lassen und damit Öl in das Feuer des schwelenden Handelskrieges mit der EU geworfen. Auch die EU droht nun im Gegenzug mit Vergeltungszöllen. Gleichzeitig stehen die EU und der Euro durch die italienische Regierungskrise stark unter Druck. Den Märkte stehen turbulente Zeiten bevor.



Nun aber zu unserer Technischen Analyse:

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Rückblick (30.05.2018 - 05.06.2018)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1555 und damit deutlich unter dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Der EUR markierte aber gleich am Mittwochmorgen sein Tief im Betrachtungszeitraum. Von hier aus ging es in dynamischen Impulsen an die 1,1720/25. Dieses Level wurde am Donnerstagmorgen erreicht. Im Handelsverlauf gab der EUR aber erneut etwas nach, konnte sich aber bei 1,1640 stabilisieren und von hier aus wieder über die 1,1700 laufen. Am Freitag führte aber ein scharfer Rücksetzer den EUR wieder an die 1,1615. Zwar konnte sich der EUR etwas erholen, aber er schaffte es in der letzten Handelswoche auch nicht, einen Wochenschluss über der 1,1700 zu formatieren. Der Wochenschluss lag jedoch leicht über dem der Vorwoche. Zu Wochenbeginn setzte sich dann aber erneuter Kaufdruck durch. Der EUR stieg bis an die 1,1745 bevor es zu erneuten Gewinnmitnahmen kam. Am Dienstag setzte der EUR bis an die EMA200 im 60er zurück. Hier gelang am Nachmittag die Stabilisierung und die Erholung, die den EUR wieder an die 1,1730 brachte.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt erneut unter dem Level der Vorwoche. Der EUR hat es auch in der abgelaufenen Handelswoche nicht geschafft, sich über das Hoch der Vorperiode zu schieben. Das Tief hingegen liegt 40 Pips über dem Level des letzten Betrachtungszeitraums. Die Range war mit 195 Pips etwas kleiner als in der Vorperiode und lag in etwa im Bereich des Jahresdurchschnitts.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1730/32 weiter bis an die 1,1747/49 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde um 2 Pips verfehlt, das Setup hat damit gut gepasst. Wie im Fazit des Chartchecks konstatiert haben sich in diesem Bereich, wie erwartet, wieder Rücksetzer einstellt. Die Rücksetzer gingen nicht wesentlich unter die 1,1550, unsere unteren Anlaufziele wurden damit nicht erreicht.



  • Wochenhoch*: 1,1745 Vorwoche 1,1768
  • Wochentief*: 1,1550 Vorwoche 1,1510
  • Wochenschluss: 1,1658 Vorwoche 1,1647
  • Wochen-Range*: 195 Pips Vorwoche 258 Pips



Wie könnte es weitergehen?

  • EUR/USD-WS: 1,1698....1,1730.....1,1819/84.....1,1947....1,2014/86.....1,2138/86
  • EUR/USD-US: 1,1657/04.....1,1567/35.....1,1488.....1,1331.....1,1241.....1,1163.....1,1088

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden



Die wichtigen Marken auf Basis unseres Setups

  • Box-Bereich: 1,3039 bis 1,0504
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,2149 und 1,1535
  • Intraday-Marken: 1,1819 und 1,1612
  • Die Range: 1,3479 bis 0,9631



Ausblick für die kommenden fünf Handelstage:

Chartcheck:

Der EUR hat sich in den letzten Handelstagen etwas stabilisieren können. Allerdings hat es nicht zu einer größeren Erholung gereicht. Das Währungspaar hält sich nach wie vor im Bereich der EMA50/20 auf. (im 4h Chart) Wesentlich für eine Erholung wird sein, dass es der EUR schafft sich über die EMA20 im 4h Chart zu etablieren und es schafft, mindestens zwei volle grüne Kerzen über dieser Linie auszubilden. Anlaufziele wären zunächst die 1,1750. Erst mit einem Tagesschluss über der 1,1750 bei einer Bestätigung am Folgetag, könnte sich die Aufwärtsbewegung noch bis an die 1,1880/1,1895 bzw. bis an die 1,2000 fortsetzen. Da aktuell keine große Aufwärtsdynamik erkennbar ist, könnte der EUR auch Probleme haben über die 1,1750 zu steigen. Denkbar ist, dass sich in diesem Bereich erneute Rücksetzer einstellen könnten. Fällt der EUR aber per Tagesschluss wieder unter die 1,1550 und wird dies am Folgetag bestätigt, könnte der EUR bis an die 1,1330/00 bzw. bis an die 1,1100/1,1050 laufen.

Fazit: Für die nächsten Tage wird entscheidend sein, ob es der EUR schafft, einen Tagesschluss über der 1,1750 zu formatieren. Schafft er dies und wird dies am Folgetag bestätigt, so könnten sich weitere Erholungen einstellen, die übergeordnet bis 1,1890/1,1900 bzw. 1,2000 gehen könnten. Mit einem Tagesschluss unter der 1,1550 und einer Bestätigung am Folgetag könnten sich weitere Abgaben einstellen.



Rahmenbedingungen:

Die Regierung in Italien hat sich jetzt doch konstituieren können. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich dann zeigen, inwieweit die vielfachen Versprechungen in die Tat umgesetzt werden. Auf Basis einer soliden Haushaltspolitik sind allerdings keine dieser Versprechen seriös finanzierbar. Ebenso wird sich zeigen, wie Italien seine Position zum EUR und zur EU definiert. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass es seitens Deutschlands allzu große Zugeständnisse an Italien geben wird. Der EUR wird damit weiter unter Druck bleiben.

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