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Die Krise ist nicht vorbei Woran Anleger sich jetzt erinnern sollten - Seite 2

Gastautor: Max Otte
07.06.2018, 09:26  |  4036   |   |   

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Ratingagenturen

Das Rating von Wertpapieren wird von drei großen angelsächsischen Agenturen dominiert: Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch Ratings. Diese Agenturen machten von 2002 bis 2006 ein Drittel ihrer Gewinne damit, dass sie sich von den Emittenten der verbrieften Produkte dafür bezahlen ließen, diese zu bewerten. Hier ist ein eklatanter Interessenkonflikt gegeben. So war es erklärbar, dass viele verbriefte Produkte äußerst minderwertiger Qualität ein AAA-Rating bekamen.

 

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Im Prinzip ist es bei den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ähnlich. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem eine große Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor Ausbruch der Krise einer größeren amerikanischen Gesellschaft das Testat für den Jahresabschluss versagt hat. Letztlich haben die Gesellschaften die Praktiken der Banken, Ratingagenturen und Hauskäufer sanktioniert.

 

Internationale Politik und nichtamerikanische Banken

Nach dem Jahr 2004 haben zunehmend auch internationale Investoren, vor allem Banken und Versicherungen in Europa, dazu beigetragen, dass die Blase nicht in sich zusammenfiel. Zwar liegen keine genauen Zahlen vor, aber es gibt Hinweise darauf, dass Investoren in Europa einen signifikanten Anteil der riskantesten Produkte kauften.

 

Und zu guter Letzt: die Ökonomen

Obwohl die Exzesse der Blase schon in den Jahren 2004 und 2005 von der amerikanischen Presse beschrieben wurden, schwiegen die Ökonomen, zumindest die an anerkannten Universitäten und in den Forschungsinstituten. Kaum jemand traute sich an das „heiße Eisen“ der Immobilienblase heran, obwohl diese deutlich erkennbar war.

Was können wir Anleger daraus lernen?

Krisen beginnen in der Phase der größten Euphorie, Aufschwünge in der tiefsten Niedergeschlagenheit. Der Boom vor der Krise 2008 dauerte fast ein Vierteljahrhundert an. Zweieinhalb Jahrzehnte eines halbwegs stabilen Aufschwungs, halbwegs stabilen Geldes und fallender Zinsen hatten dazu geführt, dass die meisten Menschen, die aktiv am Wirtschaftsleben teilnahmen, keinerlei Erinnerung mehr daran hatten, dass es auch andere Zeiten geben kann. 

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Kommentare

Ich denke,es kann,wir haben aber in früheren Versuchen von Währungsunionen erlebt,dass die führenden Politiker plötzlich und unerwartet umschwenkten,wenn ihnen klar wurde,dass das Kind in den Brunnen gefallen war.
Gehen wir also besser davon aus,dass sie längst kapiert haben,dass ihr Umverteilungs-Wahnsinn gescheitert ist,es wird Not-Pläne dafür geben,leider kann man davon aus gehen,dass sie uns wie immer,mit dem plötzlichen Zug,der Notbremse überraschen,es kann also noch einen Tag vor dem Ende von mehr Europa und Verantwortung geschwafelt werden,am nächsten Tage,sind die Banken ein wenig überfordert,weil die Währung umgestellt wird,so ähnlich,lief es beim letzten mal ab,als wir diese künstliche pseudo-Ecü-Währung hatten,der Verlauf war der selbe,ebenfalls wurde eine Finanzkrise ausgelöst,Banken gerettet,deutsche Rentner,hatten den größten Teil zu schleppen,weil man div.Länder retten mußte und mit dem Geld deutscher Rentner rum-plämperte,bis die Kasse leer war,in Deutschland füttert man die Polit-Mafia,wie ein Schwein,mit Reformen,so etwas weckt eben bei den Euro-Partnern Begehrlichkeiten,sie wirtschaften zwangsläufig etwas länger in die Pleite,damit deutsche Politiker immer wieder vergessen,wem sie eigentlich dienen,eine Spekulation,die sich stets auszahlte!
Man wird sich einigen,um die verantwortlichen deutschen Parteien zu retten,damit auch die nächste Generation wieder heimgesucht werden kann,es hat schon 4x geklappt,also nichts Neues!
Richtig krachen,darf es also wohl eher nicht,wer würde die sonst je wieder wählen?
Die Zusammenfassung der Wirtschaftskrise 2008 hat mir gut gefallen. Ich habe mir den Artikel als pdf auf meinem PC gespeichert. Wenn ich mich recht erinnere, wurde beim Zusammenbruch der Lehman Brothers eine Liste alle Banken ins Internet gestellt, die Forderungen gegenüber diesem Ex-Kreditinstitut hatten. Die KfW war recht stark involviert.
Bei der Frage, wann die Euro-Währung zusammenbricht fällt mir ein Bericht ein, den ich in einer Zeitung gelesen hatte. Demnach wollte die italienische Zentralbank Anleihen am Markt platzieren, es gab aber keinen Käufer. Die EZB sprang ein und kaufte die italienischen Staatsanleihen auf. Wenn es immer einen Käufer von Staatsschulden geben wird, kann dann das europäische Währungssystem überhaupt zusammenbrechen ?

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